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Kronach

Lastwagenfahrer unterlässt Hilfe

Ein 52-Jähriger verweigert bei einem Unfall seine Unterstützung. Das kommt ihm nun teuer zu stehen.



Lastwagenfahrer unterlässt Hilfe  

Kronach - Keine Anstalten, sich um ein Unfallopfer zu kümmern, hat im Juli vergangenen Jahres ein Lastwagenfahrer auf der B 2207 bei Nordhalben gemacht. Der 52-jährige Tscheche, der für eine heimische Spedition arbeitet, hatte das Hilfeersuchen einer Ersthelferin damals wohl wissentlich ignoriert. 2000 Euro muss der Mann dafür nun an die Staatskasse wegen unterlassener Hilfeleistung bezahlen. Das Kronacher Amtsgericht unter Vorsitz von Richter Christoph Lehmann verurteilte ihn am Donnerstag zu dieser Geldstrafe.

Der verunglückte Autofahrer, der an einer ernsthaften Vorerkrankung litt, war damals auf der Bundesstraße nach einem akuten Herzinfarkt gegen einen Baum gefahren. Eine erste Helferin aus dem Landkreis versuchte, den angeklagten Lastwagenwahrer anzuhalten, da sie und eine weitere Zeugin den Verunglückten aus seiner misslichen Lage nicht befreien konnten. Der Angeklagte soll trotz der eindeutigen Zeichengebung der Frau mit Bitte zum Anhalten weiter gefahren sein, ohne Maßnahmen zu ergreifen. Der Verunglückte konnte kurze Zeit später dennoch aufgrund weiterer Ersthelfer und durch Wiederbelebung gerettet werden.

Der Angeklagte hatte am Donnerstag Widerspruch gegen einen Strafbefehl in Höhe der verhängten Strafe eingelegt. Der 52-Jährige erinnerte sich, dass er damals im Gegenverkehr zur Unfallstelle gekommen sei. Am Unfallort hätten sich bereits bis zu vier Autos und fünf Menschen befunden. Eine Frau habe ihm zwar Zeichen gegeben, er habe aber keine Veranlassung gesehen, anzuhalten. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Ich habe wieder Gas gegeben, ich habe gedacht, die kümmern sich. Ich dachte, ich stehe nur im Weg."

Laut der einstigen Ersthelferin saß der Verunglückte noch hinter seinem Steuer. "Ich habe seinen Puls gefühlt, er war sehr schwach." Nur sie, eine weitere Frau und ein weiterer Zeuge seien am Unfallort gewesen. Dem Angeklagte habe sie das Zeichen zum Anhalten gegeben. Der habe jedoch auf seine Uhr gezeigt und bedeutet, dass er weiter fahren müsse. "Er konnte eindeutig sehen, dass wir Hilfe brauchen. Mit ihm wäre alles leichter gewesen."

Nach einer Rechtsbelehrung durch den Richter, dass die Strafe für ihn möglicherweise höher ausfallen könnte, nahm der Angeklagte seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurück.

Autor

Dagmar Dietrich
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Veröffentlicht am:
11. 10. 2018
17:48 Uhr

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Dagmar Dietrich

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11. 10. 2018
17:48 Uhr



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