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Kronach

Informieren, beraten, unterstützen

Ein Regionalnetzwerk möchte die Nahversorgung verbessern. Dabei helfen auch die Mitarbeiter einer Einrichtung in Kronach.



Kronach - Nahversorgung sicherstellen: Das hat sich das Regionalnetzwerk Oberfranken Offensiv zur Aufgabe gemacht. Dafür betreibt es das Demographie Kompetenzzentrum in Kronach. "Wir sind informierend, und wenn möglich auch mit Projekten unterstützend zur Stelle", erklärt Frank Ebert, Geschäftsführer von Oberfranken Offensiv, auf Nachfrage der Neuen Presse .

Die geringe Bevölkerungsdichte in Teilen Oberfrankens stellt besondere Anforderungen an Nahversorgung und Logistik. Die Einwohnerzahl, auch im Frankenwald schwindet und somit die Kunden von Bäckern, Metzgern, aber auch von Supermarkt-Ketten. Doch die Nahversorgung muss auch wegen des Verfassungsauftrags zur Schaffung gleicher Lebensverhältnisse weiterhin gewährleistet werden. Deswegen stellt sich Oberfranken Offensiv die Frage, wie sie im ländlichen Raum vereinfacht werden kann. Zudem hat sich die Einrichtung zum Ziel gesetzt, Lösungen zu finden, wie Einkaufswege verkürzt werden und das Einkaufen vereinfacht werden kann. Zudem sollen die Transportkosten gesenkt und dadurch die regionale Wirtschaft gestärkt werden.

Klassische Wirtschaftsförderung dürfe man allerdings nicht betrieben, erklärt Ebert. Ein neues Kühlhaus für eine Metzgerei zu bauen, sei also tabu. Dennoch habe die Einrichtung laut Ebert viele Möglichkeiten, Bäcker, Metzger oder Ärzte vom Frankenwald zu überzeugen. Junge Mediziner etwa spreche man seit Jahren an. Dabei präsentierten die Mitarbeiter der Einrichtung den Fachkräften die Möglichkeiten in Oberfranken, wenn sie sich für eine berufliche Zukunft in der Region entscheiden. Dafür könne man viel leisten. Vom Zuschuss für den Praxisbau bis hin zum Aufzeigen von erfolgreichen Praxismodellen sei vieles möglich.

Ein Projekt hatte dabei besonders das Interesse der Regionalentwickler geweckt. "Wir waren sehr am Modellprojekt Digitaler Dorfladen interessiert", erklärt Ebert. Letztlich sei die Umsetzung aber an mehreren Punkten gescheitert. Zudem würden viele private Anbieter mit den neuen Möglichkeiten der Versorgung experimentieren - mehr oder weniger erfolgreich. Ein Logistikdienstleister etwa hätte vergangenes Jahr ein Pilotprojekt vorzeitig beendet.

Laut einer Mitteilung von Oberfranken Offensiv sei es das Ziel des Digitalen Dorfladens, die Wohn- und Lebensqualität der Menschen in der Region zu verbessern. Während einige Supermarkt-Ketten erst gar nicht auf die Anfrage der Einrichtung nach einem digitalen Dorfladen antworteten, lehnten sie andere Konzerne direkt ab. Denn viele hätten entweder keine Abholboxen oder Automaten in Oberfranken oder würden nur Produkte auf Bestellung hin verkaufen, die keine Lebensmittel seien. Auch die Anfrage bei Versanddienstleistern blieb erfolglos. Entweder boten diese bereits ihre eigenen Lebensmitteldienste an oder zeigten kein Interesse an der Idee. Neben einem digitalen Dorfladen kämen laut der Mitteilung auch Warenautomaten, Lieferdienste und Abholstationen sowie personalfreie Läden in Frage.

Das Demographie Kompetenzzentrum in Kronach sieht Lösungen des Problems der schwindenden Nahversorgung in Anwendungen für Handys, sogenannten Apps, und Internetangeboten. Dort könnten Kunden beispielsweise Informationen über regionale Erzeuger, Waren aus der Region und die Öffnungszeiten der Läden finden. Dadurch soll ein unkomplizierte, übersichtlicher und vor allem schneller Überblick für die Menschen in der Region als auch für potenzielle Kunden geschaffen werden.

Schließlich erklärt das Regionalnetzwerk in der Mitteilung, das Demographie Kompetenzzentrum bräuchte mehr Geld, um "einen wirklichen Beitrag in der digitalen Nahversorgung" zu leisten. Dafür kämen Fördergelder oder ein Zusammenschluss mehrerer Anbieter in der Region infrage. Am innovativsten erscheint den Experten ein Laden ohne Personal. Um diesen zu betreiben, müssten die gesetzlichen Rahmenbedingungen passen. Eine Abholstation für Lebensmittel sei finanzierbar, wenn sich mehrere Anbieter zusammenschließen würden oder Geldgeber bereitstünden. Die Abholstation soll mit bestellten Lebensmitteln beliefert werden. Die Einrichtung schlägt dafür entweder eine Kooperation mit einem großen Einzelhandelsunternehmen oder eine Umsetzung mit einem Dienstleister vor Ort vor. Zudem könnten Mitarbeiter der Dorfläden darin geschult werden. Aber auch dafür bedürfe es wohl mehr Geld, als dem Demographie Kompetenzzentrum zurzeit zur Verfügung steht.

Autor

Yannick Seiler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
21:26 Uhr

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Yannick Seiler

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Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
21:26 Uhr



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