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Kronach

Gemäuer mit vielen kleinen Hightlights

Die alte Rentei ist ein wahres Kleinod. Zahlreiche historische Besonderheiten begeistern vor allem Kreisheimatpfleger Robert Wachter.



Der Bauausschuss der Bergwerksgemeinde Stockheim informierte sich über den Baufortschritt der Sanierung und des Umbaus der Rentei. Mit im Bild Bürgermeister Rainer Detsch (links), Kreisheimatpfleger Robert Wachter (Dritter von links) und Bauleiterin Kerstin Förtsch (Fünfte von links). Foto: Karl-Heinz Hofmann  

Stockheim - Bürgermeister Rainer Detsch hatte den neu konstituierten Bauausschuss der Bergwerksgemeinde in der ersten Sitzung am Donnerstag zu einer Ortsbegehung zu den wichtigsten und momentan relevantesten Bauprojekten eingeladen. Größte derzeit im Bau befindliche Maßnahme ist die Rentei auf dem ehemaligen Bergwerksgelände. Es handelt sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude welches 1847 errichtet wurde und als Wohn- und Verwaltungsgebäude diente.

Das Gemeindeoberhaupt freute sich, außer den Ratsmitgliedern auch die Bauleiterin, Diplom- Ingenieurin Kerstin Förtsch vom Architekturbüro 3 D Detsch Kronach und Kreisheimatpfleger Robert Wachter als fachkompetente Begleiter der Exkursion begrüßen zu können.

Rainer Detsch stellte eingangs fest, dass man nach bisher ziemlich einem Jahr Bauzeit gut im Finanz- und Zeitplan liege. Das rund auf 2,7 Millionen Euro geschätzte Sanierungsbauwerk wird der Gemeinde Stockheim einen Obolus von rund 300 000 bis 400 000 Euro an Eigenanteil abverlangen. Die Förderung beläuft sich dank der Förderoffensive Nordostbayern des Freistaates Bayern auf circa 90 Prozent der förderfähigen Kosten.

Kreisheimatpfleger Robert Wachter sprach von einer tollen Sache, die dieses Projekt darstelle. "Endlich erhält die über 400-jährige Stockheimer Bergbaugeschichte ein würdiges Domizil, dazu im eigentlich letzten noch authentisch erhaltenen Gebäude des Bergwerkareals", drückte Wachter seine Freude aus. Der Kreisheimatpfleger bedauerte jedoch auch, dass durch die zukünftige öffentliche Nutzung nicht unerhebliche Eingriffe nötig seien. Diese führten zwangsläufig zu einem nicht unerheblichen Verlust originaler Bauteile und Strukturen.

Als große Leistung hebt Wachter hervor, das Gebäude statisch für die neue Nutzung zu ertüchtigen, ein neues Raumkonzept zu integrieren und dabei den Bestand aber immer im Blick zu haben sowie auf ihn Rücksicht zu nehmen. Gut sei auch, dass vorgesehen ist, die markante historische Rundung der Stirnfläche der zentralen Treppenanlage im Inneren, die eine Besonderheit der Rentei war, trotz der notwendigen neuen Treppe wiederherzustellen. Der Kreisheimatpfleger hatte aber auch einige Anregungen. Die weiteren noch vorhandenen historischen Teile und Ausstattungsstücke sollten, so weit als irgend möglich, doch noch in einem Raum integriert oder Teile davon im Inneren präsentiert werden, damit die Historie des Gebäudes besser nachvollziehbar bleibe. Gerade im ersten Stockwerk der Rentei befindet sich im sogenannten "Herrenzimmer" ein Holzfußboden wohl aus der Bauzeit (1847) mit auf Gehrung gelegten Brettbohlen, die so ein interessantes Muster mit mittlerem Spiegelfeld ergeben. Ebenso anschließend in einigen Räumen mitunter Holzfußböden aus der Bauzeit mit extrem breiten Bohlen, die man so heute eigentlich gar nicht mehr bekommt. Wachter regte an, doch zu prüfen, ob gerade dieser Fußboden des "Herrenzimmers" auf dem neuen Belag nicht wieder mit eingebaut beziehungsweise mit diesem integriert oder zusammengefügt werden kann. Das sei, so der Kreisheimatpfleger, gerade in diesem Nordost-Zimmer, aus dem ein großer Vortragsraum werden soll, sicherlich ein besonderes Highlight.

Ebenfalls sollte man dort die auch von hier stammende kassettierte Lamperie, die größtenteils schon ausgebaut und im Bauhof eingelagert wurde, wieder einbauen. Voller Begeisterung stellte Wachter fest, dass das Gebäude außerdem in weiten Teilen noch seine bauzeitlichen Fenster aufweist, die sogar vielfach noch die historischen, mundgeblasenen und gewalzten Gläser von 1847 besitzen. Dies stellt eine besondere Rarität und einen zusätzlichen Wert dar. Es wurde daher von ihm angeregt, ob man ebenfalls in diesem Raum oder auch in einem anderen, wo es passt, vielleicht mindestens drei dieser Fenster erhalten, aufarbeiten und zu Kastenfenstern umbauen könnte.

Da wohl auch alle Putzflächen im Inneren erneuert werden, schlug er vor, die erkennbaren zahlreichen früheren Raumgestaltungen zu dokumentieren, da man so diese Information für die Nachwelt überliefern könne, da sie ansonsten mit der Abschlagung des bauzeitlichen Innenputzes nun unwiederbringlich verloren gehen und somit später nie mehr untersucht werden könnten.

Da wohl ebenfalls die noch aus der Bauzeit stammende Haustüre nicht erhalten werden kann, wurde vom Kreisheimatpfleger vorgeschlagen, sie auf jeden Fall zu sichern und vorzusehen, sie zum Beispiel als Deko-element im Gebäude irgendwo wieder anzubringen, wie beispielsweise in den neuen Gasträumen.

Autor

Karl-Heinz Hofmann
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Veröffentlicht am:
29. 05. 2020
17:26 Uhr

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Karl-Heinz Hofmann

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Veröffentlicht am:
29. 05. 2020
17:26 Uhr



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