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Kronach

Freie Felsen für freie Fahrt im Gries?

Das Gewerbegebiet soll wachsen. Das kostet aber Ackerland, für das Marktrodach Ausgleich schaffen müsste. Wo man solche Flächen findet, weiß eine Forstanwärterin.



Im Gemeindewald in Zeyern, oberhalb des alten Forsthauses beim Spielplatz, könnte nach Meinung der Forstanwärterin Paulina Schmidt durch Freilegung des Felsens eine Ausgleichsfläche entstehen. Foto: Paulina Schmidt  

Marktrodach - Die Vorstellung eines Konzeptes "Ausweisung von Ausgleichsflächen zur Erweiterung des Gewerbegebietes Gries III" hat im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Marktrodacher Marktgemeinderates gestanden. Bürgermeister Norbert Gräbner erwähnte, dass es ein wichtiges Ziel sein müsse, das Bauen zu fördern und gleichzeitig den Umweltschutz zu berücksichtigen. Beide Ziele seien angemessen zu verbinden. "Bauen geht nur im Einklang mit der Natur, das heißt an anderer Stelle muss eine Aufwertung der Natur vorgenommen werden."

Kritik an Beschilderung

Eingangs der Marktgemeinderatssitzung meldeten sich einige Bürger zu Wort. Alfred Klinger bat zu überlegen, ob man auf dem Gelände der ehemaligen Minigolfanlage eine Bienenweide oder einen Blühstreifen anlegen könnte. Benno Ruhs bemängelte, dass manche Hecken soweit in die öffentlichen Gehwege ragen, dass man diese nicht mehr nutzen könne. Auch wies er auf teils mangelhafte und teils irreführende Beschilderung des Radweges hin. Bürgermeister Gräbner versicherte, dem nachzugehen.


Gräbner begrüßte Forstanwärterin Paulina Schmidt, die im Rahmen ihrer Facharbeit ein solches Konzept erarbeitete und dieses dem Ratsgremium vorstellte. "Ich habe mir die Gemeindewälder Marktrodachs gut angeschaut und potenzielle Ausgleichsflächen gefunden", betonte sie eingangs. Es sollen sechs Hektar bisheriges Ackerland zur Erweiterung des Gewerbegebietes Gries III in Oberrodach ausgewiesen werden. Der Beeinträchtigungsfaktor richte sich danach, wie stark die Fläche durch die Planung betroffen wird, wie hoch der Versiegelungsgrad sei. In diesem Fall wäre der Beeinträchtigungsfaktor 0,5 und daher drei Hektar Ausgleichsfläche zu schaffen. Auch Wald könne eine Ausgleichsfläche sein, wenn er entsprechend aufgewertet werde, so Paulina Schmidt. Sie hat die 31,9 Hektar Gemeindewald (Unter- und Oberrodach, Zeyern, Seibelsdorf) unter die Lupe genommen und einige Möglichkeiten gefunden.

So könnten beispielsweise der Laubholzanteil erhöht, Altbaumgruppen erhalten, Biotope verbessert, Erstaufforstungen getätigt oder blühende breite Waldränder angelegt werden. Auch die Freilegung von Felsen wäre eine Maßnahme.

Festgelegt sei im Wald-Bewirtschaftungsplan die sachgemäße Bewirtschaftung eines jeden Waldes, eine Übererfüllung dieses Planes wäre eine Aufwertung. Wären beispielsweise in einem Wald sachgemäß 70 Prozent Fichten- und 30 Prozent Laubholzbestand festgelegt, so könnte man mit 70 Prozent Laubholz und nur 30 Prozent Fichte eine Übererfüllung und damit eine Aufwertung erreichen. Man könne ganz unterschiedliche Maßnahmen umsetzen. "Es wäre möglich, aus diesen 31,9 Hektar Gemeindewald zwei Hektar Ausgleichsflächen herauszubekommen", so die Referentin.

Forstanwärterin Paulina Schmidt hat für die einzelnen Bestände alle Daten erfasst und Erläuterungen zur praktischen Umsetzung, Arbeitspläne sowie eine Kostenkalkulation erstellt. Bürgermeister Gräbner dankte Paulina Schmidt für ihren interessanten und aufschlussreichen Vortrag. Ihre Facharbeit sei ein großer Glücksfall für die Gemeinde. "Wir haben hierdurch die Möglichkeit, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen."

Auf Nachfrage von Oliver Skall (SPD) bezifferte Paulina Schmidt die Kosten für die Maßnahmen von zehn bis höchstens 80 Cent pro Quadratmeter Ausgleichsfläche. Die klassische Maßnahme, eine Streuobstwiese anzulegen, käme dagegen auf rund 1,80 Euro pro Quadratmeter. Gräbner meinte, dass man den fehlenden Hektar Ausgleichsfläche etwa durch Ankauf eines Fichtenwaldes und den anschließenden Umbau zum Laubholzwald schaffen könne.

Andreas Murmann (ÜWG) fragte nach, ob es eine Kontrolle der Ausgleichsflächen gebe. Paulina Schmidt entgegnete ihm, dass die Maßnahme ans Landesamt für Umwelt gemeldet und dann auch kontrolliert werde. Wie Bauamtsleiterin Katja Wich betonte, könne sich die Gemeinde auch ein Ökokonto anlegen und sich mit Ausgleichsflächen bevorraten.

Weiterhin informierte Gräbner darüber, dass für Sanierungsmaßnahmen des Unterrodacher Freibades ein Gutachten von einem Planungsbüro erstellt wurde. Das Bayerische Bauministerium prüfe seit letztem Jahr die Fördermöglichkeiten für marode und sanierungsbedürftige Bäder. "Auch unser Freibad ist betroffen. Ob es dieses Programm geben wird, ist noch offen. Die Vergangenheit zeigte, dass man bei der Auflegung einer Förderkulisse schnell sein muss. Es haben dann die Kommunen den Vorrang, die schnell ein Gutachten vorlegen können. Unser Ergebnis liegt vor, jetzt warten wir auf die Entscheidungen in München."

Dem Antrag von Julia und Dominik Wachter auf Umnutzung eines Kellerraumes zu einem Verkaufsraum für Fahrräder in Unterrodach wurde das Einvernehmen erteilt. Auf die Schaffung eines Stellplatzes auf dem Grundstück wurde hingewiesen. Auch dem Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses mit fünf Ferienwohnungen und sechs Stellplätzen durch Helmut Leipold in Mittelberg wurde das Einvernehmen erteilt.

Die Submission zur Sanierung des gemeindlichen Straßenstückes der Gemeindeverbindungsstraße Seibelsdorf - Fischbach fand vor einigen Tagen statt. Das wirtschaftlichste Angebot der Firma Schill & Geiger, Geroldsgrün liegt im Rahmen der Kostenschätzung. Das Ratsgremium beschloss die Sanierung der Straße durch die Firma Schill & Geiger mit einer Auftragssumme in Höhe von 171 497 Euro.

Außerdem wurde die Anschaffung von zwölf Atemschutzgeräten im Wert von 44 000 Euro beschlossen. Die Geräte wurden bereits geliefert.

Autor

Regine Bellazrak
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Veröffentlicht am:
09. 04. 2019
18:02 Uhr

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Regine Bellazrak

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09. 04. 2019
18:02 Uhr



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