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Kronach

Familie Poddebniak sagt danke

Vor vier Jahren haben die Kronacher mehr als 30 000 Euro für eine Herz-OP der kleinen Zosia aus Polen gesammelt. Ohne den Eingriff wäre sie gestorben. Nun geht es ihr viel besser.



So unbeschwert wie auf dem Foto war die Familie Poddebniak nicht immer: Zosia (rechts) wurde mit einem schweren Herzfehler geboren. Ihre Geschwister Adas (links) und Hania (Mitte) sind glücklicherweise gesund. Fotos: privat   Foto: privat » zu den Bildern

Kronach - Im Regal des Büros der Kronacher Caritas-Chefin Cornelia Thron steht ein gerahmtes Bild. Es zeigt eine glücklich aussehende Familie mit drei Kindern - eines davon ein Neugeborenes. Es sind die Poddebniaks aus Polen, Verwandtschaft des Kronacher Krankenhaus-Seelsorgers Pater Wladyslaw Poddebniak. Das Besondere an dem Foto: Dass die sechsjährige Zosia (sprich: Sooscha), das älteste der drei Kinder, so unbeschwert mit ihren Eltern und Geschwistern vor der Kamera posieren kann, grenzt an ein kleines Wunder. Denn das Mädchen wurde mit einem schweren Herzfehler geboren. Ohne die Hilfe vieler Kronacher würde sie wahrscheinlich nicht mehr leben.

Es ist nun ziemlich genau vier Jahre her, dass sich Pater Wladyslaw Poddebniak, unterstützt von der Caritas, mit der Bitte um Spenden für Zosia an die Kronacher wandte ( die NP berichtete ). Mehr als 30 000 Euro sind damals zusammengekommen. "Wir haben mehr als 170 Spenden bekommen - von Privatpersonen, aber auch von Vereinen und so weiter", kann er es heute noch kaum fassen. Außerdem gab es Sonder-Kollekten in Gottesdiensten.

Von dem Geld konnte schließlich Zosias lebensrettende Operation bezahlt werden. Ihr Herz liegt auf der rechten Seite und war nicht richtig mit den anderen Organen verbunden. Das führte dazu, dass ihr Blut nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurde. Ihre Entwicklung stockte und beim Essen hatte sie so starke Schmerzen, dass sie nur noch neuneinhalb Kilogramm wog. Die polnischen Ärzte trauten sich die dringend notwendige Operation nicht zu - der ebenfalls aus Polen stammende Kinder-Herzchirurg Edward Malec in Münster schon. Die polnische Krankenkasse wollte für die Behandlung im Ausland allerdings nicht zahlen.

"Wir hatten damals nicht viel Zeit. Es ging wirklich um Leben und Tod", erinnert sich Cornelia Thron. Pater Wladyslaw Poddebniak stimmt ihr zu: "Zosias Hände waren ganz blau, weil sie nicht richtig durchblutet wurden. Man hat schon gesehen, dass es langsam zu Ende geht." Allerdings war laut Cornelia Thron auch nicht klar, ob Zosia die zehnstündige Operation überleben würde - nichts zu tun, sei allerdings auch keine Option gewesen.

Doch glücklicherweise ging alles gut. Heute ist Zosia ein aufgewecktes Kind, das ein relativ normales Leben führen kann. "Sie geht in den Kindergarten und im Herbst kommt sie in die Schule", berichtet Pater Wladyslaw Poddebniak stolz. Und obwohl sie immer noch verhältnismäßig klein sei, wachse sie nun auch wieder. Das Essen funktioniere inzwischen ebenfalls gut. Generell sei Zosia ein lebenslustiges Mädchen, das wahnsinnig viel rede und erzähle. "Sie weiß auch ganz genau, wie sie sich anziehen muss, damit es gut aussieht - da ist sie schon eine richtige Frau", meint er grinsend. Auch bei der Reha, die sie zweimal wöchentlich besuchen müsse, sorge die Kleine immer wieder für Unterhaltung. "Ich war da einmal dabei. Da ist ganz schön was los", berichtet er schmunzelnd.

Doch auch, wenn es Zosia weitgehend gut geht, muss sie wohl für immer mit so mancher Einschränkung leben. So setze ihr beispielsweise sehr heißes und sehr kaltes Wetter gleichermaßen zu. "Da kann sie kaum draußen sein", sagt Pater Wladyslaw Poddebniak. Außerdem komme es immer wieder zu Verengungen in ihren Herzgefäßen. Deshalb - und natürlich zur Kontrolle - müsse sie einmal jährlich nach Münster zur Herzkatheder-Untersuchung. Das stecke sie glücklicherweise gut weg. "Ich hatte befürchtet, dass sie nach allem, was sie durchmachen musste, vielleicht Angst vor Ärzten hat. Aber nein - sie kommt gut damit klar", ist Poddebniak erleichtert.

Da vor vier Jahren eine polnische Stiftung für herzkranke Kinder ebenfalls einen Teil der OP-Kosten übernommen hat, ist laut Cornelia Thron noch etwas Geld von den Kronachern übriggeblieben. So könne man Zosias Eltern auch bei den Folgebehandlungen noch finanziell unterstützen. "Aber sie sparen auch selbst ganz viel. Denn sie wollen nicht immer abhängig von anderen sein", weiß Thron. 2017 sei die ganze Familie in Kronach gewesen, um sich persönlich bei den Caritas-Mitarbeitern zu bedanken. Das sei ein wahnsinnig schöner Besuch gewesen - vor allem auch, weil Zosia mit dabei war.

Cornelia Thron ist nach wie vor beeindruckt, wie viel Geld die Kronacher für das Mädchen gespendet haben. "Pater Poddebniak tut so vielen Menschen Gutes und ist immer da, wenn man ihn braucht. Ich glaube, die Leute wollten ihm etwas zurückgeben und ihm auch einmal bei seinen Sorgen helfen", ist sie überzeugt. Und auch Pater Wladyslaw Poddebniak selbst findet: "Man klagt und meckert so viel. Aber bei so etwas merkt man, wie viel Gutes bei den Menschen vorhanden ist. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz, ganz herzlich bei allen Spendern bedanken."

Autor
Julia Knauer

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Veröffentlicht am:
27. 05. 2019
17:32 Uhr

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Julia Knauer

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Veröffentlicht am:
27. 05. 2019
17:32 Uhr



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