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Kronach

Karl Valentin in "Ludscht"

Mögen hätt‘ er schon lange wollen, aber dürfen traut er sich erst jetzt: Intendant Daniel Leistner wagt sich bei den Shakespeare-Spielen auf ganz neue Pfade.



Noch verraten sie nicht alle Überraschungen, mit denen sie das Publikum der Shakespeare-Spiele in Ludwigsstadt begeistern wollen: Intendant Daniel Leistner (links), Tourismus-Chefin und passionierte Hobby-Schauspielerin Manja Hünlein und der Ludwigsstadter Bürgermeister Timo Erhardt. Foto: Sabine Raithel  

Ludwigsstadt - Neu, anders und noch witziger: Intendant Daniel Leistner setzt in diesem Jahr einen knallbunten Theaterabend mit Sketchen und Stücken von Karl Valentin auf das Programm der Shakespeare-Spiele-Ludwigsstadt.

Wann es losgeht

Die diesjährigen Shakespeare-Spiele-Ludwigsstadt finden vom 7. bis 18. Oktober 2020 statt. Der Kartenvorverkauf für die neun Aufführungen hat begonnen. Einzel- und Familientickets gibt es im Rathaus Ludwigsstadt, im Schiefermuseum, im Reisebüro Schnappauf, online auf der Homepage der Festspiele oder per e-Mail: manja.huenlein@ludwigsstadt.de; spezielle Gruppenangebote können über "Handwerk & Kultur erleben" gebucht werden.

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www.shakespeare-spiele-ludwigsstadt.de


Nein, in diesem Jahr wird es keinen Shakespeare bei den gleichnamigen Festspielen in Ludwigsstadt geben. Intendant Daniel Leistner will sein Publikum mit seiner zehnten Inszenierung überraschen. "Das wird neu, anders und vermutlich das Lustigste, was wir bisher aufgeführt haben", versprach Leistner am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs. Neu ist: Erstmals wird der Intendant einen Autoren des 20. Jahrhunderts auf die Bühne bringen. Ausgesucht hat er sich dafür keinen geringeren als den großen Komiker, Philosophen, Stückeschreiber, Wortakrobaten, Schauspieler, Volkssänger und Avantgardisten Karl Valentin (1882 - 1948). Damit erfülle er sich einen lang gehegten Wunsch, so Leistner. Ein weiteres Novum: Daniel Leistner und sein 20-köpfiges Team werden kein durchgehendes Stück, sondern eine Art "Nummernrevue" geben. "Das wird ein knallbunter Theaterabend rund um Karl Valentin mit einem Hauptstück, kleinen Szenen, Sketchen und Einaktern."

Im Mittelpunkt dieses vielversprechenden Theaterspektakels steht das Stück "Ritter Unkenstein" - ein klassischer Valentin: paradox und parodistisch, eine absurde Komödie voller Abtrünnigkeit in Sprache und Logik. Valentin hat damit eine ausgelassene, musikalische Persiflage auf schwülstige Ritterdramen geschaffen. Daniel Leistner wird diese in bewährter Weise durch seine Textfassungen im "Ludschter" Dialekt wortwitzig würzen. Der Intendant will nicht nur die Lachmuskeln des Publikums in seiner Heimatstadt in Dauervibration versetzen, sondern alle Sinne erfreuen. Deshalb soll die Inszenierung, so Leistner, "eine monumentale Show werden, mit Kämpfen, einer Burg, mit Liebe und Tod, einem Gespenst, viel Tanz, Gesang, Lichteffekten und tollen Kostümen." Zur Besetzung wollte sich der Intendant noch nicht konkret äußern. Leistner, aus ähnlichem Holz geschnitzt wie der große Autor, dürfte die tragende Rolle mit Sicherheit auf den Leib geschrieben sein. Mit dabei auch: Manja Hünlein, die gleich mehrere Rollen an dem Abend spielen und ihre schauspielerische Wandelbarkeit von der Tochter des Ritters Unkenstein bis hin zur Mutter des Wilddiebs unter Beweis stellen wird.

Abgerundet wird das Programm mit den bekannten Einaktern "Der Theaterbesuch", "Der Firmling" sowie dem romantischen Heimat- und Alpendrama "Der Wilddieb", bei dem - so die Prophezeiung des Intendanten - kein Auge trocken bleiben wird.

Bereits seit 2011 werden in Ludwigsstadt die größten Klassiker der Weltliteratur von Amateuren unter professioneller Leitung und Regie im "Ludschter" Dialekt auf die Bühne gebracht. Daniel Leistner versteht es dabei, sie lebenslustig, volksnah, verständlich und unterhaltsam zu inszenieren. Der Ludwigsstadter Bürgermeister Timo Ehrhardt dazu augenzwinkernd: "Verstanden werden die Stücke übrigens auch von Menschen, die nicht der ‚Ludschter’ Mundart mächtig sind." Dennoch macht gerade die Sprache einen Gutteil des Charmes der Festspiele aus. Diese gelten, insbesondere aufgrund der Besonderheit des Ludwigsstadter Dialekts - einer Mischung aus Fränkisch, Thüringisch und Sächsisch - als "kulturelle Brücke" zwischen alten und neuen Bundesländern. Der Bürgermeister unterstrich: "‚Shakespeare in Ludscht’ ist ein Publikumsmagnet. Mittlerweile kommen die Gäste auch von weit außerhalb der Region zu uns. Kein Wunder: Die Festspiele haben sich über die Jahre dynamisch weiterentwickelt und arbeiten heute - auch mit entsprechender Bühnentechnik - auf professionellem Niveau und in höchster Qualität."

Derzeit laufen die Leseproben für das Theaterteam an. 20 Laienschauspieler im Alter von elf bis über 80 Jahren gehören dazu. Intendant Daniel Leistner, der sich als Gründer der früheren Kronacher "Faust-Festspiele", mit der Werkbühne und den "Faust-Festspielen" in Pegnitz einen Namen gemacht hat, führt das Ensemble an. "In Ludwigsstadt sind wir ein offenes Team. Wer mitspielen mag, ist herzlich willkommen!"

Autor

Sabine Raithel
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 03. 2020
17:44 Uhr

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Sabine Raithel

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Veröffentlicht am:
06. 03. 2020
17:44 Uhr



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