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Kronach

Jedem Patienten seine Maske

Der Verein "Gemeinsam gegen Krebs" will Menschen mit Vorerkrankungen besser vor Corona schützen. Heike Wunder lässt dafür die Nähmaschine surren.



Heike Wunder aus Neuenreuth näht bei sich zu Hause Mundnasenmasken für die Benefizaktion des Vereins "Gemeinsam gegen Krebs". Foto: Karl-Heinz Hofmann  

Kronach - Auf Initiative des Vereins "Gemeinsam gegen Krebs" soll es für alle Tumorpatienten demnächst kostenlose Mundnasenmasken geben. "Das Ziel muss sein, bestmöglichen Schutz für ein bisschen mehr Alltagsleben zu bieten", so die Vereinsvorsitzende Dr. Martina Stauch.

Waschen und bügeln

Die Masken sind kein Medizinprodukt. Sie helfen jedoch, Tröpfcheninfektionen zu verhindern und so die Übertragung einzudämmen. Mehrmalige Benutzung ist möglich. Wichtig ist, dass sie nach dem Tragen gereinigt werden. In der Waschmaschine bei 95 Grad, im Topf im Wasserbad für mehrere Minuten ausgekocht oder im Backofen 30 Minuten bei 70 Grad. Die Masken dürfen nur trocken verwendet werden. Nach dem Reinigen ist Bügeln anzuraten. hof


Die ersten dieser sogenannten Community-Masken wurden bereits von Heike Wunder genäht und am Montag vom Vorstand des Vereins an einige betroffene Krebspatienten kostenlos übergeben. Bei der Übergabe dankten die Vorsitzende und 3. Vorsitzender Günter Landgrafe für den Einsatz der fleißigen Näherin. Man freue sich in Heike Wunder aus Neuenreuth eine zuverlässige Helferin gefunden zu haben. Sie setzt sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich an die Nähmaschine, hauptberuflich ist sie im Postversand der Firma ASS Stockheim tätig.

Wie die Vorsitzende betonte, erhalte jeder Krebspatient kostenlos eine Maske, er müsse nicht Mitglied des Vereins sein. Weitere Masken seien bereits in Auftrag gegeben. Bei Bedarf können sie bei Michaela Löffler, der Sekretärin des Vereins, unter der Telefonnummer 0171/4652388 angefordert werden. Natürlich nur solange der Vorrat reicht. Auch weitere Spenden selbstgenähter Masken werde der Verein gerne entgegennehmen, heißt es.

"Die Corona-Krise hat uns weiter fest im Griff. Zwar gibt es Lockerungen und kleine Lichtblicke, doch unser Leben bleibt weiter eingeschränkt", so Stauch. Für Krebspatienten sei die Belastung besonders groß. Neben den Ängsten, die unmittelbar mit der Krebserkrankung zusammenhängen, kämen nun neue hinzu. Dazu komme das Wegbrechen sozialer Strukturen, die gerade Patienten Halt im Alltagsleben geben. All dies führe zu einer enormen zusätzlichen psychischen und mentalen Belastung.

"Der Gang zu Freunden oder Kindern, der Gottesdienst mit dem Treffen in der Kirche, die Gemeinschaft in den Vereinen - alles nicht möglich. Trotz Handy und anderer technischer Möglichkeiten fehlt der unmittelbare menschliche Kontakt. Viele Patienten berichten, wie sehr sie darunter und unter der fehlenden Wärme leiden", berichtet die Vorsitzende. Für all dies gebe es keinen virtuellen Ersatz.

Dazu käme noch, dass internationalen Studien gezeigt hätten, dass Krebspatienten bei einer Infektion oft schwerer erkranken als Menschen ohne Vorerkrankungen würden. "Die Todeszahlen sind bei infizierten Tumorpatienten um ein vielfaches höher als bei der normalen Bevölkerung", so Stauch. Umso wichtiger ist es, die Patienten mit Masken auszustatten, auch wenn diese keinen medizinisch zertifizierten Schutz böten.

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Karl-Heinz Hofmann
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Veröffentlicht am:
20. 04. 2020
17:08 Uhr

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Karl-Heinz Hofmann

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Veröffentlicht am:
20. 04. 2020
17:08 Uhr



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