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Kronach

Große Ehre für Floßvereine

Der Landeskundepreis des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege geht nach Kronach. Für den 4. August ist die festliche Übergabe geplant.



Gemeinsam zeigten die vier heimischen Floßvereine beim "Tag des offenen Denkmals" auf dem Main im Jahre 2008 mit einem 70 Meter langen "Hallstadter Stück" Flagge. Foto: Gerd Fleischmann  

Kronach - Erfreuliche Nachricht aus München für die vier Floßvereine des Landkreises Kronach: Sie erhalten am Sonntag, 4. August, bei der Flößerkirchweih am Flößermuseum in Unterrodach den Landeskundepreis. Er wird in zweijährigem Turnus vom Arbeitskreis Landeskunde und Kulturlandschaft im Bayerischen Landesverein für Heimatpflege verliehen. Damit sollen herausragende Arbeiten und Leistungen, die der Kenntnis und Wahrung des natürlichen und kulturellen Erbes in Bayern dienten, gewürdigt werden. Die diesjährigen Preisträger sind die Floßvereine des Frankenwaldes aus Wallenfels, Unterrodach, Friesen und Neuses.

Die Floßvereine sind die vornehmlichen Träger und Vermittler der Flößerei, die über acht Jahrhunderte hinweg die Kulturlandschaft der Region geprägt hat, heißt es in der Begründung des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Die Floßvereine vermitteln dieses historische Gewerbe anschaulich und publikumswirksam über regelmäßig stattfindende Floßfahrten, aber auch durch den Betrieb musealer Einrichtungen wie etwa dem Flößermuseum Unterrodach oder den Friesener Flößerstuben - Alfons-Geiger-Dorfmuseum. Zudem haben sich die Floßvereine des Frankenwaldes aktiv an der denkmalkundlichen Erfassung der historischen Kulturlandschaft der Flößerei beteiligt. An die 800 Jahre prägte Flößerei den Frankenwald. Sie ist schon längst Geschichte geworden, und doch spricht man heute noch voller Achtung von den Leistungen der Flößer, deren Leben geprägt war von einem Kräfte zehrenden Überlebenskampf. Die Arbeit formte den Charakter der Menschen. Abgehärtet durch die schwere Arbeit, mutig und kühn, rau nach außen, aber mit einem guten Herzen , so werden die Frankenwaldflößer heute rückblickend beschrieben. Mit Gottvertrauen, Genügsamkeit und Zufriedenheit überstanden sie oft schwierige Zeiten. Wer arm war, blieb es ein Leben lang. Nur wenige schafften den Aufstieg und hatten es bis zum Floßherrn gebracht, der Wald und Äcker besaß. Die meisten waren Knechte, die magere Ziegen großzogen und ein Schwein, die jahraus, jahrein ihre Kartoffelklöße und Milchsuppe oder Zwetschgenmus aßen und wenn Feiertag war auch mal etwas Fleisch.

Beispielhaft halten die vier Floßvereine zusammen und bewahren voller Einsatzfreude das Erbe ihrer Vorfahren. Spektakulär waren die letzten beiden großen Floßfahrten 1988 auf dem Rhein anlässlich des 700-jährigen Düsseldorfer Stadtjubiläums sowie 2008 zum Denkmalstag auf dem Main mit einem 70 Meter langen "Hallstadter Stück" von Kemmern nach Bischberg.

Ein großer Förderer der heimischen Flößervereine ist Hauptkonservator Thomas Gunzelmann aus Zapfendorf. Er ist Vorsitzender des Arbeitskreises Landeskunde und Kulturlandschaft im Bayerischen Landesverein für Heimatpflege. Gunzelmann wird zur Übergabe des Landeskundepreises am 4. August im Bereich des Unterrodacher Flößermuseums die Laudatio halten.

Autor

Gerd Fleischmann
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Veröffentlicht am:
07. 07. 2019
13:58 Uhr

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Gerd Fleischmann

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Veröffentlicht am:
07. 07. 2019
13:58 Uhr



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