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Kronach

Loewe-Insolvenz schlägt auf den Arbeitsmarkt durch

Der Stellenmarkt hat Sommerpause. Die Eintrübung hat mit mehreren Faktoren zu tun, die besonders den Frankenwald treffen.



Die Schieflage beim Kronacher TV-Hersteller Loewe macht sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Foto: Archiv / Stephan Großmann  

Kronach/Coburg - Im Juli verzeichnet die Arbeitsagentur Bamberg-Coburg einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Der Statistik zufolge waren zum Monatsende 9873 Männer und Frauen ohne Job - 426 mehr als im Juni. Daraus errechnet sich eine Quote von 2,8 Prozent (2,7). Ursachen dafür sind das Schul- und Ausbildungsende, die Insolvenz des Kronacher TV-Herstellers Loewe und eine leichte, aber laut Agenturchefin Brigitte Glos "spürbare konjunkturelle Eintrübung am regionalen Arbeitsmarkt".

Kronacher Quote steigt auf über drei Prozent

Einen deutlichen Anstieg um 241 auf 1310 Personen (Quote: 3,4 Prozent) gibt es im Landkreis Kronach. Ursache dafür ist die Insolvenz des TV-Geräteherstellers Loewe und die damit verbundene sofortige Freistellung der Beschäftigten. Im Vergleich zum Juli 2018 ging die Zahl der offenen Stellen um 159 auf 720 zurück.

 

Mit einer Quote von 2,9 Prozent steht der Landkreis Coburg in der Region aktuell am besten da. Per Definition herrscht damit Vollbeschäftigung. Der Statistik zufolge waren Ende Juli 1450 Menschen ohne Job - zwei mehr als im Juni. Wie in der Stadt Coburg schrumpfte auch im Landkreis der Stellenbestand. Derzeit liegen der Agentur 1084 Beschäftigungsperspektiven von Unternehmen aus dem Landkreis vor.

 

Im Stadtgebiet Coburg hat sich im Juli die Zahl der Arbeitslosen um 17 auf 1101 Personen verringert. Daraus resultiert eine Quote von 4,8 Prozent. Der Bestand an offenen Stellen ist mit derzeit 820 Offerten etwas niedriger als im Vorjahr.

 

1247 (+ 58) Männer und Frauen sind im Landkreis Lichtenfels ohne Job. Das entspricht einer Quote von 3,2 Prozent. Aktuell sind 1063 offene Stellen gemeldet.

 

Die Entwicklung insgesamt ist unterschiedlich: Während in der Automobilzulieferer-Industrie die Nachfrage gegenwärtig stagniert oder sogar rückläufig ist, werden in Branchen wie Gesundheit und Pflege händeringend Fachkräfte gesucht. Alles in allem gehen die Vermittler davon aus, dass sich die Situation am nach wie vor robusten Arbeitsmarkt mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres wieder normalisiert. Außerdem haben schon einige Unternehmen Interesse an einer Anstellung ehemaliger Loewe-Mitarbeiter signalisiert. "Bei den Auszubildenden hat der größte Teil bereits einen neuen Ausbildungsbetrieb gefunden", wird Glos in der am Mittwoch veröffentlichten Juli-Statistik zitiert.

 

Der Personalbedarf der Betriebe ist im Juli leicht abgeflacht. Dies ist für die Jahreszeit jedoch nicht ungewöhnlich. Erfahrungsgemäß geht die Nachfrage für Neueinstellungen über die Sommermonate sichtbar zurück, bevor sie im September mit dem einsetzenden Herbstaufschwung wieder anzieht.

Im Berichtsmonat haben die Betriebe dem Arbeitgeberservice 1338 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsangebote und damit 30,1 Prozent weniger als im Juli 2018 gemeldet. Auch im Vergleich zum Juni verringerte sich der Stellenzugang um 18,8 Prozent. Obwohl der Stellenpool in der Region mit fast 8000 Stellenangeboten zum Monatswechsel weiterhin gut gefüllt ist, machte sich im Vorjahresvergleich ein Rückgang von 810 Stellenangeboten (-9,6 Prozent) bemerkbar.

Die Mehrzahl der vorhandenen Arbeitsplatzangebote entfällt auf die folgenden Berufsbereiche: Produktion und Fertigung (2740), Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (1491), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (969), kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus (796) sowie 772 auf Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik.

Die Jobcenter des Agenturbezirks verzeichnen im Juli hingegen einen Rückgang der Erwerbslosigkeit um 158 auf jetzt 3984 Personen. Insgesamt erhöhte sich die Unterbeschäftigungsquote in den vergangenen zwölf Monaten leicht von 3,8 auf aktuell 4,0 Prozent oder 13 970 Personen. Diese Kategorie berücksichtigt Männer und Frauen, die zwar nach gesetzlicher Definition nicht arbeitslos sind, aber dennoch nicht in einem regulären Beschäftigungsverhältnis stehen wie beispielsweise Menschen, die sich beruflich weiterbilden.

Arbeitsagentur und Jobcenter unterstützen und fördern bei Bedarf berufliche Weiterbildung sowie Umschulungen. Da vor allem Fachkräfte und Experten auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, werden aktuell 924 Personen im Bezirk beruflich weitergebildet, um ihre Berufschancen zu optimieren. Das sind 136 beziehungsweise 17,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Autor
Christoph Scheppe

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Veröffentlicht am:
31. 07. 2019
19:42 Uhr

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Christoph Scheppe

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31. 07. 2019
19:42 Uhr



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