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Kronach

Menschen sterben, ihre Spuren bleiben

Auch heuer war es eine bewegende Andacht: Hospizmitarbeiter und Angehörige gedenken gemeinsam der Lieben, die man verloren hat.



Hospizbegleiterin Conny Altmann entzündete eine Kerze für die von ihr betreuten Menschen. Mit im Bild ist Hospiz-Koordinatorin Brigitte Raabgrund. Foto: Heike Schülein  

Kronach - Alljährlich lädt der Hospizverein seine ehrenamtlichen Mitarbeiter wie auch Hinterbliebene, die um einen geliebten Angehörigen trauern, zu einem besonderen gemeinsamen Gedenken ein. Unter dem Sinnbild "Spuren" gedachte man auch heuer den Menschen, die man auf ihrer letzten Lebensreise begleitet hatte. Gestaltet wurde die sehr berührende Andacht in der Spitalkirche von Pastoralreferentin Birgitta Staufer-Neubauer und Prädikantin Elke Fischer sowie den Mitgliedern des Hospizvereins mit seinen beiden Koordinatorinnen Annette Hümmer und Brigitte Raabgrund.

Benefizkonzert

Am Sonntag, 18. November, findet wieder ein Benefizkonzert für den Hospizverein Kronach statt. "Spirit Voices" präsentiert ein bunt gemischtes Programm in der Krankenhauskapelle in Kronach. Beginn ist um 17 Uhr.


Wie die Jahresringe eines Baumstammes hinterlässt auch jeder Mensch "Spuren" - Spuren in der Erinnerung seiner Hinterbliebenen. Dieses Leitthema der Gedenkandacht des Hospizvereins wurde symbolisiert vom Stück eines Baumstammes, das vor dem Altar der Spitalkirche aufgebaut war und als Halter einer Kerze diente.

"Auf seinem Weg durchs Leben hinterlässt ein Mensch viele Spuren", zeigte sich Hümmer in ihrer Meditation sicher. Manche seien offenkundig - wie beispielsweise Kinder oder ein Haus. Andere seien unsichtbar wie die Spuren, die im Leben anderer zurückbleiben: die Hilfe, die er gewährte; das, was er sagte; der Mut, den er zusprach. Auch wenn man nicht daran denke, drücke man doch seiner Umwelt in irgendeiner Weise seinen Stempel auf. Die tiefsten Spuren finde man in der Erinnerung im Herzen: Spuren der Liebe, tief eingegraben. "Und alle Spuren zusammengenommen, ergeben das, was den Menschen ausmacht", bekundete die Hospizkoordinatorin.

Für die Angehörigen sei der Verlust eines lieben Menschen - so Raabgrund - schmerzlich. Aber auch für die Hospizbegleiter sei es schwer, jemanden zu verlieren, der ihnen im Laufe der Begleitung ans Herz gewachsen sei. "Wir versuchen, die Menschen auf den letzten und vermutlich schwersten Teil ihres Lebens so gut wie möglich zu begleiten", verdeutlichte sie. Man führe Gespräche mit den Schwerkranken, höre ihnen zu und sei einfach da. Auch Jesu habe gesagt: "Ich bin der Weg. Auch wenn ihr mich nicht seht, bin ich da. Auf mich kannst du dich verlassen." Leider übersehe man in schweren Zeiten oftmals Gottes Spur.

So durfte bei diesem Thema des Gedenk-Gottesdienstes auch die Geschichte "Spuren im Sand" nicht fehlen, vorgelesen von der 2. Hospizvereins-Vorsitzenden Anja Männl. Gott geht dabei mit einem Menschen am Strand entlang. Doch dann ist nur noch eine Spur im Sand zu sehen. Auf die Frage: "Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?", antwortete dieser: "Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen." Für jede verstorbene Begleitung hatte man symbolisch einen Fußabdruck gebastelt - mit einem Teelicht darauf, das von den jeweiligen Hospizbegleitern entzündet wurde und von den Angehörigen mit nach Hause genommen werden durfte. Eine Kerze in der Mitte war denjenigen gewidmet, bei denen es nicht mehr zu einer Begleitung gekommen war.

Raabgrund dankte den Angehörigen für das entgegengebrachte Vertrauen - ebenso wie allen Hospizbegleitern für ihre wertvolle Hilfe und ihre Bereitschaft, schwerkranken und sterbenden Menschen beizustehen, ihnen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken: "Ihr seid immer da, wenn man euch braucht. Man kann sich immer auf euch verlassen. Ihr tragt den Hospiz-Gedanken nach außen!" Oft stellten diese für ihre Aufgabe, die sie mit sehr viel Liebe und Hingebung erfüllten, ihre privaten Interessen in den Hintergrund. Zugleich nähmen diese dabei aber auch vieles für ihr eigenes Leben mit. Ein weiterer Dank galt dem Vorstand des Hospizvereins, der viele ehrenamtliche Stunden einbringe und den Hospizkoordinatorinnen sowie den Hospizbegleitern stets mit Rat und Tat zur Seite stehe.

Die Umrahmung der Andacht oblag einem musikalischen Freundeskreis aus Fischbach rund um Anja Männl.

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Heike Schülein
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Veröffentlicht am:
14. 11. 2018
18:24 Uhr

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Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2018
18:24 Uhr



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