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Kronach

Junge Kandidaten mit großen Ambitionen

Die "Menschen für Marktrodach" haben ihre Liste für den Gemeinderat aufgestellt. Dabei blickt man nicht nur auf die Kommunalwahl im März.



Das sind die "Menschen für Marktrodach", die sich für die Gemeinderatswahl 2020 aufstellen lassen. Im Zentrum der Wählergemeinschaft steht Gründerin Katja Wich (mit Blumenstrauß). Foto: Christian Kreuzer  

Marktrodach - Wahlleiter Hartmut Fleischmann war hin und weg. "Wir erleben heute einen kommunalpolitisch historischen Tag", erklärte der Ehrenvorsitzende des TV Unterrodach, nachdem die Gemeinderatsliste der "Menschen für Marktrodach" mit überwältigender Mehrheit abgesegnet worden war. 105 der 106 stimmberechtigten Anwesenden, also 99,1 Prozent, stimmten am Mittwoch in der Rodachtalhalle der 16er-Liste zu. Acht Frauen und acht Männer aus dem gesamten Gemeindegebiet, allesamt parteilos, mit einem Durchschnittsalter von 37,8 Jahren bewerben sich um einen Sitz im Gemeinderat.

Die Liste

Die "Menschen für Marktrodach" gehen mit folgenden Kandidatinnen und Kandidaten an den Start: 1. Sebastian Böhm, 2. Katja Wich, 3. Markus Martini, 4. Annalena Kestel, 5. Adrian Hamm, 6. Marco Mai, 7. Markus Beiergrößlein, 8. Sabine Reif-Beck, 9. Susann Bergmann, 10. Ina Kirschner, 11. Katrin Roschlau, 12. Roland Pompe, 13. Bernd Göbel, 14. Julia Holzmann, 15. Anna-Lena Schuberth, 16. Harald Kuhla.

Ersatzkandidaten wurden nicht gewählt. Die Frage, ob sich die "Menschen für Marktrodach" gegebenenfalls mit einer anderen politischen Kraft zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammentun würden, blieb offen.


An der Spitze der Bewegung steht Katja Wich, die Geschäftsleiterin der Gemeinde Marktrodach. Die 39-Jährige, die seit 22 Jahren im Rathaus arbeitet, wollte Menschen für die Kommunalpolitik gewinnen, "die sich nie einer Partei oder einer parteinahen Gruppierung angeschlossen hätten" und daher kaum die Chance auf ein Mandat gehabt hätten. Mehr noch: Es seien Menschen, denen Partei- und Klientelpolitik ein Gräuel sind. Stattdessen wollten sie "die Belange der Bevölkerung kompetent vertreten". Dies sei umso wichtiger, da "die sogenannte Ellenbogengesellschaft auch vor Marktrodach nicht haltgemacht hat: eine Gesellschaftsordnung, die auf Egoismus, Konkurrenz, Rücksichtslosigkeit und Eigennutz basiert und bei der die soziale Denkweise und Verhaltensnorm, so scheint es, unterentwickelt ist". Ohne ihn direkt beim Namen zu nennen, attackierte Wich damit SPD-Bürgermeisterkandidat Oliver Skall. Dieser hatte sich im Frühjahr wegen eigener Ambitionen mit Amtsinhaber Norbert Gräbner parteiintern derart überworfen, dass Gräbner die SPD verließ - und nun als Kandidat der Überparteilichen Wählervereinigung (ÜWG) ins Rennen geht (die NP berichtete).

Auch für Geschäftsleiterin Katja Wich, die als enge Vertraute Gräbners gilt, dürfte es daher eine Horrorvorstellung sein, dass Skall neuer Rathauschef wird. "Wenn es eine politische Veränderung in Marktrodach gibt, werde ich den Markt Marktrodach verlassen müssen", sagte Wich. Um sich auch in diesem Fall weiter vor Ort engagieren zu können, habe sie die "Menschen für Marktrodach" ins Leben gerufen. Eine Bürgermeisterkandidatur strebt die Gruppierung laut Wich "noch nicht" an. Es gilt jedoch als offenes Geheimnis, dass die Geschäftsleiterin bei der Kommunalwahl 2026 ihren Hut in den Ring werfen möchte - nach ihrer Vorstellung als Nachfolgerin von Norbert Gräbner.

Die 15 Mitstreiter Wichs, darunter viele junge Leute, stellten sich im Anschluss vor - und warben für ihre Ideen. Die Listenplätze wurden anschließend per Losentscheid vergeben. "Damit es nicht heißt, bei uns wird auch alles von oben vorgegeben", so Wich. Am Ende zog sie selbst Listenplatz zwei. Angeführt werden die "Menschen für Marktrodach" auf dem Wahlzettel von dem 27 Jahre alten Schornsteinfegermeister Sebastian Böhm.

Welche politischen Ziele die Gruppierung neben einem grünen Gewerbegebiet (siehe Artikel oben) konkret verfolgt, auch dazu äußerte sich Gründerin Katja Wich. So will man einen Generationenmanager in der Gemeinde anstellen, der sich gezielt um die Daseinsvorsorge für Ältere kümmert. "Da geht es um ganz einfache und unbürokratische Hilfe, die für ältere Menschen ohne Internet schon heute teilweise bitter nötig ist." Denkbar sei hier auch eine Kooperation mit der Caritas.

Weiterhin seien Dorfzentren und Vereinstreffpunkte wichtige Zukunftsfragen. So müssten die Dorferneuerung Zeyern weiterverfolgt, ein Vereinsraum dort etabliert und in Oberrodach die Städtebauförderung aktiviert werden. Auch die Sanierung des Abwassersystems sei langfristig eine Pflichtaufgabe. "Das klingt nicht sexy, ist aber bitter nötig und kostet uns bestimmt eine Million Euro", so Wich.

All diese Themen müssten spätestens dann aufgegriffen werden, wenn die aktuell bereits auf den Weg gebrachten Projekte realisiert seien. Beispielhaft nannte die Geschäftsleiterin die Pläne für ein Ärztehaus in Oberrodach, den Bau einer Festscheune sowie die Beseitigung von Leerständen. Christian Kreuzer

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2019
10:56 Uhr

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06. 12. 2019
10:56 Uhr



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