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Kronach

Klarer Kopf auch in Corona-Zeiten

Trotz geschlossener Türen laufen an der Mittelschule Windheim Wettbewerbe wie "be smart, don’t start" weiter. Betreut werden die Klassen dabei von Sozialpädagogin Tina Müller.



Die "Riesen-Zigarette" ist das Ergebnis des Kreativwettbewerbs für "be smart, don’t start" der Klasse 8M.   » zu den Bildern

Windheim - Corona hat den Schulalltag nach wie vor fest im Griff. Nichts ist wie vorher: Die Zimmer sind größtenteils leer; Schulhäuser sowie Pausenhöfe von Stille umgeben - so auch in Windheim. Was aus den dort vor Schulschließung begonnenen Projekte und Wettbewerbe "be smart, don’t start", "bunt statt blau" und "klar bleiben" wird, stand zunächst in den Sternen. Ein Weiterführen und Abschließen der Aktionen in der Schule waren ausgeschlossen. Auch eine lang ersehnte London-Fahrt der Klasse 8M musste kurzfristig abgesagt werden. Im Sinne der "Umweltschule" wären am 21. April Bäume auf dem Schulgelände gepflanzt worden. Eine Klassenfahrt oder eine gemeinsame Pflanzaktion mit dem Obst- und Gartenbauverein Windheim sind aktuell schlichtweg undenkbar.

Alleinstellungsmerkmal

Seit dem Schuljahr 2018/2019 gibt es an bayerischen Schulen vereinzelt Schulsozialpädagoginnen und -pädagogen. Eine davon ist Tina Müller, die seit Juli 2019 für die Mittelschule Windheim tätig ist. Die Schule hat damit ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Kronach und darüber hinaus, da zum Schuljahr 2018/19 nur eine Schulsozialpädagogen-Stelle für Mittelschulen in Oberfranken eingeplant war. Der Schwerpunkt dieser Schulsozialpädagogik liegt auf der gruppenbezogenen Präventionsarbeit. Tina Müller übernimmt keine Einzelfälle, sondern widmet sich präventiv ganzen Klassen oder Gruppen und bietet Angebote, die die Schule in ihrer Erziehungsarbeit unterstützen. Damit grenzt sich diese Stelle klar von der Jugendsozialarbeit an Schulen ab.


"Doch die Krise ist auch eine Chance für uns alle. Wenn alle mithelfen, können Herausforderungen überwunden werden", zeigt sich Schulsozialpädagogin Tina Müller sicher. Die ganze Schulfamilie freue sehr darüber, dass die Schüler am letzten Tag vor der Schulschließung großes Interesse an der Weiterführung der präventiven Wettbewerbe "be smart, don’t start" und "klar bleiben" geäußert hatten. Tina Müller erinnert sich noch genau, als gegen 9:30 Uhr die ersten Schüler der neunten Klasse sie aufsuchten und darum baten, dass die Challenge "klar bleiben" nicht abgebrochen wird: "Für mich bleibt das ein bewegender Moment, da mir spätestens zu diesem Zeitpunkt klar wurde, wie ernst sie meine präventive Arbeit mit ihnen nehmen - was sie mir auch mehrfach bestätigten."

"Klar bleiben" ist ein Wettbewerb zur Alkoholprävention. Sechs Wochen verzichteten die Neuntklässler auf riskanten Alkoholkonsum bzw. Rauschtrinken. Gestartet wurde der Wettbewerb in der letzten Woche vor der Schulschließung, wovon sich die Klasse jedoch nicht entmutigen ließ und weiter am Ball blieb.

Tina Müller fragte jeden Jugendlichen wöchentlich von zu Hause aus via Anruf, SMS und E-Mail ab, ob Alkohol getrunken wurde. "Mit Stolz können wir nun berichten, dass die Klasse sehr erfolgreich an ,klar bleiben’ teilgenommen hat und somit die Chance auf einen Gewinn für die Klassenkasse besteht", so die Schulsozialpädagogin.

An "be smart, don’t start" nahmen die Klassen 5, 6 und 8M teil. Von November 2019 bis April 2020 hatte Tina Müller auch hier wöchentlich abgefragt, ob die Schüler geraucht haben. Während der Schulschließung und der Ferien erfolgte die Abfrage ebenfalls telefonisch, per SMS oder E-Mail.

Zusätzlich beteiligte sich die Klasse 8M am Kreativ-Wettbewerb von "be smart, don’t start". "Die Schülerinnen und Schüler stellten drei Objekte her, die andere Kinder und Jugendliche darüber aufklären sollten, dass Nichtrauchen gesünder ist als Rauchen", erläutert Tina Müller. Eine "Riesen-Zigarette" wurde gebastelt und darin einige Löcher gebohrt. Auf kleine gebastelte Zigaretten schrieben die Achtklässler Texte zum Thema, die sie anschließend in die "Riesen-Zigarette" steckten. Weiter wurde ein Quiz gebastelt. Für jüngere Klassen gestalteten diese eine "flache Zigarette" mit zahlreichen Schnüren an allen Seiten. Zieht man daran, so erscheint jeweils ein Kärtchen mit einer wichtigen Information übers Rauchen. Glücklicherweise konnten alle Kunstwerke noch vor der Schulschließung fertig gestellt werden.

Ziel der Klasse 8M ist die Weitergabe ihres gewonnenen Wissens. Bei Interesse können die Anschauungsmaterialien beispielsweise an Lehrkräfte verliehen werden. Nun bangt die Klasse 8M, ob die "Suchtwoche" 2020 in Kronach regulär stattfinden kann, da hier die von den Wettbewerbsteilnehmern gestalteten Anschauungsmaterialen ausgestellt werden sollten. Ohne eine öffentliche Ausstellung könnte man beim Kreativwettbewerb unverschuldet schlechter abschneiden, so die Befürchtung der Achtklässler.

"Trotz der Corona-Krise und der daraus resultierenden Entfernung waren und sind wir uns sehr nahe. Wir denken aneinander und wünschen uns gegenseitig gesund zu bleiben", so die Schulsozialpädagogin. Vieles sei im Wandel, ganz besonders der Umgang miteinander. Ein einfacher Anruf und die Frage "Wie geht es dir" gewännen wieder an Bedeutung.

Autor

Heike Schülein
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 05. 2020
16:04 Uhr

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Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
06. 05. 2020
16:04 Uhr



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