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Kurze Gräber sorgen für großen Unmut

In Nordhalben wird es wohl bald eine neue Friedhofssatzung geben. Anlass ist ein Beschwerdebrief über die Längenvorgabe der letzten Ruhestätte.



Nordhalben - Der Marktgemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Friedhofssatzung beschäftigt. Bereits 2004 hatte Nordhalben eine Änderung beschlossen, die festlegte, dass neue Gräber nicht länger als 1,50 Meter sein dürfen. Für "Altgräber" bestand Bestandsschutz.

Neue Rohre für die Amlichstraße

In der Amlichstraße wurde bereits der dritte Wasserrohrbruch seit 2015 behoben. Die Gussrohre sind hier noch aus den 60er Jahren und dementsprechend kaputt. Noch heuer sollen deshalb Erneuerungen durchgeführt werden. "Es sieht so aus, als ob diese Leitung eine ständige Wasserquelle werden wird, deshalb müssen wir hier sofort handeln", sagte Bürgermeister Pöhnlein (FW). Michael Wunder (CSU) meinte, dass man in den letzten drei Jahren über 20 Prozent Wasserverlust hatte, deshalb sei es richtig, tätig zu werden. Auch in der Blumenstraße musste die Leitung erneuert werden und so werden nach und nach die alten Stahlrohre ausgetauscht, um den Wasserverlust zu verringern. 2. Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW) meinte, dass man in den letzten Jahren hier schon viel Positives erreicht habe und man werde mit bescheidenen Mitteln Stück für Stück weitermachen.


Geschäftsleiter Joachim Ranzenberger las nun in der Sitzung einen Brief vor, in dem sich Bürger massiv über diese Vorgabe beschwerten. Es sei "eine Frechheit und Unfug", dies festzusetzen, hieß es darin.

Manfred Köstner (CSU) wehrte sich vehement gegen eine Zurücknahme der Längenbeschränkung, denn bereits damals, 2004, seien die engen Gräberreihen insbesondere für ältere Friedhofsbesucher ein Problem gewesen. "Wir haben diesen Weg angefangen, da sollten wir jetzt keinen Rückzieher machen", so Köstner. Auch Bernd Daum (FW) meinte, dass man bereits 2004 die Notwendigkeit erkannt habe und Gemeinwohl vor Eigenwohl gehe. Vielleicht solle man nun noch eine Übergangsfrist schaffen. Michael Wunder (CSU) bat darum, rechtlich abzuklären, wie die Übergangsfrist geregelt werden könne. Ranzenberger meinte schließlich, dass die Satzung, die ursprünglich aus dem Jahr 1989 stamme, sowieso neu überarbeitet werden müsse.

Es wurde beschlossen, Vorschläge für eine Überarbeitung an Joachim Ranzenberger zu leiten. In einer späteren Sitzung solle er seine Ergebnisse dem Gremium vorstellen.

Auch über die Zukunft des Anwesens Schloßbergstraße 9 wurde im Gemeinderat länger diskutiert. Das "älteste Gebäude in der ältesten Straße", wie Bernd Daum (FW) erklärte, sei bereits in der ISEK-Studie aus dem Jahr 2008 aufgeführt gewesen. In Nordhalben bestehe Bedarf für kleine Wohnungen. In diesem Anwesen könne nun ein solcher geschaffen werden. Für Manfred Köstner (CSU) und Michael Franz (SPD) steht nicht nur der Abriss von Häusern im Vordergrund, sondern auch das Schaffen von Wohnraum in bestehenden Häusern. Horst Wolf, genannt Schmidt (FW), betonte, dass bereits bei ISEK durch die Sanierung des Gebäudes eine Aufwertung des gesamten Umfeldes und des Ortskerns angedacht gewesen sei und man dies nun auch durchziehen solle. Auch Albert Färber (FW) und Michael Wunder (CSU) waren der Meinung, hier zu investieren. Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) hielt dagegen die Kosten von ca. 300 000 Euro, die bei einer Sanierung anfallen würden, zu hoch. Trotz hoher Förderung sei dies zu überlegen. Mit einem aktuellen Schreiben der Regierung von Oberfranken sei auch die Mieteinnahme für 25 Jahre von den förderfähigen Kosten abzuziehen. Mit einer Gegenstimme wurde die Sanierung der Schloßbergstraße 9 beschlossen.

Das Anwesen Neue Gasse 46 wurde bereits zurückgebaut und das Anwesen Roseninsel 30 wird in Kürze folgen. Einstimmig wurde nun beschlossen, die Ausschreibung für die Gestaltung der Freifläche durchzuführen.

Der Saal "Weißes Lamm" hatte jüngst die Architekten mit seiner Atmosphäre und Architektur schwer beeindruckt. Es soll nun eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, um zu sehen, welche Möglichkeiten sich für den Saal bieten. Bernd Daum (FW) und Rudolf Ruf (CSU) waren beide begeistert, dass dem Saal wieder Leben eingehaucht werden soll. Aber vorab müsse geprüft werden, welcher Aufwand und für welche Nutzung es möglich wäre. Der Beschluss zur Machbarkeitsstudie erfolgte einstimmig. In diesem Zusammenhang regte Michael Wunder (CSU) an, an zurückgebaute historische Gebäude mit einer Bildtafel zu erinnern.

Bürgermeister Michael Pöhnlein hatte im Vorfeld der Sitzung allen gedankt, die ihm an seinen 50. Geburtstag gratuliert hatten. Er dankte vor allem für die Spenden zugunsten des Nordhalben-Fonds, die bisher bereits über 2800 Euro betragen würden.

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Susanne Deuerling
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Veröffentlicht am:
07. 02. 2018
15:48 Uhr

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Susanne Deuerling

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Veröffentlicht am:
07. 02. 2018
15:48 Uhr



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