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Kronach

Große Diskussion um Wohn- und Parkraum

Der Bauausschuss berät über "schwierige Fälle". Mancherorts geht es um die Art der Fenster, an anderer Stelle um rar gesäte Parkplätze.



Diese grüne Oase eines Anwesens im Kronacher Stadtgraben wollen die Mitglieder des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses unbedingt erhalten. Auch aus Verkehrssicherheitsgründen sollen hier keine weiteren Parkplätze auf dem Anwesen zugelassen werden. Ein Gebotsschild weist daraufhin dass es sich um einen Fußgänger- und Radweg handelt und nur zu drei Anwesen eine Zufahrt gestattet ist. Foto: Karl-Heinz Hofmann  

Kronach - Mit einigen schwierigen Fällen musste sich der Kronacher Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschuss in seiner jüngsten Sitzung befassen. Zum Beispiel mit einem Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Garage in der Alten Ludwigsstädter Straße. Stadtplaner Daniel Gerber gab zu bedenken, dass das Bauvorhaben aus städtebaulicher Sicht zu weit von der bestehenden Hofstelle (35 Meter Entfernung) geplant sei und somit zersiedelnden Charakter habe. Zur Wasserversorgung wäre zudem die Installation eines Zählerschachtes notwendig. Die Entwässerung mache zudem im Falle einer Grundstücksteilung einen überlangen Hausanschluss notwendig, so Gerber.

Laut Architekturbüro ist ein Einfamilienhaus mit Erdgeschoss und Dachgeschoss geplant. Der Standort ergibt sich aus den erforderlichen Mindestabständen zur Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes. Hier sind in Richtung Osten und Südosten mindestens 25 Meter Abstand einzuhalten. Ein Schreiben des Bayerischen Bauernverbandes über die Genehmigungsfähigkeit lag vor, da es sich um eine Baumaßnahme im Außenbereich handelt. Das Grundstück ist erschlossen, weil sich bereits Wohn- und Nutzungsgebäude darauf befinden. Die Erschließung soll über die bestehenden Leitungen erfolgen.

Die von Bernd Liebhardt (CSU) vorgebrachte Anregung, die entstehende Lücke mit Bäumen und Eingrünung zu bepflanzen, fand allgemeine Zustimmung im Gremium. Angela Degen-Madaus (FL) zum Beispiel fand die Idee sehr gut. Hans Simon (SPD) meinte, es wäre widersinnig, das Haus näher an die Bahnlinie zu rücken. Auch Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein konnte, unter Berücksichtigung dieser Anregung, dem Antrag zustimmen. Das Gremium erteilte schließlich das gemeindliche Einvernehmen unter Auflage einer Begrünung im Bauplan.

Die Stadt braucht dringend Wohnraum, aber ebenso dringend auch Park- und Stellplätze. Dennoch erteilte man einem Antrag auf Errichtung von vier Stellplätzen in einem Anwesen im Stadtgraben eine Absage. Laut Stadtverwaltung verfügt das Anwesen im Stadtgraben derzeit über drei Wohneinheiten. Es werde in Erwägung gezogen, eine zusätzliche Wohneinheit im Dachgeschoss zu schaffen. Abzüglich des fiktiven Bestandes von sechs Stellplätzen müsste ein weiterer Stellplatz geschaffen werden. Eine Schaffung von vier Stellplätzen, wie im Plan vorgesehen, sei aber aufgrund stark eingeschränkter Sicht- und Platzverhältnisse auf dem Grundstück sowie der geringen Wegbreite in der Realität nicht möglich. Einer Reduzierung auf jeweils eine Stellfläche nördlich und südlich des Hauseingangs könnte nach Einschätzung der Verwaltung zugestimmt werden. Allerdings mit Auflagen: Abbau des Zaunes, Beseitigung der Thujahecke auf der gesamten Länge, Beseitigung aller anderen sichtbeeinträchtigenden Pflanzen und baulichen Anlagen und keine Zu- oder Abfahrt über den südlichen Teil des Stadtgrabens Richtung Weka.

Energisch lehnte Wolfgang Hümmer (CSU) eine Zustimmung ab. In unmittelbarer Nähe befinde sich ein Spielplatz, der Weg sei eng und werde rege von Fußgängern, Radfahrern Kindern und Senioren genutzt. Außerdem handle es sich um ein grünes Kleinod und Naherholungsgebiet mitten in der Stadt. Dem schlossen sich Angela Degen-Madaus und Tino Vetter (FW) an. Für Hans-Georg Simon (FW) war dagegen die Verwirklichung von zwei Stellplätzen aufgrund der Gleichbehandlung möglich. Die Verkehrssituation sei anderswo auch schwierig. Bernd Liebhardt hatte zwar Verständnis für den Wunsch nach Stellplätzen, lehnte sie aber an diesem Standort wegen des großen zusätzlichen Gefahrenpotenzials ab. Bürgermeister Beiergrößlein plädierte aus Gleichbehandlungsgründen für zwei Stellplätze, eine Verkehrsgefährdung sei überall gegeben. Bernd Liebhardt meinte, man würde zusätzlich ordnungsrechtliche Probleme schaffen in dieser ohnehin schon verzwickten Lage. Winfried Lebok sah keine Veranlassung, weitere Parkplätze zu schaffen. Schließlich stimmte das Gremium mit 3:5 dagegen.

Dem Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelcarport und Geräteraum im Ruppenweg wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Als Auflage beschied man jedoch einen Farb- oder Materialwechsel zwischen Erd- und Obergeschoss, damit sich das Objekt besser in das Umfeld einfüge. "Auf der Schütt" will ein Bauherr die bestehenden Kunststofffenster erneuern. Da das Gebäude in der Oberen Stadt liegt, lehnt die Verwaltung den Einbau von Kunststofffenstern jedoch ab. Stattdessen sollten Holzfenster eingebaut werden. Das Thema soll nun zur Beratung an das Amt für Denkmalpflege weitergeleitet werden. Dabei solle auch eine Förderung geprüft werden.

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Karl-Heinz Hofmann
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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
18:10 Uhr

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Karl-Heinz Hofmann

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
18:10 Uhr



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