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Kronach

Frieden zum Mitnehmen

Beim Neujahrsempfang des Dekanats Kronach bekommen Gäste Friedenstaschen. Sie sollen daran erinnern, dass eine Welt ohne Krieg nicht selbstverständlich ist.



Dekanin Dorothea Richter und Präsidiumsmitglied Horst Moser (rechts) überreichen Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein eine Friedenstasche mit der Jahreslosung. Foto: Heike Schülein  

Kronach - Ein schönes Zeichen der Gemeinschaft und Verbundenheit ist der alljährliche Neujahrs-Empfang des evangelischen Dekanats Kronach-Ludwigsstadt. Viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende sowie Ehrengäste folgten auch heuer der Einladung in den Gemeindesaal. In geselliger Runde war hier Zeit für gute Gespräche, Begegnung und Austausch - in freundschaftlicher Atmosphäre und bei allerhand kulinarischen Köstlichkeiten.

Das Präsidiumsmitglied der Dekanatssynode, Horst Moser, hieß die Besucher willkommen. Moser ging in seiner Ansprache auf das Thema Frieden ein. "Frieden ist kein bleibender und gesicherter Wert", verdeutlichte er. Dies gelte im Kleinen wie im Großen. Im Großen nähmen manche große Konzerne aus wirtschaftlichen Interessen Krieg in Kauf; im Kleinen genüge manchmal schon ein falsches Wort zur verkehrten Zeit und der Frieden stehe auf der Kippe. Frieden müsse man daher immer wieder, wie es die Jahreslosung besage, erkämpfen und ihm nachjagen.

Dem schloss sich Kronachs Bürgermeister und stellvertretender Landrat Wolfgang Beiergrößlein, an. "Wir haben diesen Frieden gefunden - und darauf sind wir stolz", bekundete er im Rückblick auf den Beginn seiner Amtszeit. Sein Dank galt beiden Konfessionen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Kirchengemeinden brächten sich aktiv ein und übernähmen Mitverantwortung - beispielsweise als Träger von Kitas, in der Jugend- und Seniorenarbeit sowie im musikalischen Bereich. Aktuell sei das Großprojekt des diakonischen Werks "Ersatzneubau Lucas-Cranach-Seniorenwohnhaus" zu nennen. Größte Anerkennung zollte er gerade auch allen Ehrenamtlichen, die einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität im Landkreis leisteten. Diese stehe vor vielfältigen Aufgaben, wobei es bei alledem stets um Toleranz gehe sowie die Bereitschaft, andere Meinungen zu akzeptieren und unterschiedliche Lösungsvorschläge zu prüfen. Die Prioritätenliste sei ellenlang. "Nur gemeinsam können wir unsere Heimat weiterentwickeln", appellierte er.

Die Nähe im gemeinsamen Glauben stellte auch Regionaldekan Thomas Teuchgräber heraus. Die Taufe sei der Beginn und das wichtigste Sakrament des Christseins. Als Getaufte gelte es voranzuschreiten, einen gemeinsamen Konsens zu finden, Verständnis aufzubringen, seinem Gegenüber auch andere Wege zuzugestehen und denjenigen dabei zu begleiten. Ihm, dem Bürgermeister, den beiden Präsidiums-Mitgliedern Christa Büttner und Horst Moser sowie weiteren Ehrengästen überreichte Dekanin Dorothea Richter Friedenstaschen mit der aufgedruckten Jahreslosung. Stimmungsvoll umrahmt wurden der Empfang und der vorausgegangene Gottesdienst vom Posaunenchor der Christuskirche unter Leitung von Marius Popp.

Zelebriert worden war zuvor ein Gottesdienst von Dekanin Dorothea Richter. Christa Büttner und Horst Moser trugen dabei die Lesung beziehungsweise Fürbitten vor. Die Predigt hielt Pfarrer Günter Förster, Spiritual der Christusbruderschaft in Selbitz. "Das Menschen in Frieden miteinander leben, ist nicht selbstverständlich", bedauerte er. Nicht nur der Krieg raube den Frieden. Auch im Zwischenmenschlichen könne es "Krieg" geben. Die Jahreslosung für 2019 fokussiere uns auf den Frieden. Er sei aller Anstrengung wert, solle gesucht und beim Schopf ergriffen werden, wo auch immer dazu eine Chance bestehe. "Damit wir den Frieden weiter tragen können, brauchen wir ein friedvolles Herz", zeigte sich der Pfarrer sicher. In unseren Herzen tummelten sich die unterschiedlichsten Regungen, Absichten und Gefühle: auch Unfrieden, Neid, Herrschsucht, verletzt sein und Unversöhnlichkeit. Der Friede Christi solle in dieser Regierungsmannschaft die Führung übernehmen - also der Kanzler sein, der die Richtlinien der Politik bestimmt. Da muss dann ein aufbrausendes Gefühl besänftigt, ein vergeltender Gedanke in die Schranken gewiesen werden. Da gelte es, einen sanften Impuls zu verstärken.

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Heike Schülein
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Veröffentlicht am:
27. 01. 2019
17:14 Uhr

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Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
27. 01. 2019
17:14 Uhr



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