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Kronach

Klöppelmuseum wehrt sich gegen "Unterstellungen"

Die Einrichtung sieht sich Kritik ausgesetzt. Das Handwerk habe Nordhalben "Millionen Euro" gekostet. Jetzt kontert man.



Die Kinder sind bei den Klöppelkursen voll bei der Sache, und es entstehen Sterne, Delfine, Buchstaben, Armbänder und vieles mehr. Foto: Susanne Deuerling  

Nordhalben - Die Zukunft des Klöppelmuseums in Nordhalben ist umstritten. In der April-Sitzung des Gemeinderates hatte Bürgermeister Michael Pöhnlein mit Blick auf die Stabilisierungshilfen eine Reduzierung der Kosten gefordert und eine Verschlankung der Einrichtung angemahnt , etwa durch eine weitere Verkürzung der Öffnungszeiten, der Kurse und der Arbeitszeiten ( die NP berichtete ) . Das Gremium war ihm jedoch mehrheitlich nicht gefolgt und hatte seinen Vorschlag abgelehnt. Man wolle erst abwarten, wie die bereits veranlassten Vorschläge zur Rentabilität greifen, hieß es.

Unterstützung für seinen Vorstoß erhielt Pöhnlein damals von Gemeinderat Karl Roth (FW). Für ihn ist das Klöppeln zwar eine schöne Handarbeit, die jedoch nicht von der Gemeinde finanziert werden sollte. Seit 1903, als das Klöppeln nach Nordhalben kam, habe dies Millionen Euro gekostet und nichts gebracht. "Wir können uns bezahlte Lehrkräfte einfach nicht mehr leisten", meinte Roth.

Diese Argumentation hat nun den Förderverein der Klöppelschule auf den Plan gerufen. Die Mitglieder um Vorsitzende Gabriele Taubald-Porzelt weisen die Aussagen Roths als "Unterstellung" zurück, die nicht haltbar sei. Dies habe erhebliche Diskussionen vor allem in den sozialen Netzwerken ausgelöst, die teilweise unter die Gürtellinie gegangen seien. Die Marktgemeinde habe zu keiner Zeit den Förderverein finanziert. Im Gegenteil: Seit der Gründung 1996 seien zahlreiche Aufgaben und Kosten von der Gemeinde übernommen und in Eigenregie finanziert worden. Insgesamt spreche man von einer Summe knapp unter 145 000 Euro. Dazu kämen noch Arbeitsstunden. Für die Klöppelnachmittage sei immer schon eine Nutzungsgebühr gezahlt worden. Materialkäufe der Mitglieder und Klöppelkurse würden normal bezahlt. Wenn man die größeren Posten anschaue, die von ehrenamtlichen Helfern und Mitarbeitern geleistet wurden, so seien die Anschaffungen für die Klöppelschule (26 093 Euro), das Museum (21 295 Euro), der Erlös des Nikolausmarktes (30 000 Euro), Spenden an Einrichtungen und Vereine (6821 Euro), Spitzen für das Klöppelmuseum (11 121 Euro), Naschwerk Nikolaus (2100 Euro) sowie Lohnberechnung für den ehrenamtlichen Museumsdienst (46 347 Euro) ein nicht wegzudenkender Beitrag für das Aushängeschild der Spitzengemeinde Nordhalben, sagt Gabriele Taubald-Porzelt. Vor Gründung des Fördervereins habe die Gemeinde den Museumsdienst komplett selbst zahlen müssen.

Seit der Gründung des Vereins habe man viele hochwertige Spitzen für die Internationale Spitzensammlung erworben. Der Förderverein engagiere sich gemeinnützig und ehrenamtlich unter Mitwirkung der Klöpplerinnen für die Gemeinde, die Kirchen und die Bevölkerung. Die beiden Klöppelkurse, die zurzeit am Donnerstag im Rahmen der Ganztagesbetreuung und am Freitag als freier Kurs liefen, würden von begeisterten Kindern besucht, die stolz ihre Werke zeigten. Sogar eigene Entwürfe der Kinder seien umgesetzt worden. Sollten diese Kurse in Zukunft von der Volkshochschule durchgeführt werden, müsste diese das komplette Material und die Unterlagen neu anschaffen. Für Anfänger wären das etwa je 150 Euro. Auswärtige Kursleiterinnen wären teuer. Vor allem gebe Nordhalben das "Know-how" aus der Hand. Das Museumskonzept wurde in den vergangenen Jahren umgestellt und durch viel ehrenamtliches Engagement neu gestaltet. "Durch die Museumsführungen, vor allem in kleineren Gruppen, lässt sich alles viel lebendiger darstellen und erklären. Was wäre, wenn niemand mehr da ist und die Besucher nur schauen können?", meint Lehrerin Beate Agden.

Die Klöppelschule und das Klöppelmuseum seien ein großes Aushängeschild für Nordhalben. 2018 wurden sie in "Das Klöppelmuseum - kreativ, lebendig, spitze" umbenannt. Nun wolle man der Einrichtung zu neuem Glanz verhelfen. Der Verein verweist darauf, dass die Kombination von Klöppelschule und Klöppelmuseum deutschlandweit einzigartig sei, weil in gemeindlicher Hand und nicht privatisiert.

Autor

Susanne Deuerling
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Veröffentlicht am:
20. 05. 2019
17:46 Uhr

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Susanne Deuerling

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Veröffentlicht am:
20. 05. 2019
17:46 Uhr



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