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Kronach

Eine Familie zum Totlachen

Die Wallenfelser Theatergruppe machte erstmals Station in Marktrodach. Dabei rückte man mit Mann, Maus und Leiche an - und ließ das Zwerchfell der Zuschauer beben.



Auch wenn Albert tot ist, ist er dennoch ein praktischer Büstenhalterhalter   » zu den Bildern

Marktrodach - Die Wallenfelser Theatergruppe kommt auch im "Ausland" gut an: Bei ihrem Gastauftritt in der Marktrodacher Turnhalle begeisterte man jedenfalls die Zuschauer mit dem Stück "Für die Familie koo me nex", das mit einer Reihe schillernder Gestalten aufwartete: Da gab es zum Beispiel die Leiche Albert, die man ums Verrecken nicht los wurde und den Erfinder Hubbi mit Sprachfehler, der alle in den Wahnsinn trieb. Umschwirrt wurden sie von Hermine, einer Wahrsagerin, die sich zum Erhalt ihrer positiven Aura seit einem halben Jahr nicht gewaschen hatte. Dann war da noch Willi Beierle, ein Computerhacker, der die gesamte Mittelmeerflotte zum Auslaufen brachte, Gundula Strauß die Nachbarin, die nur beim vorwärtssprechen stottert und die heiratswillige Gertrud Wollensiek auf der Suche nach einem Mann zum Kuscheln. Für Verwirrung sorgten außerdem Traudel Siebert, die Steuerberaterin, der man auf gar keinen Fall Alkohol verabreichen durfte, Gerd Hollerbichel, ein Geheimagent auf Mission und Doris Stüber, die gerne in diese durchgeknallte Familie einheiraten möchte. Mittendrin Friedhelm Beierle, der sich als den "einzig normalen" unter lauter Verrückten bezeichnet.

Die Darsteller

Diese Darsteller brachten das Stück "Für die Familie koo me nex" auf die Marktrodacher Bühne: Andreas Gleich als Friedhelm Beierle, Gaby Stöcker als Hermine Beierle, Udo Schlee als Willi Beierle, Markus Hadertauer als Hubert Beierle, Birgit Brehl als Gundula Strauß, Engelbert Stadelmann als Gerd Hollerbichel, Sabrina Heibl als Gertrud Wollensiek, Tina Krump als Traudel Siebert, Jaqueline Hahn als Doris Stüber und Henry Stöcker als Albert, die Leiche. Regie führte Gisela Düthorn. Souffleuse: Ute Schlee. Bühnenbild: Bernhard Gleich, Horst Götz und Peter Düthorn. Technik: Gerd Deckelmann und Florian Weiß. Maske: Viola Fuhrmann und Carolin Ebert. Requisite: Jutta Hadertauer und Kerstin Hadertauer.


Von Anfang an sorgte das Stück für Lacher: "Du machst Fortschritte. Jetzt stotterst du schon ganze Wörter", meinte beispielsweise Friedhelm zu seinem Bruder Hubbi, dem liebenswerten Erfinder. Auch Gundula, die Nachbarin, stotterte wie verrückt, allerdings nur beim Vorwärtssprechen. Rückwärts klappte es prima. Und klar waren auch Hubbis Erfindungen völlig sinnlos, aber total witzig. "Ich habe einen Kompass erfunden, der nach Süden zeigt", war nur eine seiner genialen Einfälle. Die krönte er am Ende allerdings mit einem Muskelreflexgerät, das Leiche Albert zum Laufen brachte und einem Umwandler, der Plastik in Geld verwandelte.

Der Witz lag aber nicht nur in den gesprochenen Worten, sondern vor allem in Mimik und Gestik der Laiendarsteller. Und die fühlten sich offensichtlich wohl in einem liebevollen Bühnenbild, das die Atmosphäre eines gemütlichen Wohnzimmers zauberte. Außerdem war bei diesem Stück die ganze Bandbreite an Emotionen gefordert. Freude, Angst, Liebe, Verzweiflung, alles spiegelte sich in den Gesichtern wider.

Begeistert zeigte sich am Ende auch Bürgermeister Norbert Gräbner, der "die internationalen Beziehungen zwischen Wallenfels und Marktrodach" betonte und meinte: "Zwische Wallafels und Roudich passt’s halt." Er dankte für allem Initiatorin Katja Wich, die sich für dieses Projekt stark gemacht hatte. Und die erklärte: "Bauhof, Verwaltung und das gesamte Kita-Team haben ehrenamtlich gearbeitet und ihre Arbeitszeit gespendet. Das war eine teambildende Maßnahme und verfolgte einen guten Zweck." Sie war es auch, die dafür sorgte, dass der "Gastro-Bereich" in ein bezauberndes Lichtermeer verwandelt wurde. "Wir wollten, das sich die Besucher gerne hier aufhalten, denn der Erlös aus Essen und Getränken kommt den Kindergärten in Marktrodach und Wallenfels zugute."

Schauspielerin Birgit Brehl aus Wallenfels freute sich über die Premiere auf fremder Bühne. "Am Anfang wussten wir nicht, was auf uns zukommt, aber eines war klar: Entweder alle oder keiner." So kamen sie tatsächlich mit Mann und Maus und "importierter" Technik, Maske, Bühnenbild, Requisite und Souffleuse.

Autor

Maria Löffler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 10. 2019
16:24 Uhr

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Autor

Maria Löffler

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Veröffentlicht am:
27. 10. 2019
16:24 Uhr



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