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Kronach

Freunde der alten Schule

Zum Jubiläum der Kronacher RS I treffen sich zahlreiche Ehemalige. Es gibt viel zu erzählen und zu bestaunen. Denn die Schule hat sich nicht nur baulich sehr verändert.



Markus Lieb und Alexandra Förtsch feiern gemeinsam. Fotos: Heike Schülein   » zu den Bildern

Kronach - Die Maximilian-von-Welsch-Realschule besteht seit 60 Jahren. Zur Feier des Jubiläums fand kürzlich ein Ehemaligentreffen statt. Der Zuspruch war überwältigend. "Hier war früher eine Grünfläche. Die war aber abgetrennt, sodass man sie nicht betreten konnte" - Günter Romig aus Steinberg und Georg Romig, mittlerweile in Kronach beheimatet, stehen im Atrium - eben dort, wo sich einst eine begrünte Terrasse befand. Die Brüder nutzen wie viele andere ehemalige Absolventen das Ehemaligentreffen, um für ein paar Stunden an ihre alte Wirkungsstätte zurückzukehren.

Günter Romig besuchte die Schule von 1962 bis 1966, sein jüngerer Bruder von 1971 bis 1975. Beide erinnern sich noch gut an ihren Übertritt. "Englisch, Algebra - für uns war alles neu. Wir hatten zuvor an der Hauptschule halt Lesen und Schreiben und daher wohl geschaut wie die Eichhörnchen", schmunzelt der Steinberger, der damals noch eine Aufnahmeprüfung machen musste. "Das war damals Pflicht, unabhängig von den Noten", blickt er zurück. An die Schule sowie Lehrer hat er nur gute Erinnerungen. Damals habe immer ein Schüler Türsteher gemacht und vor dem Klassenzimmer auf den Lehrer gewartet. Der Türsteher habe die Tür hinter dem Lehrer geschlossen und der Unterricht konnte beginnen. "Ich habe mal unseren Lehrer vorbeigehen lassen und nichts gesagt", schmunzelt Günter Romig. Aber mehr als einen "Anpfiff" habe er nicht bekommen. Von der Schulausbildung - beide Brüder hatten den kaufmännischen Zweig - profitiere er noch immer. "Wir sind gut auf den Beruf vorbereitet worden. Auch jetzt noch, als Schriftführer im Verein, hilft mir Steno", ist der gelernte Industriekaufmann dankbar. Beide haben eine "durchschnittliche" Mittlere Reife abgelegt. "Meine Schwachstelle war Aufsatzschreiben. Das liegt wohl an unserem Dialekt", schmunzelt Georg Romig, der als Schreiner arbeitet. Beide nutzen gerne die Ehemaligentreffen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet - so beispielsweise auch beim 50. Schuljubiläum, damals in Verbindung mit der Generalsanierung.

Die Treppe vom Atrium nach oben "erklimmen" derweilen die Schwestern Christine Detsch aus Kronach sowie Regina Nieckisch, die nunmehr in Kulmbach wohnt. Nieckisch besuchte die Schule von 1972 bis 1976, ihre jüngere Schwester von 1975 bis 1979. "Wir waren das erste Jahr ausgelagert. Damals war die Realschule zu klein und wir mussten zur Schule beim Kloster laufen", blickt die Wahl-Kulmbacherin zurück. Sie erinnert sich an oft wechselnde Klassenkameraden, bedingt durch die Auslagerung, die Wahl der verschiedenen Zweige und später durch den Bau der neuen Realschule am Schulzentrum, in die manche gewechselt seien. Die Schule in ihrer modernisierten Form gefällt beiden sehr gut und auch sie kommen immer wieder gerne hierher, leider meistens aber als einzige aus ihrem Jahrgang. Die Schwestern hatten den Wirtschaftszweig. "Da konnte man Mathe abwählen", lacht Detsch, die Industriekauffrau wurde, während ihre Schwester Erzieherin erlernte. Damals waren die Klassen nach Geschlechtern getrennt. "Dennoch gingen später tatsächlich einige Ehen aus den Parallelklassen Mädchen und Jungen hervor", schmunzelt Detsch.

