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Kronach

Hoher Gast beim AWO-Geburtstag

Landesvorsitzender Thomas Beyer kommt nach Kronach. Zum Jubiläum der Arbeiterwohlfahrt wird er auch kritisch zu aktuellen Themen sprechen.



Thomas Beyer   » zu den Bildern

Kronach - Der AWO-Kreisverband Kronach feiert das Jubiläum 100 Jahre Arbeiterwohlfahrt und kann sich dabei über den Besuch des bayerischen Landesvorsitzenden Thomas Beyer aus Nürnberg freuen. Die öffentliche Veranstaltung findet am morgigen Mittwoch, 9. Oktober, um 19 Uhr in der Veranstaltungsscheune des Café Kitsch in Kronach statt.

Der Besuch Beyers kam auf Vermittlung der Kronacher Rechtsanwältin und SPD-Bürgermeisterkandidatin Sabine Gross zustande, die noch immer den Kontakt zu ihrem ehemaligen Studienkollegen Thomas Beyer pflegt. Dabei kam die Idee auf, sich einmal in Kronach mit den aktuellen sozialen Problemen und Herausforderungen zu beschäftigen. Das Jubiläum des Sozialverbands Arbeiterwohlfahrt bietet einen willkommenen Anlass dazu.

Thomas Beyer ist ein in Bayern profilierter und erfahrener Sozialexperte. Nach seinem Jurastudium war er von 1998 bis 2013 als Rechtsanwalt tätig. Von 2003 bis 2013 gehörte er dem Landtag an und war dort ab 2006 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und deren wirtschaftspolitischer Sprecher. 2013 wurde er dann als Professor für Recht in der Sozialen Arbeit mit den Schwerpunkten Sozialwirtschaft, Recht der Bildung, Recht der Inklusion an die sozialwissenschaftliche Fakultät der Technischen Hochschule Nürnberg berufen.

Seit 2004 ist er Landesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in Bayern und seit 2012 sogar stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums des AWO-Bundesverbandes. Darüber hinaus war er von 2011 bis 2013 Sprecher der Nationalen Armutskonferenz und ist seit Oktober 2014 Präsidiumsmitglied des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge.

Vor 100 Jahren wurde die Arbeiterwohlfahrt als soziale Selbsthilfeorganisation von Marie Juchacz gegründet. Aus ihrer Idee wurde einer der größten Sozialverbände Deutschlands mit heute über 300 000 Mitgliedern und 200 000 Beschäftigten. Darüber hinaus kämpfte Marie Juchacz damals für die Gleichberechtigung der Frauen. Am 19. Februar 1919 hielt sie in der verfassungsgebenden Nationalversammlung in Weimar eine denkwürdige und damals viel beachtete Rede - es war die erste Rede einer Frau in der deutschen Parlamentsgeschichte. Sie plädierte in eindrucksvoller Weise für Gleichberechtigung, Demokratie, Frieden und allgemeine Volksbildung - auch der Arbeiterschaft. Im selben Jahr fanden die ersten freien, gleichen und geheimen Wahlen in Deutschland statt, bei denen auch das Wahlrecht für Frauen eingeführt wurde.Marie Juchacz wurde als Parlamentarierin in die verfassungsgebende Nationalversammlung gewählt.

In ihren Anfängen war die Arbeiterwohlfahrt kein eigener Verband, sondern eine Unterorganisation der SPD. Bei der Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die AWO dann als parteiunabhängiger Wohlfahrtsverband ins Leben gerufen. Neben seiner sozialen Arbeit verstand dieser sich immer auch als politischer Sozialverband, der sich aktiv für die grundlegende Beseitigung von gesellschaftlichen und sozialen Missständen einsetzt.

In seiner Rede in Kronach wird Thomas Beyer den Bogen von der Geschichte der Arbeiterwohlfahrt sowie von Marie Juchacz und der Emanzipation der Frauen in Gesellschaft und Politik zu den heutigen Fragen des Sozialstaates spannen. Denn noch immer bestehen große Herausforderungen wie Chancen- und Lohngerechtigkeit, steigende Mieten und Lebenshaltungskosten oder die zunehmende Altersarmut.

Im Landkreis Kronach leistet die Arbeiterwohlfahrt eine vielfältige und generationenübergreifende soziale Arbeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten Fahrten zur Kindererholung mit zu den wichtigsten Aktivitäten. 1989 übernahm der AWO-Kreisverband vom Verein für Frühpädagogik drei Kindergärten in der Stadt Ludwigsstadt, von denen heute noch die Einrichtungen in Ebersdorf und Lauenhain in der Trägerschaft des AWO-Bezirksverbandes Ober- und Mittelfranken geführt werden. Dieser ist auch Träger des sozialpsychiatrischen Dienstes sowie des Wohnheims "Haus am Rosenberg" für psychisch kranke Menschen - wichtige Einrichtungen, die jedoch aufgrund ihrer vertraulichen Arbeit weniger in der Öffentlichkeit stehen.

Daneben gibt es auch zahlreiche Einrichtungen, die ausschließlich ehrenamtlich von den Mitgliedern und Ortsvereinen aufrechterhalten werden, informiert Kreisvorsitzender Bernd Seitz. So die Kleiderkammer in Ludwigsstadt und der Laden "FinnWas" in Tettau, dessen Erlös für gemeinnützige Zwecke in der Region gespendet wird.

Die AWO bietet Aktivitäten vom Kinder- bis in den Seniorenbereich. Eine feste Einrichtung ist die Sommerfreizeit für Kinder, die jährlich im Jugendwaldheim Lauenstein angeboten wird. Sie bietet ein interessantes Programm, das den Kindern neben viel Spaß auch die Themen Wald und Holz nahebringe. Gleichzeitig werden damit auch die Eltern unterstützt, die oftmals dringend Betreuungsangebote für die Kinder in den Ferien benötigten.

Die AWO bietet weiterhin Seniorenarbeit in Ludwigsstadt, organisiert durch Sieglinde Grüdl, und Windheim, wo es seit vielen Jahren eine von Simone Köhler geleitete Gymnastikgruppe gibt. Das neue Angebot des Generationentreffs "Kaffeekränzchen mit Selbstgebackenem" im Gemeindehaus Ebersdorf wird von der Bevölkerung hervorragend angenommen und hat sich zu einem richtigen Treffpunkt im Ort entwickelt, berichtet Günter Martin vom dortigen AWO-Ortsverein. Der Erlös wird dem Kindergarten gespendet, wie es die Seniorengruppe des Ortsvereins seit vielen Jahren praktiziert. Dies zeigt die Wertschätzung der Menschen im Alter und fördert den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Daneben wirkt die AWO auch im Jugendhilfeausschuss, Bündnis familienfreundlicher Landkreis und im Kreisjugendring mit. vz

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Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
22:16 Uhr

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07. 10. 2019
22:16 Uhr



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