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Kronach

Gassi-Gang endet im Knast

Ein Hundebesitzer in Kronach schlägt grundlos zu und wandert dafür jetzt ins Gefängnis. Denn das Vorstrafenregister des Mannes ist lang.



Gassi-Gang endet im Knast  

Kronach - Dass ein prall gefülltes Vorstrafenregister und zwei laufende Bewährungen ungünstige Voraussetzungen sind, um einen anderen mit Schlägen zu traktieren, hat ein 42-jähriger, in Kronach wohnhafter Mann vor dem Amtsgericht erfahren müssen: Scheinbar ohne Grund ging er in der Nacht des 3. November 2018 in Kronach beim Gassi-Gehen mit seinem Hund eine Gruppe junger Leute erst verbal und schließlich auch körperlich an. Dabei prügelte er auf einen der Gruppe ein und verletzte diesen schwer im Gesicht. Wegen Körperverletzung wurde er vom Vorsitzenden Richter Christoph Lehmann aufgrund seiner kriminellen Laufbahn zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten verurteilt.

Der Angeklagte räumte die Tatvorwürfe von Staatsanwalt Daniel Killinger ein: Beim nächtlichen Spaziergang mit seinem Hund sei er auf Höhe einer Bar im Strauer Torweg mit einer Gruppe junger Männer in Streit geraten, da das spätere Opfer nach dem Vierbeiner gegriffen habe. Nachdem seinen Aufforderungen, dies zu unterlassen, nicht Folge geleistet wurde, "habe ich ihm eine gescheuert". Weitere Provokationen aus der Gruppe hätten dann zu einem Faustschlag gegen den Mund des geschädigten 30-Jährigen geführt. Etwas abenteuerlich mutete dabei die Begründung des Beschuldigten für das Vorgehen an: Er habe dadurch den Geschädigten nur vor dem Hund schützen wollen. "Sie knallen dem also eine rein, sodass er Schäden davonträgt, die der Hund so niemals angerichtet hätte", führte der Staatsanwalt die Darstellung ad absurdum. Weiterhin berichtete der Beklagte von einer privat und wirtschaftlich angespannten Situation und einer Suchterkrankung zum Tatzeitpunkt.

Der Geschädigte indes berichtete von einem unvermittelten Ausraster des Angeschuldigten ohne Involvierung des Hundes. "Man konnte ihm die Aggression anmerken. Er hatte einen stierenden Blick", erinnerte er sich. Aus heiterem Himmel habe der 30-Jährige sich dann eine Links-rechts-Kombination eingefangen. Die Folgen: eine Platzwunde an der Lippe, die genäht werden musste, sowie ein Trommelfellriss. Mehrere Tage sei das Opfer nach eigener Aussage arbeitsunfähig gewesen und habe noch heute mit Ohrgeräuschen zu kämpfen.

Letzte Versuche, den Beschuldigten angesichts zweier laufender, zur Bewährung ausgesetzter Strafen und 19 Einträgen in das Bundeszentralregister - davon elf wegen Gewaltdelikte - vor einem Gefängnisaufenthalt zu bewahren, unternahmen sowohl sein Bewährungshelfer als auch der Angehörige einer Suchthilfe-Organisation. Auch, so Verteidiger Stefan Walder, hätte bereits ein Täter-Opfer-Ausgleich stattgefunden und die Zahlung von 500 Euro an das Opfer sei vereinbart worden. "Bei so vielen ungenutzten Chancen ist kein Raum mehr für eine Geldstrafe - auch nicht mit viel Fantasie", erläuterte hingegen der Vorsitzende in seiner Urteilsbegründung.

Autor

Jürgen Malcher
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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
16:00 Uhr

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Jürgen Malcher

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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
16:00 Uhr



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