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Kronach

Mitwitz beendet den Mähwahn

Die Marktgemeinde will seine Flächen erblühen lassen. Dabei zeigt man sich aber durchaus gewillt, innovative Wege einzuschlagen. Das gilt auch für einen neuen Spielplatz.



Mitwitz blüht auf. Die Gemeinderäte wollen den Ort ökologisch aufwerten.   Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Mitwitz - Alexander Ulmer, Geschäftsstellenleiter des Landesbundes für Vogelschutz in Coburg, hat in der jüngsten Mitwitzer Marktgemeinderatssitzung über geplante Maßnahmen informiert, wie man künftig mehr für den Umwelt- und Artenschutz tun kann.

Aus dem Marktgemeinderat

Bürgermeister Laschka informierte, dass die Schlosskapelle am 5. Oktober um 16 Uhr eingeweiht werde. Zudem ging er auf die Stellplatzsituation an der Schule ab Mitte Oktober ein, die sich erheblich verbessern werde. Die Marktgemeinde habe bereits die unterschiedlichsten Baumaßnahmen in die Wege geleitet "und so langsam zeigen sich Fortschritte, wie zum Beispiel bei der Mauerverblendung am Gasthaus Steinerner Löwe", so der Rathauschef. Die nächste Gemeinderatssitzung datierte er auf den 15. Oktober.

Folgende Bauanträge wurden behandelt und genehmigt: Antrag auf Vorbescheid für den Anbau einer Doppelgarage an ein bestehendes Wohnhaus in Neundorf. In Leutendorf 39 soll ein neuer Tiefstreustall für Rinder und Schafe verwirklicht werden. In Mitwitz soll eine Einliegerwohnung umgebaut werden. Die Sanierung von Dachflächen plant der Schulverband Mitwitz in der Thüringer Straße.

Dabei ging es nicht nur um Blühwiesen oder Hecken, die man an den unterschiedlichsten Ecken und Orten schaffen kann. Die Räte diskutierten auch über ein paar sehr innovative Ansätze. Eine Auwaldpflanzung an der Stierwiese zum Beispiel oder ein kaskadenförmiges Kleingewässer in Lochleithen.

 

In Steinach an der Steinach möchte man das Grundstück "An der Wolfsgrube" wieder einer Nutzung zuführen. Nachhaltigkeit ist das Schlagwort, dem auch die Gemeinderäte viel abgewinnen konnten. Man müsse nicht ständig mähen, mulchen oder beschneiden, man könne manche Dinge auch einmal nur wachsen lassen, sofern dadurch nichts und niemand beeinträchtigt würde.

Insgesamt wurden elf geplante Projekte vorgestellt. Edith Memmel (Die Grünen) regte an, die Maßnahmen zu beschildern, denn "sonst heißt es wieder: Sind die nur zu faul zum Mähen?"

Zum wiederholten Male stand im Anschluss der Kindergarten auf der Tagesordnung. Hier wurde eine Bedarfsnotwendigkeit erkannt und der Beschluss gefasst, zusätzlich zehn Kindergartenplätze und zwölf Kinderkrippenplätze zu schaffen. Am Ende solle er Platz bieten für 115 Kinder. Ein Antrag auf das Anlegen eines Spielplatzes war vom CSU-Ortsverband eingegangen. Auch hier entspann sich eine größere Diskussion - und zwar über den Standort. Während die CSU-Fraktion die sogenannte "Fischer-Brache" (Gelände des ehemaligen Fischer-Betriebs) favorisierte, wollte Martin Heidenbluth (FWG) die Option Schlosspark prüfen lassen. Hier verwies Bürgermeister Hans-Peter-Laschka darauf, dass dieses Gelände nur für zehn Jahre zur Verfügung stehe, danach laufe der Pachtvertrag aus.

Angedacht wurden beispielsweise ein Wasserspielplatz oder vielleicht sogar ein Mehrgenerationenspielplatz mit Einkehrmöglichkeit und Toiletten. "Aber auf keinen Fall soll es einer sein mit langweiligen Geräten, die eh schon jede Familie mit Kindern in ihrem Vorgarten stehen hat", fasste Edith Memmel zusammen. Die Optionen des Standortes will man jetzt prüfen und eine Anfrage ans Wasserwirtschaftsamt stellen.

Eine Verschiebung der Gemeindegrenzen brachte die Flurneuordnung und die Dorferneuerung in Neundorf-Schwärzdorf mit sich. Hier ergibt sich künftig für den Markt Mitwitz eine Flächenmehrung von 0,6789 Hektar. Eine Umwidmung der KC 14 im Abschnitt 100 (Neundorf/Schwärzdorf) und eine damit verbundene Umstufung zur Gemeindeverbindungsstraße zauberte keine zufriedenen Gesichter. In einem schlechten Zustand sei die bisherige Kreisstraße und bevor man sie "in Besitz nehme", solle sie bitteschön zumindest eine akzeptable Beschaffenheit erhalten, empörten sich viele Räte.

Im Baugebiet "Herrschaftsstücke 2" wurde eine Straßenbeleuchtung beschlossen. Die Leuchten, die in warm-weißem Licht erstrahlen sollen, kosten den Markt Mitwitz etwa 35 000 Euro. Eine Förderung von 10 000 Euro im Rahmen der Gebäudevitalisierung erhält der Eigentümer des Anwesens in der Ludwig-Freiherr-von-Würtzburg-Straße 2. Es handele sich hier um ein ortsprägendes Gebäude, in dem neuer Wohnraum geschaffen worden war. Einstimmig beschlossen wurde die Zweckvereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit beim Datenschutz und der Informationssicherheit mit dem Landkreis Kronach.

Auch die Besucher der Gemeinderatssitzung hatten Anliegen. Astrid Müller zum Beispiel verwies auf die Lärmbelästigungen von Feuerwerken, die Tiere extrem in Angst versetzen würden. Hier merkte der Bürgermeister an, dass man Feuerwerke nicht gänzlich verbieten wolle.

Auf fehlende Grenzsteine lenkte dann Friedrich Bürger die Aufmerksamkeit des Gemeinderates. Falls Interesse bestehe, wolle er sich persönlich der Thematik annehmen. Ob die "kulturhistorische Monumente", wie er sie nannte, gestohlen worden waren oder einfach bei Grabungsarbeiten im Erdreich verschwunden sind, ließe sich kaum nachvollziehen. Aber die, die noch da seien, solle man wenigstens retten, so sein Anliegen.

Autor

Maria Löffler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
17:16 Uhr

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Maria Löffler

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Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
17:16 Uhr



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