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Kronach

Gerätehaus kommt aufs "Woller-Gelände"

Die Stadt Wallenfels kauft das brachliegende Areal und schlägt damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Gute Nachrichten gibt es auch zum Ausbau der Lamitztalstraße.



Die Platzsuche war schwierig, aber nun hat man laut Bürgermeister Korn eine gute Lösung gefunden. Das neue Feuerwehrhaus soll auf dem Woller-Gelände entstehen, unweit des Schützenplatzes. Foto: Peter Fiedler  

Wallenfels - Für das neue Wallenfelser Feuerwehrhaus gibt es nun konkrete Pläne. Als Standort verkündete Bürgermeister Jens Korn bei der Bürgerversammlung im Wallenfelser Kulturzentrum das "Woller-Gelände" unweit des Schützenplatzes an. Die Stadt wird das komplette Gelände mit 6000 Quadratmetern erwerben und das Feuerwehrhaus im hinteren Bereich errichten, so der Rathauschef. Das vordere Areal werde nach Abriss der Gebäude weiterverkauft.

Gute Lösungen für schlechte Straßen

Die Beteiligung der Bürger an Kosten für Straßensanierungen war ebenfalls ein Thema in der Wallenfelser Bürgerversammlung. Es gebe Lösungen, schlechte Straßen im Stadtgebiet zu sanieren, ohne die Bevölkerung dafür zu belasten, äußerte sich ein Bürger kritisch zur Strabs. Der Stadtrat werde in der nächsten Klausurtagung dazu eine Planungsgrundlage entwickeln, kündigte Bürgermeister Jens Korn an. In den letzten 20 Jahren wurden wegen der Straßenausbausatzung keine Straßen saniert. Seit diesem Jahr sei die Möglichkeit wiederkehrender Beiträge möglich. In Bayern habe dies noch niemand gemacht, weil damit ein enormer bürokratischer Aufwand notwendig wird. In einer gesonderten Versammlung soll über diese Thematik diskutiert werden.

 

Der Standort habe hochwasserfrei sein müssen, erläuterte Korn die schwierige Suche nach einem geeigneten Standort. Dies habe die Auswahl stark einschränkt. Mit dem Neubau auf dem "Woller-Gelände" beseitige man nicht nur eine Brache, man könne nun auch einem Interessenten aus der Wirtschaft helfen. Eine Arbeitsgruppe aus Feuerwehr und Stadtrat habe bereits ein Raumkonzepte entwickelt. "Wir werden nächstes Jahr konkret in die Planungen einsteigen", betonte Bürgermeister Jens Korn.

 

Der Bürgermeister hatte aber noch eine weitere erfreuliche Nachricht im Gepäck: Für den Ausbau der Lamitztalstraße erhalte die Stadt einen Zuschuss von 90 Prozent, so Korn. Bei einem Volumen von 2,1 Millionen Euro sei diese hohe Förderung äußerst willkommen. Wallenfels müsse nun bei diesem Vollausbau nur noch halb so viel Kosten tragen wie bei einer nicht bezuschussbaren Straßendeckensanierung. Dazu zähle etwa die Asphaltierung des Flößerplatzes. Momentan würden die Rodungsarbeiten durchgeführt, im kommenden Frühjahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Die Lamitz werde dabei nicht begradigt. Allerdings sei dort der Biber nach wie vor ein Problem. Der Lamitzpfad, für den Wallenfels zuständig ist, werde durch die Dämme des Nagers öfters überschwemmt. Dies führe zu einigen Kosten für die Stadt. Auch an der Floßstrecke mache der Biber Probleme.

In seinem Rückblick zeigte der Rathauschef dann viele Entwicklungen und Projekte des vergangenen Jahres auf. Zudem gab er einen Ausblick auf künftige Maßnahmen. Es gehe vor allem darum, den Bevölkerungsrückgang zu stoppen und die Attraktivität Wallenfels' als Wohnort zu stärken. So sollen Arbeitsplätze gesichert und Perspektiven aufgezeigt sowie Angebote für alle Generationen geschaffen werden. Seit 2011, wo man noch 2863 Einwohner zählte, sei Wallenfels geschrumpft. Heute zähle man noch 2774 Einwohner. Allerdings verlangsame sich der Trend seit 2014 , denn seitdem verlor Wallenfels nur zwölf Einwohner. Pro Jahr kommen etwa 20 kleine Wallenfelser zur Welt. 1964, dem geburtenstärksten Jahr in Deutschland, habe es noch 80 Geburten in der Stadt gegeben. Die Infrastruktur müsse sich an diese Entwicklung anpassen, so Korn. "Unser Ziel ist es, mehr Leute anzuziehen und die Geburtenrate anzuheben." Deshalb werde auch viel in Betreuungsangebote investiert.

Nach einem Schuldenhöchststand 2012 mit 7,6 Millionen Euro sei die Verschuldung auf 6,04 Millionen Euro zurückgegangen. Wallenfels sei also sehr sparsam gewesen. Freiwillige Leistungen etwa habe man nahezu komplett zurückgefahren. In diesem und im kommenden Jahr sei der Haushalt "auf Kante genäht" und nur schwer finanzierbar. 2015 und 2016 habe es noch gute Gewerbesteuereinnahmen gegeben. Heuer seien diese allerdings wieder deutlich zurückgegangen. Nun würden die Schlüsselzuweisungen aus München wegen der beiden sehr guten Jahre erheblich geringer ausfallen. So müsse man mit geringeren Einnahmen leben. 2017 rettete sich die Stadt mit alten und noch nicht gebrauchten Kreditermächtigungen. 2018 werde nun aber ein ganz schwieriges Jahr, betonte der Rathauschef.

Ein Bürger sprach danach die schwierige Situation für Tischtennisspieler in Wallenfels an. Es mangle an Räumen. Dies könne nicht so schnell gelöst werden, machte Korn klar. Man solle sich bis 2021 gedulden.

Thema in der Bürgerversammlung war zudem die Praxis Dr. Staffelt, die derzeit geschlossen ist. Er mache sich erhebliche Sorgen, erklärte Bürgermeister Korn auf Nachfrage. Gerne hätte er geholfen, aber es sei sehr schwierig. Eine Bürgerin ärgerte sich auch über Bauschutthalden einer Abbruchfirma im Stadtbereich.

Reinhard Müller-Gei bedankte sich seitens der Bürgerschaft bei der Stadt und Bürgermeister Korn. Letzterer habe in den vergangenen drei Jahren in ruhiger und sachlicher Weise zahlreiche Projekte angestoßen und konnte mit dem Stadtratsgremium viel bewegen. Am Ende gab es für Korn und Stadtrat reichlich Applaus.

 
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Rainer Glissnik
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Veröffentlicht am:
08. 12. 2017
14:39 Uhr

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Rainer Glissnik

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08. 12. 2017
14:39 Uhr



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