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Kronach

Mann vergreift sich an Mädchen

Ein 57-Jähriger hat die zehnjährige Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin sexuell belästigt. Er bekommt eine Haftstrafe auf Bewährung.



Statue der Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Symbolfoto   Foto: David-Wolfgang Ebener/Archivbild

Kronach - Zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung und 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit ist am Dienstag vor dem Kronacher Amtsgericht ein 57-Jähriger aus dem Landkreis verurteilt worden. Im April hatte er die zehnjährige Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin sexuell belästigt. Im Laufe der Verhandlung gab er die Tat auch zu, was sich strafmindernd auswirkte. Außerdem ersparte er dem Mädchen somit eine Vernehmung.

Staatsanwältin Julia Haderlein verlas die Anklageschrift. Demnach soll der Mann am Tattag mehrere Stunden in einem Café verbracht haben und danach merklich alkoholisiert in die Wohnung seiner damaligen Freundin gekommen sein. Dort sei er jedoch nur auf deren Tochter getroffen und habe dem Mädchen vorgeschlagen, mit zu ihm zu kommen und seine Katzen zu füttern. In seinem Haus habe er schließlich mehrmals versucht, dem Kind unters T-Shirt zu greifen. Außerdem soll er dem Mädchen einen Zungenkuss gegeben haben. Die Zehnjährige habe ihn immer wieder von sich gestoßen und schließlich mit ihren Inlineskates das Haus verlassen. Sie sei nach Hause gefahren, der Angeklagte zu Fuß hinterhergekommen. Dort habe er sich auf die Couch gelegt und sei eingeschlafen. Später habe er sich bei dem Mädchen entschuldigt.

"Im Grunde genommen habe ich einen Fehler gemacht", gab der 57-Jährige nach diesen Ausführungen zu. Er beteuerte jedoch, dass es nicht seine Absicht gewesen sei, das Kind sexuell zu belästigen. Auch wollte er sich an den Zungenkuss zunächst nicht erinnern können. "Es kann sein, dass ich sie berührt habe. Vielleicht habe ich sie auf die Wange geküsst", erklärte er. Womöglich habe er das Kind auch umarmt, mehr aber nicht. Weiterhin räumte er ein, um die zehn Bier getrunken zu haben.

"Wenn Sie nicht geständig sind, muss ich das Mädchen hier hochnotpeinlich befragen. Das würde ich ihr gerne ersparen", meinte Richter Jürgen Fehn zu dem Angeklagten und wollte wissen, ob er denn der Ansicht sei, zu Unrecht von dem Kind beschuldigt zu werden. Dies verneinte der 57-Jährige und erklärte, dass er ebenfalls nicht wolle, dass das Mädchen vor Gericht seine Aussage wiederholen muss. "Wenn Sie sich entschuldigt haben, muss ja etwas gewesen sein", ließ der Amtsgerichtsdirektor nicht locker.

Daraufhin schilderte der Angeklagte seine Sicht der Dinge, die in weiten Teilen mit der Anklageschrift übereinstimmte. Nur daran, was genau in seinem Wohnzimmer passiert ist, wollte er sich nach wie vor nicht so ganz erinnern können. Die Schuld an seinem Verhalten gab er klar dem Alkohol - auch, wenn er zu dem Zeitpunkt viel vertragen habe. "Seitdem trinke ich nur noch alkoholfreies Bier", beteuerte er. Sein Verhältnis zu dem Mädchen vor dem Tatzeitpunkt beschrieb er als nicht besonders eng, sie sei ihm viel aus dem Weg gegangen. Streit habe es aber nicht gegeben. Kurz nachdem das Kind seiner Mutter von dem Übergriff erzählt hatte, sei die Beziehung auseinandergegangen.

Nach diesen Ausführungen merkte Staatsanwältin Julia Haderlein an: "Sie erinnern sich an alle möglichen Details, zum Beispiel, dass das Mädchen Inlineskates anhatte. Aber das Entscheidende wissen Sie nicht mehr - das glaube ich Ihnen nicht." Außerdem küsse man niemanden unabsichtlich. Die Mutter des Mädchens, die als Zeugin geladen war, sagte aus, dass sich ihre Tochter ihr gleich am nächsten Morgen offenbart habe. Daraufhin habe sie ihren damaligen Partner zur Rede gestellt. Er habe gesagt, das Ganze sei "nicht weit" gegangen und sich bei dem Kind entschuldigt. Die Beziehung beendet habe sie erst wenige Wochen später, nachdem sie gemerkt habe, wie sehr ihre Tochter darunter litt, den Mann nach wie vor zu sehen. Das Mädchen habe einige Zeit schlecht geschlafen und sei etwas distanzierter als normalerweise gewesen. Ihre schulischen Leistungen hätten sich jedoch nicht verschlechtert und inzwischen gehe es ihr wieder recht gut.

Letztlich gab der Angeklagte zu, dass alle Anschuldigungen stimmen - auch der Zungenkuss habe stattgefunden. Er erklärte, nicht gegen das Urteil vorgehen zu wollen und versicherte: "Ich bedauere zutiefst, was passiert ist. Das war dumm von mir. Wenn ich es ändern könnte, würde ich das machen." Richter und Staatsanwältin waren ebenfalls der Ansicht, dass der Mann aus der Sache gelernt habe.

Autor
Julia Knauer

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Veröffentlicht am:
27. 08. 2019
20:40 Uhr

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Julia Knauer

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27. 08. 2019
20:40 Uhr



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