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Kronach

Gemeinsames Marketing für die Region

Die sechs Kommunen am Rennsteig wollen zusammen den Tourismus fördern. Vor allem die Unterkünfte und das Radwegenetz hat man dabei im Blick.



Die Rathauschefs der beteiligten Rennsteig-Kommunen unterzeichneten im Beisein von Thomas Luger (hinten, links) die neugefasste Zweckvereinbarung für den Bereich Tourismus (vorne, von links): Gabriele Weber, Peter Klinger, Karin Ritter sowie (hinten) Thomas Löffler (Zweiter von links), Peter Ebertsch und Timo Ehrhardt (rechts). Foto: Heike Schülein  

Ludwigsstadt - Die Gemeindeoberhäupter der sechs Rennsteig-Kommunen haben am Dienstag im Ludwigsstadter Rathaus eine neugefasste Zweckvereinbarung für den Bereich Tourismus unterschrieben. Forciert werden sollen vor allem die Schaffung adäquater Übernachtungsmöglichkeiten sowie der Ausbau des Radwegenetzes.

Die Aktivitäten

Die Marketingaktivitäten der Tourismuszentrale in Ludwigsstadt umfassen insbesondere: die Erstellung und Verteilung von Werbematerialien, die Herausstellung der Rennsteigregion mit ihren Besonderheiten durch Erstellung und Pflege einer gemeinsamen touristischen Homepage für die Region, die Vertretung der Region auf Messen und Sonderveranstaltungen, die Schaltung von Gemeinschaftsanzeigen in den Medien, den Versand von Info-Material sowie das Aufzeigen von Übernachtungsmöglichkeiten. Hinzu kommen die Betreuung von Gästen in den Räumen der Touristinformation und die Abwicklung gemeinsamer Sonderveranstaltungen im Tourismus-Bereich.


Die Kommunen Ludwigsstadt, Reichenbach, Steinbach am Wald, Tettau, Teuschnitz und Tschirn betreiben die gemeinsame Tourismuszentrale "Touristinformation der Fränkischen Rennsteigregion" mit Sitz im Schiefermuseum Ludwigsstadt. Die organisatorisch in die Stadtverwaltung Ludwigsstadt eingegliederte Zentrale übernimmt in erster Linie die Marketing-Aktivitäten im Bereich Tourismus. Die neugefasste Zweckvereinbarung, die rückwirkend zum 1. Januar 2018 in Kraft tritt, ersetzt die bisher geltende aus dem Jahre 2008.

Die Arnikastadt Teuschnitz, das Tropenhaus und das Glasmuseum in Tettau, das Freizeit- und Tourismuszentrum in Steinbach am Wald: Im Tourismus hat sich in den vergangenen Jahren in der Rennsteig-Region viel getan. "Die bisherige Zweckvereinbarung war nicht mehr zeitgemäß, da sie auf die damaligen touristischen Aktivitäten ausgelegt war", erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Rennsteig, Tschirns Bürgermeister Peter Klinger. In der neu auf den Weg gebrachten Vereinbarung könne sich jede der beteiligten Kommunen wiederfinden. Diese stellen der Tourismuszentrale zur Erfüllung ihrer Aufgaben ein Jahres-Budget von 25 000 Euro - bislang waren es 20 000 Euro - zur Verfügung. Getragen wird dieses von der Stadt Ludwigsstadt, der Gemeinde Steinbach am Wald, dem Markt Tettau und der Verwaltungsgemeinschaft Teuschnitz zu jeweils 25 Prozent, also 6250 Euro.

"Unser oberstes Ziel ist ein neuer Anschub der Tourismuszentrale", betonte Klinger. Das Steinbacher Freizeit- und Tourismuszentrum werde Schaufenster der Region; einen Infopunkt werde es in der Arnikastadt Teuschnitz geben. Darüber hinaus dankte er Manja Hünlein, Leiterin der Touristinformation für die Rennsteigregion im Frankenwald, für ihre bisherige "Superarbeit".

