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Kronach

FWG pumpt weitere Millionen in ihr Netz

Die Verbandsversammlung des Wasserversorgers hat den Haushalt 2019 auf den Weg gebracht. Damit wird der aggressive Investitionskurs der letzten Jahre fortgesetzt.



Damit auch weiterhin gutes Wasser aus dem Hahn kommt, setzt die Frankenwaldgruppe ihren Investitionskurs fort. 65 Millionen Euro sollen bis ins Jahr 2040 in das Leitungsnetz fließen. Foto: Oliver Berg / dpa  

Kronach - Der Wasserversorger Frankenwaldgruppe (FWG) hat am Freitag die Haushaltssatzung für das laufende Jahr verabschiedet. Das Zahlenwerk ist rekordverdächtig prall: Mehr als 26 Millionen Euro an Einnahmen und Ausgaben sieht es vor. An sich viel Geld für einen eher kleinen Zweckverband. Doch das Volumen kann angesichts der jüngsten Investitionstätigkeit (die NP berichtete) nicht überraschen. Etliche Leitungssanierungen liegen zudem noch zur Abarbeitung an. Die Frankenwaldgruppe steckt mittendrin im Abbau eines auf 65 Millionen Euro taxierten Investitionsstaus.

Investitionen 2019

Die Frankenwaldgruppe (FWG) ist ein Zweckverband, der die Wasserversorgung von 21 Stadt- und Ortsteilen der Kommunen Ludwigsstadt, Reichenbach, Steinbach am Wald, Steinwiesen, Tettau, Teuschnitz und Wilhelmsthal verantwortet. Über Versorgungsleitungen mit einer Gesamtlänge von 140 Kilometern werden rund 3200 Anwesen, das entspricht etwa 10 000 Einwohnern, mit Wasser versorgt.

Die Investitionsschwerpunkte liegen heuer in den Ortschaften Windheim, Reichenbach, Birnbaum, Neufang und Hesselbach. Die teuerste Einzelmaßnahme, das Netz im Bereich Kotschersgrund (Wilhelmsthal), schlägt mit 700 000 Euro zu Buche.

 

Diesen Kurs setzt der Wasserversorger fort. Der Finanzbedarf für Investitionen liegt heuer bei mehr als acht Millionen Euro (siehe Infokasten). Insgesamt sind Ausgaben in Höhe von 12,7 Millionen Euro vorgesehen. Zwar kalkuliert der Zweckverband auch mit 13,4 Millionen Euro an Einnahmen. Dennoch wird es nach Darstellung von Kämmerer Hubert Weißerth nötig sein, sechs Millionen Euro an neuen Schulden aufzunehmen. Die Höhe der Verbindlichkeiten soll laut Plan bis Ende Dezember von derzeit 18 auf dann knapp 23 Millionen Euro ansteigen. Da die Frankenwaldgruppe jedoch im Kassenbestand über mehr als drei Millionen Euro verfügt, mit staatlichen Zuschüssen rechnen kann und zudem in der Lage ist, Sondertilgungen zu leisten, sieht Weißerth die dauernde Leistungsfähigkeit des Verbands dennoch als gegeben an.

 

"Wir müssen unseren Investitionsplan abarbeiten, um die Zuschüsse nicht zu gefährden", verdeutlichte Verbandsvorsitzender Jürgen Baumgärtner. Dass die Richtlinien zu wasserwirtschaftlichen Vorgaben (RzWas), die Grundlage der Zuschüsse sind, über das Jahr 2021 hinaus verlängert werden, sei wahrscheinlich, aber nicht sicher. "Ich sehe die Wahrscheinlichkeit bei 99,4 Prozent", sagte Baumgärtner. Es sei kaum vorstellbar, dass der Freistaat im Angesicht einer sich abkühlenden Konjunktur ein Förderprogramm für den Bausektor beendet. "Auch, weil das Preisniveau auf dem Bau nach allen bisher erhobenen Prognosen auch bei einem Abschwung nicht signifikant sinken würde", so der Vorsitzende. Es gebe daher keinen Grund, den Sanierungskurs zu korrigieren. Bis zum Jahr 2040 soll demnach das Leitungsnetz der Frankenwaldgruppe einmal komplett durchsaniert sein. Danach soll laut Baumgärtner damit begonnen werden, Rücklagen für künftige Investitionen zu bilden.

Die Haushaltssatzung wurde anschließend ebenso wie der Stellenplan sowie der Finanzplan für die Jahre 2020 bis 2027 von der Verbandsversammlung abgesegnet - allerdings jeweils mit einer Gegenstimme. Diese kam von der Teuschnitzer Bürgermeisterin Gabriele Weber, die zuletzt den Sitzungen meist ferngeblieben war. Weber gilt als Kritikerin des Kurses von FWG-Chef Jürgen Baumgärtner. Hauptstreitpunkt ist die finanzielle Beteiligung der Kommunen am Abbau des Investitionsstaus. Sechs Millionen Euro sollen innerhalb der nächsten 20 Jahre über eine jährlich zu zahlende Investitionsumlage erhoben werden.

Nach welchen Kriterien sich die Umlage bemisst, darüber hatte die Verbandsversammlung bereits in einer früheren Sitzung verhandelt. Am Freitag nun wurde der zuletzt mit breiter Mehrheit angenommene Kompromissvorschlag von Tettaus Bürgermeister Peter Ebertsch abgesegnet. Demnach werden die sechs Millionen Euro über einen Koeffizienten errechnet, der die Zahl der Einwohner einer Gemeinde genauso berücksichtigt wie die Zahl der dort am FWG-Netz hängenden Haushalte. Demnach muss Steinwiesen 668 000 Euro, Teuschnitz 377 400 Euro, Reichenbach 516 500 Euro, Steinbach am Wald 1,48 Millionen Euro, Ludwigsstadt 131 450 Euro, Tettau 313 700 Euro und Wilhelmsthal 2,5 Millionen Euro beisteuern.

Im Laufe des Jahres sollen die ersten Bescheide versandt werden.

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Christian Kreuzer

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Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
14:26 Uhr

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Christian Kreuzer

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15. 03. 2019
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