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Kronach

KWG-Mieter beklagen zahlreiche Missstände

Zwar ist das KWG-Büro am Kronacher Kaulanger zeitweise wieder besetzt. Trotzdem läuft noch lange nicht alles wieder rund. Immerhin: Die Eigentümer geloben Besserung.



Das Verwaltungsbüro der Kronacher Wohnungsbaugesellschaft am Kronacher Kaulanger ist zwar wieder besetzt, allerdings liegt nach Darstellung des Mietervereins noch immer Vieles im Argen. Foto: Christian Kreuzer  

Kronach - Die Probleme bei der Kronacher Wohnungsbaugesellschaft (KWG) sind nach wie vor nicht gelöst. Zwar ist das Verwaltungsbüro am Kronacher Kaulanger, das von November bis Februar krankheitsbedingt nicht besetzt war (die NP berichtete), wieder zeitweise geöffnet. Dennoch "herrscht phasenweise noch das reinste Chaos", kritisierte der Vorsitzende des Mietervereins, Alfred Bittruf, am Dienstagabend in der Hauptversammlung. Das Büro sei telefonisch noch immer schlecht erreichbar, überdies würden zahlreiche vorgebrachte Missstände ignoriert oder aufgeschoben.

Hintergrund

Der Mieterverein Kronach besteht momentan aus 135 Voll- und 53 Zweitmitgliedern. Er wurde im Zuge der Privatisierung der Kronacher Wohnungsbaugesellschaft (KWG) gegründet, hat inzwischen aber auch Mitglieder aus dem Landkreisgebiet. "Wir haben unser Image, nur für die KWG-Mieter da zu sein, verbessern können", sagte Vorsitzender Alfred Bittruf. Verbessert ist fortan auch der Datenschutz der Vereinsmitglieder. Am Dienstag wurde einstimmig eine Satzungsänderung verabschiedet, die den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung gerecht wird. "Damit sind wir hier auf dem neuesten Stand", sagte Justiziarin Sabine Gross.

Die Kronacher Wohnungsbaugesellschaft (KWG) ist im Jahr 2012 nach einer kontroversen politischen Debatte privatisiert worden. Hatten bis dato noch die Stadt (75 Prozent) und der Landkreis Kronach (25 Prozent) alle Fäden in der Hand, übernahm dann die Erlanger ZBI GmbH 94 Prozent der Anteile. Die Stadt blieb Minderheitsgesellschafter. Dies änderte sich jedoch 2017, als ZBI den Fonds, in dem die

rund 700 Wohnungen der KWG organisiert wurden, an Union Investment verkaufte. Die Stadt stieß damals ihre sechs Prozent ab und erwarb stattdessen einen Teil des Wohnungsportfolios selbst. Die ZBI

ist über ihre ZBVV GmbH nach dem Weiterverkauf nach wie vor Wohnungsverwalterin.

 

Immerhin: Nachdem Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein die Angelegenheit auf Druck des Mietervereins zur Chefsache erklärt hat, scheint sich die Deutsche Asset One zu bewegen. Die Verantwortlichen der in Berlin ansässigen Firma, die die Eigentümerrechte der Union Investment ausübt, haben sich schneller als erwartet mit dem Rathauschef über die Situation ausgetauscht. "Man ist offenbar auch in Berlin unzufrieden mit den Verwaltern", sagte Justiziarin Sabine Gross. Diese Information habe sie aus dem Rathaus erhalten, verbunden mit dem Versprechen, für Abhilfe sorgen zu wollen. Die Deutsche Asset One bitte demnach darum, möglichst konkrete Angaben über die einzelnen Missstände zu erhalten.

 

Die soll sie nun auch bekommen. Sabine Gross nutzte die Hauptversammlung dazu, der bisherigen Mängelliste zahlreiche weitere Beschwerden hinzuzufügen. So meldeten sich einige Mieter, die schon seit Längerem unter Schimmelbefall in ihren Wohnungen leiden. Vor allem in Häusern mit kürzlich erneuerter Dämmung sei Feuchtigkeit ein großes Problem. Dort, wo seit Jahrzehnten nicht in den Bestand investiert werde, tauchten Löcher in den Dächern auf, monierte eine Mieterin. Andere Bewohner klagten über horrende Nebenkostennachzahlungen, weil die KWG Reparaturarbeiten fälschlicherweise auf die Mieter umzulegen versuche. Der Winterdienst sei auch ein Problem der vergangenen Wochen gewesen. In allen Fällen gaben die Bewohner an, die Wohnungsverwalter immer und immer wieder über die Probleme informiert zu haben. Passiert sei nichts.

"Das wird keine kurze Liste", war Justiziarin Sabine Gross angesichts dessen überzeugt. Sie betonte, dass man einen langen Atem brauche, um solch strukturellen Probleme anzugehen. "Aber ein bisschen was bewegt sich immer", ist sie überzeugt. So habe der Mieterverein seit Anfang des Jahres schon Einiges erreicht. Als zahlreiche KWG-Mieter sich mit ungerechtfertigten Inkasso-Forderungen konfrontiert sahen, "ist es uns gelungen, die Asset One auf die weitere Beauftragung von solchen Büros zu verzichten", verdeutlichte die Rechtsanwältin. Außerdem habe die Stadt Kronach nach den Problemen mit der Verwalterin ZBVV entschieden, wenigstens für die in kommunalen Besitz zurückgegangenen Immobilien einen anderen Verwalter zu beauftragen. Zudem sei es gelungen, öffentlichen Druck zu erzeugen und so den Stadtrat von der Verabschiedung einer Resolution zu überzeugen. "Diese hat der Bürgermeister zuletzt auch an die Vertreter der Asset One übergeben. Das alles zeigt, dass wir nicht alleine mit unseren Problemen sind", so Gross. Dennoch dürfe man nicht nachlassen. "Es ist noch ein langer Weg. Aber wir werden ihn gemeinsam gehen."

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Christian Kreuzer

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Veröffentlicht am:
20. 03. 2019
15:52 Uhr

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Christian Kreuzer

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20. 03. 2019
15:52 Uhr



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