Topthemen: Globe TheaterHSC 2000 CoburgBBC CoburgStromtrasse

Kronach

Erzbischof feiert in Tschirn Senegalsonntag

Ludwig Schick erinnert daran, wie unterschiedlich die Kinder in Afrika und Deutschland aufwachsen. Und er findet deutliche Worte im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche.



Nach 60 Jahren war mit Ludwig Schick erstmals wieder ein Bischof in Tschirn. In seiner Predigt sprach er über den Senegal, das Erntedankfest, die Kinder und Jugendlichen sowie das christliche Hauptgebot der Nächstenliebe. Fotos: Michael Wunder   » zu den Bildern

Tschirn - Kilometerweite Schulwege, Unterricht in engen und überhitzten Räumen, kaum Lehrmittel - so sieht für viele Kinder im Senegal der Alltag aus. Das Erzbistum Bamberg und das Bistum Thiês pflegen seit elf Jahren eine Partnerschaft, deshalb findet alle Jahre im Bistum ein Senegalsonntag statt. In diesem Jahr hat man die kleine Frankenwaldgemeinde Tschirn als Gastgeber ausgewählt.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick meinte in der Predigt, dass der Senegalsonntag nur einer von mehreren Gründen sei, um Eucharistie zu feiern. Daneben feiere man das Erntedankfest mit den Gaben der Natur und beziehe die Kinder und Jugendlichen mit ein. Als weiteren Punkt der Eucharistiefeier nannte der Bischof das Hauptgebot der Nächstenliebe. Er fragte: "Was hält unsere Welt zusammen?" Dabei gehöre neben der Freiheit auch die Einheit in den verschiedenen Ebenen dazu.

Gerade der jungen Generation sei die Freiheit ein wichtiges Gut. Ehe und Familie sei bei uns genauso wichtig wie im Senegal, sei eine Gabe Gottes, deshalb sei Treue und Zusammenhalt auch in schwierigen Zeiten notwendig. Es gelte, auch in schwierigen Zeiten durchzuhalten und sich auf den anderen zu verlassen, so der Erzbischof.

Der Bischof sprach auch offen die Probleme der Kirche im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen an Kindern und Jugendlichen an. "Missbrauch von Kindern ist etwas Schlimmes. Zivilrechtlich ist es ein Verbrechen, in der Kirche ein Verrat an Jesus Christus", machte er deutlich. Kinder sollten sich frei entwickeln können, ob unter besten Voraussetzungen wie in Deutschland oder schwierigeren Bedingungen wie im Senegal. Dort sei eine kurze Schulzeit, wenn es diese überhaupt gibt, und Kinderarbeit an der Tagesordnung. In Tschirn haben viele fleißige Helfer auch den Altar mit Früchten aus den Gärten und der Natur geschmückt, zeigte er sich erfreut. Darüber hinaus sollten die Christen die Nächstenliebe täglich leben.

Nach der Kirchenparade mit dem Musikverein und den örtlichen Vereinen, begrüßte Pfarrer Detlef Pötzl den Gast aus Bamberg in der Kirche in Tschirn. Den lokalen Aufzeichnungen nach sei vor 60 Jahren letztmals ein Bischof in Tschirn gewesen, sagte Pötzl.

Nach zahlreichen Gesprächen mit den Bürgern und einem gemeinsamen Mittagessen gab es zwei Talkrunden im Jugendhaus. Dort sprach nach einem Kurzfilm über den Senegal der Chef-Referent der Weltkirche, Michael Kleiner, mit verschiedenen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Alois Berner, der "Vater" der Partnerschaft Bamberg/Thiês, hob besonders die senegalesische Gelassenheit hervor. Vor über 50 Jahren habe er bereits mit dem katholischen Landvolk als Entwicklungshelfer im Senegal begonnen. Noch heute sei der 80-Jährige von den Menschen dort, die wenig haben und trotzdem sehr zufrieden lebten, beeindruckt. Erzbischof Schick meinte in der Talk-Runde, es sei ein großes Ziel der Partnerschaft, voneinander zu lernen.

Autor

Michael Wunder
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
07. 10. 2018
17:52 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Beziehungen und Partnerschaft Bischöfe Diözesen Dr. Ludwig Schick Entwicklungshelfer Erzbischöfe Jesus Christus Katholische Kirche Missbrauchsaffären Missbrauchsvorwürfe
Tschirn
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema

04.10.2018

Tschirn leuchtet in den Farben des Senegals

Eine Ausstellung in der Pfarrkirche gibt Einblicke in das afrikanische Land. Am Sonntag erwartet man dann hohen Besuch. » mehr

01.07.2018

Großer Bahnhof für neuen Priester

Hirschfeld empfängt Tobias Fehn wie einen Bundespräsidenten. Der junge Mann freut sich nach seiner Weihe riesig über den Rückhalt in seiner Heimat. » mehr

13.12.2018

Schöner glühen an der neuen Hütte

Der Feuerwehrverein Tschirn lädt alljährlich an den Adventswochenenden beim abendlichen Treff Jung und Alt zum Glühwein und gemütlichen Beisammensein ein. » mehr

21.10.2018

Lobeshymnen für den "Anpacker"

Zum 80. Geburtstag feiern zahlreiche Würdenträger das Wirken von Manfred Burger. Der Tschirner Altbürgermeister wird noch immer geschätzt. » mehr

09.08.2018

Rom rief - und Kronacher kamen

Unter den rund 70 000 Messdienern, die kürzlich in der Ewigen Stadt zusammentrafen, war auch eine Delegation aus dem Frankenwald. Auch der Papst schaute vorbei. » mehr

12.10.2018

Bunte Bänke für mehr Mobilität am Rennsteig

In Tschirn stehen künftig Mitfahrbänke. Aber nicht nur dort. Die Initiatoren erhoffen sich davon eine bessere Erreichbarkeit. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

HSC - TuS N-Lübbecke

HSC 2000 Coburg - TuS N-Lübbecke | 15.12.2018 Coburg
» 47 Bilder ansehen

Punkt 7: Christian Gunsenheimer im Gespräch mit der NP

Punkt 7: Christian Gunsenheimer im Gespräch mit der NP | 14.12.2018 Coburg
» 9 Bilder ansehen

Zimt und Zauber Weihnachtsvarieté

Zimt und Zauber Weihnachtsvarieté | 14.12.2018 Coburg
» 16 Bilder ansehen

Autor

Michael Wunder

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
07. 10. 2018
17:52 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".