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Kronach

Gemeinsam für den Schieferpark

Sechs Landkreise aus Bayern und Thüringen setzen sich mit vereinten Kräften für das Projekt ein. Auch Kronach ist dabei. Das steht nun schwarz auf weiß.



Vertreter von sechs Landkreisen unterzeichneten beim Festakt zu zehn Jahren Geopark Schieferland eine gemeinsame Erklärung zur Zukunft des länderübergreifenden Parks. Das Bild zeigt (von links) Erhard Hildner, Florian Meusel, Klaus Löffler, Dietrich Förster, Hans-Peter Schmitz, Jürgen Hauck, Marko Wolfram, Christine Kober und Oliver Bär. Foto: Martin Modes  

Probstzella/Kronach - Drei Landräte und zwei Landratsstellvertreter aus der bayerisch-thüringischen Grenzregion haben kürzlich in einem Festakt das zehnjährige Bestehen des "Geoparks Schieferland" gefeiert. Auch der Kronacher Landrat Klaus Löffler kam auf Einladung des Saalfeld-Rudolstädter Landrats Marko Wolfram in das "Haus des Volkes" in Probstzella. Die sechs am Geopark beteiligten Landkreise haben damit die Bedeutung gezeigt, die sie dem gemeinsamen Projekt beimessen.

Hintergrund

Getragen wird der Geopark Schieferland von den drei Naturparken, an deren Nahtstelle sich alles um Schiefer, das "blaue Gold" über und unter der Erde, dreht: dem Naturpark Frankenwald, dem Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale sowie dem Naturpark Thüringer Wald. Deren Geschäftsführer Dietrich Förster, Christine Kober sowie Florian Meusel hatten die Veranstaltung organisiert, in deren Mittelpunkt die Geschichte des Geoparks und die begonnene Zertifizierung als nationales Geotop standen.

Bereits am 12. Juli hatte es eine hohe Landrätedichte am Falkenstein an der bayerisch-thüringischen Grenze gegeben. Anlass war auch damals schon der Geopark Schieferland und ein historisches Datum, der 12. Juli 1792. Am 227. Jahrestag des Ereignisses, als der junge Naturforscher Humboldt vom Saalfeldischen ins Bayreuthische gereist war, um dort seinen ersten Posten als Oberbergassessor anzutreten, war die oberfrankenweite Geotour Alexander von Humboldt am Falkenstein eingeweiht worden.

Das Wochenende stand ganz im Zeichen des Schiefers: Die Veranstaltung am Freitag war bereits ein Höhepunkt für die Aktiven und Ehrenamtlichen des Geoparks Schieferland, bei der nicht nur das Jubiläum gefeiert, sondern auch das Wirken Humboldts in der Geopark-Region gewürdigt wurde. Am Samstag wurde in Berlin und in "Humboldts oberfränkischer Hauptstadt" Goldkronach Alexander von Humboldts 250. Geburtstag gefeiert. Schließlich fand am Sonntag anlässlich des Tags des Geotops die Finissage "Jahr des Schiefers" im "Technischen Denkmal Historischer Schieferbergbau Lehesten" statt.


Das Jubiläum nutzten die Landkreisvertreter, um sich in einer Erklärung mit dem Titel "Zehn Jahre Geopark Schieferland: Abenteuer blaues Gold" zur Zukunft des Geoparks zu bekennen. Darin ist zu lesen: "Gemeinsam werden wir uns in unseren Landkreisen Hof, Kronach und Kulmbach in Oberfranken sowie Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt und Sonneberg in Thüringen dafür einsetzen, den Geopark Schieferland entsprechend den Zertifizierungskriterien optimal weiterzuentwickeln und den Einwohnern und Gästen empfehlen zu können."

In seinem Statement zur weiteren Zusammenarbeit sagte der Hofer Landrat Oliver Bär, zugleich Vorsitzender des Geoparks: "Wir wollen das Naturerlebnis vielen Menschen nahe bringen." Er betonte, dass die Zusammenarbeit von sechs Landkreisen und drei Naturparken ein starkes Signal sei. "Es wächst zusammen, was zusammengehört", sagte der Kronacher Landrat Klaus Löffler. "Wir sind auf einem ganz starken Weg - und die Keimzelle dazu liegt hier in Ludwigsstadt im Schiefertafelmuseum." Der stellvertretende Kulmbacher Landrat Erhard Hildner, dem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit seit 30 Jahren auch als Vorsitzendem der Bier- und Burgenstraße am Herzen liegt, erinnerte an die Wirksamkeit touristischer Straßen, damit Regionen besser zusammenzufinden. Beim grenzüberschreitenden Bieranstich auf der Grünen Woche habe man die 30 gemeinsamen Jahre seit der Grenzöffnung in den Mittelpunkt gestellt.

Von Thüringer Seite erinnerte Sonnebergs Landrat Hans-Peter Schmitz an die Bedeutung der Schieferregion. "Von Steinach aus gingen 30 Milliarden Griffel in alle Welt." Und der 1. Beigeordnete des Saale-Orla-Kreises, Jürgen Hauck, nahm den Gedanken Oliver Bärs auf. Man könne Wanderwege und Geologie verknüpfen und so Geologie erlebbar machen.

"Diese Statements ermutigen uns", fasste Landrat Marko Wolfram zusammen, der die Veranstaltung moderierte. "Wir wollen uns jetzt darauf konzentrieren, Strukturen zu schaffen, um mit den Mitteln des Landes die touristischen Angebote zu verbessern und besser zu vermarkten - etwa unsere beiden Nationalen Geotope, den Saalfelder Bohlen und die Schieferbrüche bei Lehesten.

In seiner Festrede lobte Professor Martin Feustel vom Thüringer Umweltministerium die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Geopark. Er erinnerte an die erheblichen Summen aus dem Landeshaushalt, die Thüringen zur "Förderung von Vorhaben zur Entwicklung und zum Erhalt von Geoparks und Geotopen" zur Verfügung stellt. 2018 lag die Summe bei 207 000 Euro und 2019 bei 345 000 Euro. Im Jahr 2020 erhöhe sie sich auf 650 000 Euro.

Autor

Martin Modes
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Veröffentlicht am:
19. 09. 2019
17:14 Uhr

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Martin Modes

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19. 09. 2019
17:14 Uhr



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