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Kronach

Immer noch viel Zündstoff

Die Brandschützer in Steinwiesen haben ein schwieriges Jahr hinter sich. Vorsitzender Lukas Richter sieht sich ungerechtfertigter Kritik ausgesetzt und kündigt seinen Rücktritt an.



In Steinwiesen hat es im April 2017 gebrannt. Im Nachgang des Einsatzes kam es offenbar zu Kritik in der Gemeinde. Foto: Archiv / Bianca Hennings  

Steinwiesen - Bei der Feuerwehr Steinwiesen brodelt es. Zunächst führte Vorsitzender Lukas Richter in der jüngsten Hauptversammlung aus, dass der Verein, der derzeit 113 Mitglieder zählt, etwa 20 Termine wahrgenommen und an allen Kirchenparaden teilgenommen habe. Das Sommerfest habe man wieder auf dem Marktplatz abgehalten, hier dankte Richter allen Helfern und Spendern. Im Anschluss gab Richter allerdings bekannt, dass er sich aufgrund seiner beruflichen Entwicklung und der großen Kritik in letzter Zeit im nächsten Jahr nicht mehr zur Wahl als Vorsitzender antreten werde. Sollte sich jemand bereit erklären, den Posten sofort zu übernehmen, würde er sogar gleich zurücktreten, so Richter. Ansonsten sollte bis zur Wahl 2019 ein neuer Vorsitzender gefunden werden.

Knutfest am Freitag

An diesem Freitag findet das Knutfest unter der Regie der Feuerwehr ab 17 Uhr am Pfarrberg statt.

 

Kommandantin Kerstin May gab einen Überblick über die Einsätze im vergangenen Jahr. Demnach leistete die aktive Wehr 41 Einsätze mit insgesamt 1815 Stunden ehrenamtlichem Dienst, außerdem habe man rund 30 Übungen und Ausbildungsveranstaltungen mit insgesamt 800 Stunden absolviert. May ging auf das in 2017 beschlossene Fahrzeugkonzept ein. Es wurde bereits eine Fahrzeugvorführung der Firma Magirus durchgeführt und ein LF 10 EC Line mit Allrad-Fahrgestell begutachtet. Zusammen mit dem gesucht und gefundenen Ausschreibungspartner der Feuerwehr Großheirath sowie der Feuerwehr Pullenreuth werden in Kürze drei baugleiche LF 10 ausgeschrieben. Es wäre wünschenswert, wenn von der Kreisbrandinspektion auf Landkreisebene eine Art Fahrzeugbeschaffungsbörse eingerichtet werden könnte, so May. Die nächste Ersatzbeschaffung werde dann für den über 30 Jahre alten Rüstwagen sein, hier sei ein LF 10 mit Hilfeleistungssatz angedacht. Das TLF wird nach über 30-jähriger Einsatzzeit als letztes ersetzt werden, hier sei ein TLF 3000 im Gespräch.

 

Das Ziel für 2018 sei, die Mitgliederzahl zu erhöhen, verkündete Kommandantin Kerstin May. Man wolle anstatt einer Spendensammlung für das neue Fahrzeug eine Werbeaktion für Fördermitglieder starten. "Es wäre schön, wenn aus jedem Haushalt ein Mitglied gewonnen werden könnte und so jeder einen freiwilligen Beitrag zur Erhaltung des Feuerwehrwesens in Steinwiesen leisten würde", so die Kommandantin. Mit nur 30 Euro im Jahr könne man so die Arbeit der Feuerwehr unterstützen.

May ging dann auch nochmal auf den Großbrand Anfang April in der Ortsmitte Steinwiesens ein, bei dem - trotz allen Einsatzes - ein Mensch ums Leben kam. Der Brand sei bereits so weit fortgeschritten gewesen, dass man den Innenangriff habe abbrechen müssen. Allerdings sei erst bei den Nachlöscharbeiten klar geworden, dass der Ort knapp einer noch größeren Katastrophe entgangen war. Im Gebäude hätten sich 14 Gasflaschen befunden, so May. Nur dem schnellen Löschangriff sei es zu verdanken gewesen, dass nicht noch mehr passiert sei. Doch es gebe immer Kritik. Manchen sei es von der Alarmierung bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte zu langsam gegangen. Tatsache sei, dass der Alarm um 16.51 Uhr erfolgte. "Bei einem Eintreffen am Einsatzort um 16.56 Uhr bleibt keine große Verbesserungsspanne", betonte sie. May dankte noch einmal den vielen Helfern, die mit Worten, Taten, Kaffee und Getränken und kleinen Brotzeiten ihrer Feuerwehr den Rücken gestärkt hätten. "Und mit den wenigen ,Besserwissern' muss man halt leben."

Bürgermeister Gerhard Wunder betonte, dass die Gemeinde hinter der Arbeit der Feuerwehr stehe. Zum angekündigten Amtsverzicht des Vorsitzenden meinte er, dass es ein wenig traurig stimme, wenn jemand nicht mehr zur Wahl antreten wolle, man sollte doch miteinander reden können. Wer mit dem Herzen bei einem Verein sei, der bleibe auch dabei, egal ob aktiv oder passiv. In Bezug auf die neuen Fahrzeuge, die in angeschafft werden sollen, gab er zu bedenken, dass man zwar die besten Geräte kaufen könne, "aber ohne Personal nutzt das beste Fahrzeug nichts", so Wunder.

Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger lobte die Einsatzbereitschaft der Steinwiesener Wehr. Er ging insbesondere auf die schnelle Einsatzfähigkeit der Truppe ein. Man solle sich nicht von den wenigen Personen schlecht reden lassen. "Ihr könnt stolz auf euch sein", sagte Ranzenberger. Bei 41 Einsätzen im vergangenen Jahr sei man rein statistisch fast jede Woche einmal ausgerückt. Dies sollte auch von der Politik und der Bevölkerung mehr anerkannt werden.

Der neue Atemschutzleiter Mattias Prockl gab einen Überblick über die Atemschutztruppe. 16 Atemschutzgeräteträger hätten 14 Übungen absolviert. Bei vier Einsätzen seien sie gefordert gewesen. Mit Marcel Manzer habe man zudem einen neuen Geräteträger in die Truppe integriert.

In Vertretung des Jugendwarts Marcel Manzer erinnerte dessen Stellvertreter Dominik Welscher an das abgelaufene Jahr. Die Anzahl der Jugendlichen bezifferte er auf zehn. Mit Dominik Kopp habe ein Jugendlicher in die aktive Wehr gewechselt. Die Einsatzübung der Jugendfeuerwehren des Inspektionsbereiches habe 2017 in Birnbaum stattgefunden. Über die Finanzen berichtete Andreas Klinger.

Autor

Susanne Deuerling
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Veröffentlicht am:
16. 01. 2018
13:54 Uhr

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Autor

Susanne Deuerling

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2018
13:54 Uhr



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