Von einer "richtig guten Sache", die mit dem Verein "Rennsteigregion im Frankenwald" auf den Weg gebracht worden sei, sprach Steinbachs Bürgermeister Thomas Löffler. In den Kommunen sei vieles am Laufen - beispielweise die Bemühungen des Tettauer Rathauschefs Peter Ebertsch für einen Wanderweg bis Thüringen. Vieles werde sich auch tun, um den Windheimer Ölschnitzsee attraktiver zu machen, kündigte Löffler an. Im Tagestourismus sei man gut aufgestellt. Um Besucher länger zu halten, bedürfe es adäquater Übernachtungsmöglichkeiten. "Es hakt an der Quantität und Qualität der Gastgeber", verdeutlichte Bürgermeister Timo Ehrhardt. Er verwies auf die Revitalisierung der Jahns-Bräu mit dem Ziel eines neuen Jahnshofes mit Brauerei, Hotellerie und Brauereigaststätte. Man solle auf den Weg Gebrachtes stärken und vollenden, bevor man Neues angehe, schlug Ebertsch in dieselbe Kerbe. Ein Tropenhaus werde auf Dauer ohne Übernachtungsgäste nicht funktionieren, meinte er. Für eine gemeinsame Vermarktung regte er beispielsweise auffällig gestaltete gemeindeübergreifende Wegweiser an.

Gute Perspektiven sahen die Bürgermeisterinnen Karin Ritter aus Reichenbach und Gabriele Weber aus Teuschnitz. Ritter verwies auf das von der Gemeinde erworbene Gebäude Rennsteigstraße 16, in dem Übernachtungsmöglichkeiten entstehen sollen. Vorstellbar seien ein großer Saal als Gemeinschaftsunterkunft sowie Doppelzimmer. Auch im "Schwarzen Kreuz" in Teuschnitz sollen Übernachtungsmöglichkeiten entstehen, kündigte Weber an. Sie würdigte die Marketingaktivitäten als erstes in dieser Form erfolgendes gemeindeübergreifendes Projekt. "Darauf können wir sehr stolz sein", meinte sie. Wichtig sei die Zusammenarbeit mit der Industrie sowie der Initiative "Handwerk und Kultur erleben". Dieser Zusammenschluss der drei Bereiche, die sich hervorragend ergänzten, sei außergewöhnlich. Dem schloss sich Thomas Luger, Vorsitzender des Vereins "Rennsteigregion im Frankenwald", an. Glücklicherweise seien sich die Verantwortlichen in den Kommunen einig. Wichtig sei das Jahns-Bräu-Projekt, betonte Luger. Eine Besonderheit sah er darin, dass eine Industrieregion wie der Frankenwald vom Grundverhalten her nicht unbedingt auf Tourismus ausgelegt sei. Hier touristische Einheiten zu schaffen, stelle eine Herausforderung dar. Bisherige auf den Weg gebrachte Initiativen - wie jüngst die gemeinsame Währung "Rennsteig-Taler" - würden sehr gut angenommen.

Eine weitere vordringliche Aufgabe sah man im Ausbau des Radwegenetzes. Klinger sprach sich für einen Radweg nach Brennersgrün aus, um über Thüringen nach Steinbach zu gelangen. Der Vorteil dabei sei, dass es - im Vergleich zu einem Radweg von Tschirn nach Teuschnitz - keine allzu großen Steigungen gebe. Aus demselben Grund sei ein Radweg von Gifting über Wickendorf nach Reichenbach wichtig, meinte Gabriele Weber. Wie Klinger abschließend betonte, sei das gemeinsame Marketing ein ständiger Prozess, bei dem man nie am Ende sei. Erfreulicherweise gehe schon bald ein weiterer Baustein seiner Vollendung entgegen. So wird im Juli die neue gemeinsame Homepage vorgestellt.

Autor

Heike Schülein
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Veröffentlicht am:
12. 06. 2018
17:20 Uhr

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Autor

Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
12. 06. 2018
17:20 Uhr



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