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Im Herzen immer Kumpel

Zahlreiche Passanten säumten die Straßen, die Kirche war überfüllt und bei der bergmännischen Weihnachtsmarkt brandete Applaus auf. In Stockheim versteht man sich auf Traditionspflege.



Eindrucksvoll die Bergparade anlässlich der Stockheimer Barbarafeier vor einer großen Zuschauerkulisse im Bereich des bergmännischen Weihnachtsmarktes. Für die Musik sorgte die Bergmannskapelle Stockheim. Fotos: Gerd Fleischmann   » zu den Bildern

Stockheim - Die diesjährige Barbarafeier verbunden mit der Mettenschicht des Knappenvereins Stockheim und Umgebung ist am Samstag erneut ein eindrucksvolles Bekenntnis zur bergmännischen Tradition gewesen. Ehemalige Bergleute aus Recklinghausen, Lehesten, Issigau, Goldkronach und Reichenbach zeigten in ihrem Knappenkleid in Stockheim Präsenz. Und im überfüllten Gotteshaus St. Wolfgang - was ja heutzutage Seltenheitswert hat - gedachte man in ehrender Weise der heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute.

Von der ehemaligen Lampenstube aus dem Jahre 1920 marschierten die Knappen zu den Klängen der Bergmannskapelle unter der Stabführung von Matthias Friedrich mit den Ehrengästen, den örtlichen Vereinsabordnungen im Lichterschein von Lampen und Fackeln zu abendlicher Stunde in das Gotteshaus St. Wolfgang. Und es gab vor einer großen Zuschauerkulisse spontanen Beifall im Bereich des bergmännischen Weihnachtsmarktes.

Der Gesangverein "Liederkranz" Haig mit Thomas Detsch sowie Organist Michael Lutz umrahmten eindrucksvoll den Festgottesdienst, der für alle zu einem vorweihnachtlichen Erlebnis wurde. Pfarrer Hans-Michael Dinkel erinnerte im Beisein von Diakon Konrad Funk an die harte, gefahrvolle Arbeit der ehemaligen Bergleute. Die heilige Barbara habe ihr tapferes Bekenntnis zum Christentum in Kleinasien vor 1700 Jahren mit ihrem frühen Tod bezahlt.

Nach dem Auftritt der heiligen Barbara (Antonia Renk) erinnerte Vorsitzender Heiko Eisenbeiß im Saal der "Alten Zeche" an die einst harte Arbeit der Bergleute unter Tage. Vor einem Jahr hieß es im Ruhrgebiet "Schicht im Schacht" und die letzte der einstmals 173 Zechen sei geschlossen worden. Damit sei endgültig das Kapitel "Steinkohlenbergbau" in Deutschland beendet worden. Allerdings werde nach wie vor das Erbe der Vorfahren hochgehalten, so auch in Stockheim. Eisenbeiß, der besonders den ehemaligen Stockheimer 91-jährigen Bergmann Helmut Kestel aus dem 500 Kilometer entfernten Wenden im Ruhrgebiet sowie den evangelischen Geistlichen Michael Foltin begrüßte, appellierte an die Anwesenden, auch zukünftig zur bergmännischen Tradition zu stehen. In diesem Sinne äußerte sich auch Landesvorstandsmitglied Reinhard Hertel aus Reichenbach.

Bürgermeister Rainer Detsch würdigte die Bemühungen von Knappenverein und Bergmannskapelle sowie vom Förderverein Bergbaugeschichte, die bergmännische Tradition am Leben zu erhalten. Mit der Sanierung der bergmännischen Rentei aus dem Jahre 1847 hätten sich völlig neue Chancen für Stockheim ergeben. Rainer Detsch: "Lassen wir unsere eigene Geschichte nicht in Vergessenheit geraten. Lasst uns unserer großen Geschichte den entsprechenden Raum geben. Machen wir sie erlebbar für unsere Kinder und Enkel. Nehmen wir mit Kraft und Mut die Herausforderungen der Gegenwart an."

Wie Landrat Klaus Löffler ausführte, sei die Sanierung der bergmännischen Rentei ein großer Glücksfall für Stockheim! Schließlich habe der Bergbau die Menschen im Haßlachtal und darüber hinaus über Jahrhunderte geprägt. Deshalb sei es so wichtig, die örtliche Geschichte für die zukünftigen Generationen lebendig zu erhalten. "Denn Heimat ist nicht nur ein Ort, Heimat ist auch ein Gefühl."

In diesem Zusammenhang dankte der Landkreischef Stockheims Bürgermeister Rainer Detsch für seinen bemerkenswerten Einsatz um die Erhaltung der bergmännischen Tradition.

Weitere Dankesworte richtete der Landrat an Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann, der seit 60 Jahren mit großem Engagement an vielen Fronten für die Pressearbeit zuständig war und ist. In diesem Zusammenhang würdigte Vorsitzender Eisenbeiß die langjährige Unterstützung durch den Ortsheimatpfleger, der nicht nur drei bedeutsame Bücher für die Wirtschaftsgeschichte, sondern auch zehn Festschriften für die örtlichen Vereine ehrenamtlich konzipiert hat.

Für Unterhaltung sorgte zum Abschluss der Mettenschicht in schwungvoller Weise die Bergmannskapelle Stockheim.

Autor

Gerd Fleischmann
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Veröffentlicht am:
09. 12. 2019
13:00 Uhr

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Gerd Fleischmann

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Veröffentlicht am:
09. 12. 2019
13:00 Uhr



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