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Kronach

Krisenmanager im Standby-Modus

Wegen der Pandemie hat der BRK-Kreisverband Kronach einen Krisenstab eingerichtet. Haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte arbeiten hier Hand in Hand.



Die Leiter des Corona-Krisenstabs des BRK-Kreisverbands Kronach, Michael Neubauer (links) und Benjamin Schneider, vor der Lagekarte. Foto>: Heike Schülein  

Kronach - Am 16. März erklärte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder den Katastrophenfall für ganz Bayern. Seit diesem Zeitpunkt befindet sich auch der BRK-Kreisverband Kronach im Krisen-Modus. Als erster Schritt berief dieser einen Corona-Krisenstab mit Sitz in seinem Dienstleistungs- und Katastrophenschutzzentrum (DLZ) Süd ein. Dieser umfasst insgesamt sechs Sachgebiete, die jeweils mit einer haupt- sowie einer ehrenamtlichen Kraft besetzt sind. Die Leitung des Krisenstabs haben Michael Neubauer und Benjamin Schneider inne.

Spenden

Aufgrund der derzeitigen Situation fallen leider wichtige Einnahmequellen für den BRK-Kreisverband weg. Gleichzeitig hat man aktuell höhere Kosten zu stemmen. Wer finanziell helfen möchte, kann dies tun per Überweisung auf das Konto bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach: IBAN: DE88 7715 0000 0240 0513 26, BIC: BYLADEM1KUB oder bei der VR Bank Oberfranken Mitte eG: IBAN: DE78 7719 0000 0007 1174 34, BIC: GENODEF1KU1.


"Eine solche Krise, wie wir sie derzeit erleben, ist bislang einmalig", sind sich die beiden Stabsleiter einig. Die Corona-Pandemie unterscheide sich von anderen Krisen in der Vergangenheit insbesondere dadurch, dass nicht lokal begrenzt ist. "So eine flächendeckende Katastrophe wie jetzt gab es noch nicht", verdeutlicht stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter Michael Neubauer. Noch nie habe ein Krisenstab über einen solch langen Zeitraum bestanden und noch nie seien Ausmaß und Dauer einer Krise so schlecht vorher einschätzbar gewesen. Mittlerweile habe sich die Lage zwar etwas entspannt. Dies könne aber in ein paar Tagen durchaus schon wieder anders aussehen. "Die Lage ist nach wie vor ernst und wir sind weiterhin im Standby-Modus", betont Benjamin Schneider, der als Notfallsanitäter beim BRK-Kreisverband tätig ist.

Für den Krisenstab gibt es fest definierte, ineinandergreifende Stabsfunktionen mit sechs Sachgebieten. Das S1 "Personal / Innerer Dienst" kümmert sich insbesondere um die Bereitstellung der Einsatzkräfte. Dem S2 "Lage" obliegt die tägliche Lagemeldung. Hierfür müssen alle Informationen sortiert, ausgewertet und Veränderungen schließlich auf der Lagekarte dargestellt werden. Für das S3 "Einsatz" zeigen die beiden Stabsleiter selbst hauptverantwortlich. Beide koordinieren die notwendigen Einsätze des BRK. Sie beurteilen, wie viele Einsatzkräfte benötigt werden, organisieren Einweisungen und treffen einsatztaktische Entscheidungen. Im S4 "Versorgung" geht es vor allem um das Materialmanagement. Über den Landkreis und mit Unterstützung von THW werden beispielsweise Schutzkleidung an Seniorenheime, Sozialstationen oder auch den Rettungsdienst selbst verteilt. "Während die Materialbeschaffung normalerweise dezentral geschieht, erfolgt dies nunmehr zentral - durch unseren Bezirks- oder Landesverband oder auch durch das Landratsamt", erklärt Michael Neubauer.

Im S5 "Presse und Medienarbeit" werden Informationen über die Vor-Ort-Situation gesammelt, aufbereitet und an den Landesverband weitergemeldet, der die offiziellen Pressemeldungen verfasst. Dem S6 "Information und Kommunikationswesen" obliegt die Planung und Durchführung des Informations- und Kommunikationseinsatzes. "Der SG übernimmt den technischen Support und schafft so die technischen Voraussetzungen, damit die Stabsarbeit überhaupt funktionieren kann. Das sind sozusagen die Computerfachleute des Stabs", erläutert Michael Neubauer. Hierzu zählt insbesondere auch die Schaffung eines Accounts für Telefonkonferenzen, fanden doch während des Höhepunkts der Krise - im Zeitraum vom 16. März bis 1. Mai - zweimal täglich telefonische Lagebesprechungen statt. Dabei besprach der Krisenstab alle kurzfristig aufgetretenen Probleme und erarbeitete gemeinsam entsprechende Lösungen. Es wurde eine zentrale, rund um die Uhr erreichbare Rufnummer eingerichtet. Besetzt war der Krisenstab im DLZ während des Höhepunkts der Krise täglich durchgehend von 7 Uhr bis 20 Uhr. "Wir stehen mit all unseren Diensten und Einrichtungen im ständigen Kontakt", stellt Benjamin Schneider heraus. Gleiches gelte auch verbandsintern, aber auch für das Landratsamt sowie andere Hilfsorganisationen wie Feuerwehr, DLRG, ASB und THW, mit denen man sich per Videokonferenzen austausche und sehr gut zusammenarbeite.

Glücklicherweise blieben alle Mitarbeiter des Stabs von einer Ansteckung mit dem Virus verschont. Wenn es jemand getroffen hätte, hätte man sich entweder zwei Wochen lang gemeinsam im DLZ eingesperrt oder eine zweite Schicht hätte übernommen. "Auch darauf waren wir vorbereitet", verdeutlicht Michael Neubauer.

Dass man diese absolute Ausnahmesituation im BRK-Kreisverband wie auch allgemein beim BRK so professionell meistere, dafür gebe es verschiedene Gründe. Zum Einen sei das BRK für Krisen und Katastrophen stets vorbereitet und gerüstet. "Überspitzt ausgedrückt, mussten wir nur die Notfallpläne aus der Schublade holen", erklärt Benjamin Schneider. Zum Anderen habe man auch von der Erfahrung beim Einsatz für den G7-Gipfel im Jahr 2015 auf Schloss Elmau gezehrt. "Wir waren dadurch der Corona-Krise immer einen Schritt voraus; immer einen Schritt schneller", zeigen sich beide sicher.

Wenngleich der Katastrophenfall für Bayern mittlerweile aufgehoben wurde, bleibt die Krise innerverbandlich für das BRK weiter bestehen. Alle Stäbe sind weiterhin im Einsatz; auch die Notrufnummer besteht nach wie vor. Die Lagebesprechung erfolgt noch zweimal wöchentlich. "Wir können, bei Bedarf, unsere Stabsarbeit jederzeit wieder komplett hochfahren wie beim Höhepunkt der Krise", bekundet Schneider.

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Heike Schülein
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Veröffentlicht am:
28. 06. 2020
13:38 Uhr

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Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
28. 06. 2020
13:38 Uhr



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