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Kronach

Eine andere Art des Lernens

Die Montessori-FOS in Kronach lädt am Samstag zum Tag der Offenen Tür. Schüler und Eltern können die Schule in all ihren Facetten kennenlernen - und einiges ausprobieren.



Sie sind zwar in unterschiedlichen Lerngruppen, lernen aber gerne gemeinsam auf dem "Campus" der Kronacher MOS. Tina Katholing, Lee Werth und Helin Obaz (von links) sind die größten Fans ihrer Schule. Fotos: Maria Löffler  

Kronach - "Wir lieben unsere Schule. Das hört sich jetzt vielleicht wie ein Märchen an, ist aber Realität, es ist wirklich so", versichert die 21-jährige Tina Katholing. Sie besucht die zwölfte Klasse der Montessori-Fachoberschule (MOS) in Kronach im Zweig Sozialwesen. Und damit ist sie nicht alleine. Immer mehr Schülerinnen und Schüler begeistern sich für diese Art des Lernens - eigenverantwortlich, individuell, wertschätzend und effektiv. Das jedenfalls versichert Gudrun Jersch-Bittermann, die Geschäftsführerin der Kronacher MOS.

Soziales Engagement

Sozialkompetenz und mit ihr auch soziales Engagement zeigten die Schülerinnen und Schüler bereits am 18. Januar dieses Jahres. Sie veranstalteten ihre erste MOS-Charity-Party im Café Kitsch und spendeten den Erlös in Höhe von 400 Euro dem Kronacher Tierheim. Initiatorin Helin Obaz: "Normalerweise tun das die Schulen ja immer, um Geld in die Klassenkasse zu kriegen. Wir wollten damit einfach ein soziales Projekt unterstützen." Und für die nächste Aktion gibt es ebenfalls schon feste Ziele: "Wir möchten dann mindestens 600 Euro einnehmen und die werden wir ebenfalls wieder spenden."


Am Samstag, 9. Februar, öffnet die MOS von 14 bis 16 Uhr die Türen und damit bietet sich auch die Chance, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Die Besucher erfahren, was die Fachoberschule von anderen unterscheidet. Das bringt die Geschäftsführerin mit viel Begeisterung, Herzblut und vor allem mit vielen Superlativen rüber: "Wir sind eine Bereicherung der Schullandschaft. Unsere Schüler sind engagiert, selbstständig, motiviert, eigenorganisiert, teamfähig, wertschätzend, zicken sich nicht an und kommen ohne Mobbing aus." Davon ist Gudrun Jersch-Bittermann fest überzeugt und sie ist vor allem stolz auf ihre Schüler, aber auch auf die Lehrer: "Sie geben niemals auf und üben so gut wie keinen Druck aus. Außerdem sind sie sensibilisiert, was die Schüler betrifft, zeigen aber auch feste Grenzen auf."

"Sie sind nicht unsere Feinde", darin sind sich Tina Katholing, Helin Obaz (19 Jahre) und Lee Werth (17 Jahre) mit Blick auf die Lehrer einig. Was die drei außerdem besonders begeistert, sind die Entfaltungsmöglichkeiten, die ihnen die MOS zu bieten hat. "Wir bearbeiten hier zwar den normalen Schulstoff, aber sind nicht an bestimmte Lernmittel gebunden. Dadurch kann man auch herausfinden, welcher Lerntyp man ist. Außerdem kommen hier auf sechs Schulstunden zwei Freiarbeitsstunden, die wir uns selbst und eigenverantwortlich einteilen."

In ihrer Freiarbeit verteilen sich die Schüler auf dem Gelände. In der MOS stehen dazu die Räume zur Verfügung. "Wir haben zwei Lerngruppenräume, einen Campus mit Computern, ein Atelier mit vorbereiteten Arbeitsmaterialien, einen Differenzierungsraum für kleine Gruppen und ein Sprachlabor mit Headsets für den Englisch- und Spanischunterricht." Die Geschäftsführerin ist stolz auf das, was die "Montessori-Fördergemeinschaft Kronach und Umgebung" in den vergangenen Jahren erreicht hat. "Ziel war es, die Möglichkeit zu schaffen, eine ganze Schullaufbahn von der ersten Jahrgangsstufe bis zum Fachabitur zu durchlaufen. Zusammen mit der Montessori Schule in Mitwitz haben wir das geschafft." Mit Blick nach vorne meint sie: "Wir möchten irgendwann in naher Zukunft auch das Vollabitur anbieten." Auch wolle man die MOS um die Fachrichtung Gestaltung ergänzen.

Voraussetzung, um die MOS überhaupt besuchen zu können, ist ein mittlerer Bildungsabschluss. Danach kommen die Schülerinnen und Schüler in den Genuss einer "Orientierung an den individuellen Bedürfnissen." Jersch-Bittermann: "Wir achten auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten. Am Ende der elften Klasse führen wir ein Laufbahngespräch. Inhalt sind dabei vor allem die Lernkompetenzen." Das Montessori-Prinzip kenne keine Noten, erklärt sie. "Wir haben Beurteilungen, sprechen über Schwächen und Stärken, arbeiten mit individuellen Lösungen. Wir respektieren unterschiedliche Lerntypen." Dass bei diesem System keiner hinten runterfällt, bestätigen auch die Schüler selbst. Helin Obaz: "Wir waren auch schon auf anderen Schulen, nichts ist mit dieser hier vergleichbar. Wir lernen viel, aber auf eine andere Art. Wir legen zwar die gleichen Prüfungen ab wie andere Schüler, aber wir sind wesentlich entspannter zum Ergebnis gekommen. Den Leistungsdruck vermisst hier niemand. Wir wissen doch selbst am besten, dass es um unsere eigene Zukunft geht, die auf dem Spiel steht." Weise Worte aus dem Mund einer 19-Jährigen, die noch nicht so ganz genau weiß, wo sie ihre beruflichen Ziele finden wird. Aber damit ist sie nicht alleine, schließlich stehen viele Wege offen. "Einige von uns studieren Architektur oder machen was Soziales."

Beim Tag der offenen Tür am morgigen Samstag, 9. Februar, von 14 bis 16 Uhr wird sich die Schule in all ihren Facetten präsentieren. "Wir zeigen offene Lerngruppen, haben Mitmachangebote, Materialdarbietungen und Präsentationen, sprechen Englisch und Spanisch, präsentieren uns als Künstler, mikroskopieren und experimentieren. Bei einer Expertenrunde fragen Schüler andere Schüler", zählt Gudrun Jersch-Bittermann die Highlights auf.

Autor

Maria Löffler
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Veröffentlicht am:
07. 02. 2019
16:58 Uhr

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