Im Eingangsbereich hinterlassen gerade Katja Duman und Melanie Wahler ihren Fingerabdruck auf der großen Ehemaligen-Tafel. Die beiden Reichenbacherinnen waren bereits zu Schulzeit beste Freundinnen. Duman besucht die RS I von 1991 bis 1995, ihre Freundin von 1993 bis 1998. "Ich musste ein Jahr wiederholen", verrät Wahler, die es mittlerweile nach Kleintettau verschlagen hat. Anders verhält es sich mit Duman. "Wir waren eine echte Streberklasse - nur brave Schülerinnen und Schüler. Acht von uns hatten einen Notendurchschnitt besser als 2,0. Sogar die Jungs hatten wir unter Kontrolle", lacht sie. Zu den Jungs zählte auch der nunmehrige Ludwigsstadter Bürgermeister Timo Ehrhardt. Die beiden Freundinnen hatten den kaufmännischen Zweig. Duman erlernte Bürokauffrau und später Versicherungsfachfrau. Wahler wurde Arzthelferin, obwohl sie damals eigentlich lieber Polizistin geworden wäre - so wie ihre elfjährige Tochter Fiona, die mittlerweile selbst die fünfte Jahrgangsstufe an der Schule besucht, wo es ihr sehr gut gefällt. "Wir haben lauter tolle Lehrer", lobt sie. Auch Duman und Wahler mochten ihre Lehrer gerne - mit Ausnahme der Mathelehrer, was wohl aber eher am Fach gelegen habe. Duman hat ihre zweijährige Tochter Élysée dabei - und wer weiß, vielleicht wird diese später auch einmal die RS I besuchen.

Ebenfalls an der Ehemaligen-Tafel verewigen sich Alexandra Förtsch und Markus Lieb vom - wie Förtsch bekundet - "legendären" Abschlussjahrgang 1987. "Legendär deshalb, weil wir allen in positiver Erinnerung geblieben sind", lacht die Erzieherin. Sie und Markus Lieb, der vielen von seiner Tätigkeit bei der Sparkasse bekannt ist, pflegen ebenfalls noch immer eine gute Freundschaft. Die beiden organisieren regelmäßig sehr gut besuchte Klassentreffen mit ihrer Klasse sowie der Parallelklasse. Einer ihrer Klassenkameraden ist Musicalstar Uli Scherbel, der auch, wenn er es einrichten kann, zu den Treffen kommt. Lieb und Förtsch waren Banknachbarn in der 9. und 10. Klasse und haben sich, wie sie lachend verraten, bei Schulaufgaben gut "ergänzt". Selbst, als sie mal auseinander gesetzt wurden, hatten sie die gleichen Fehler und die gleiche Punktzahl. So etwas nennt man wohl Verbundenheit im Geiste.

Gut belagert ist auch der Pausenhof, wo sich Anna Luise Stöckle und Margareta Welscher ein Eis gönnen. Stöckle war hier von 1972 bis 1976 Lehrerin und unterrichtete Chemie, Biologie und Erziehungskunde. Welscher machte 1971 ihre Mittlere Reife, sodass sie sich um ein Jahr verpassten. Damals wurden Jungen und Mädchen, erzählt Welscher, noch streng voneinander getrennt - nicht nur in den Klassen; sondern auch durch verschiedene Eingänge zur Schule. Überhaupt habe sich das Aussehen der Schule im Vergleich zu damals sehr verändert.

In der Tat staunten viele der Ehemaligen über die topmoderne Schule nicht schlecht. Gerne nutzten diese die Möglichkeit von Führungen durch das Gebäude. Während mache Schulfreundschaften erhalten blieben und man gemeinsam das Treffen besuchte, sahen sich viele Ehemalige erstmals nach langen Jahren wieder. Entsprechend groß war die Wiedersehensfreude. Das komplette Gebäude war erfüllt von Geplauder wie zu Schulzeiten; galt es doch so viel zu erzählen, alte Erinnerungen aufzufrischen und über alte Anekdoten zu lachen. Gerne wurde auch vom reichhaltigen Speisenangebot Gebrauch gemacht.

Autor

Heike Schülein
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Veröffentlicht am:
03. 06. 2019
16:22 Uhr

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Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
03. 06. 2019
16:22 Uhr



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