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Kronach

Mitwitz und Kehlbach im Fokus

Beide Orte werden von der Jury des Dorfwettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" besucht. Dabei erfahren die Experten, welche Pläne es dort gibt - und sind sehr beeindruckt.



Kehlbach war der zweite Ort im Landkreis Kronach, den die Jury am Donnerstag unter die Lupe nahm. Foto: Beate Singhartinger   » zu den Bildern

Mitwitz - Am Donnerstagnachmittag ist die Jury zum Dorfwettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" im Landkreis Kronach unterwegs gewesen. Die Bewertungskommission, die aus zahlreichen Fachleuten besteht, besuchte die Ortschaften Kehlbach und Mitwitz. Dort behandelte sie Themen wie wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und -entwicklung, Grüngestaltung und -entwicklung sowie die Kategorie "Dorf in der Landschaft".

In Mitwitz rührte Bürgermeister Hans-Peter Laschka kräftig die Werbetrommel für seinen Kernort. In seinem 45-minütigen Vortrag betonte er: "Unser Markt Mitwitz hat Zukunft". Mitwitz sei von der Infrastruktur her im Vorteil. Nur zwölf Minuten habe man zur Autobahnanschlussstelle Ebersdorf und liege zentral im Bereich Coburg, Sonneberg, Lichtenfels und Kronach. Eine wesentliche strukturelle Maßnahme sei die Aufwertung der Ortsdurchfahrt B 303 gewesen, unter anderem durch Flüsterasphalt. Zudem habe man zahlreiche weitere Maßnahmen wie den neuen Kirchplatz oder die Ortsmitte mit Arztpraxis realisiert. Diese Maßnahmen seien mit 80-prozentigen Zuschüssen aus Landes- und Bundesmitteln erfolgt.

Notwendig sei im Ortseingangsbereich die Beseitigung der Industriebrache Fischer gewesen. Von sieben verschiedenen Eigentümer habe man mit Unterstützung des Stadtumbaumanagement das Grundstück erworben, damit die Aufwertung erfolgen konnte. Die Umwandlung einer Scheune zur Arztpraxis sei eine interessante Maßnahme gewesen. In einem alten Bauernhaus entstehe eine Touristinformationsstelle mit Präsentationsraum, in den ein Schaufenster von Gewerbetreibenden integriert werden soll.

Als erste Gemeinde im Landkreis habe man zwei Elektroladestationen gebaut. Zudem habe man als Gemeinde ein privates Förderprogramm "Revitalisierung" aufgelegt. 10 000 Euro gibt es für Eigentümer aus dem Gemeindesäckel, wenn sie Leerstand verhindern oder beseitigen. Neben der Innenentwicklung habe man auch ein Neubaugebiet ausgewiesen mit 14 normalen Bauplätzen für Häuslebauer und zwei Parzellen für Mehrfamilienhäuser. "Alle 14 Bauplätze sind von jungen Mitwitzern vorgemerkt", freute sich der Bürgermeister. Der Quadratmeter koste vollerschlossen 69 Euro.

Auch im Bereich der Nahversorgung sei man gut aufgestellt. Wegen der großen Anzahl an Gastwirtschaften im Kernort Mitwitz werde man oft von außen neidisch beäugt, meinte der Bürgermeister nicht ohne Stolz: "Viele Leute fahren nach Mitwitz, um am Sonntag einen Kaffee zu trinken." Zudem habe man noch sieben Wirtshäuser in den Ortsteilen. Stolz sei man auch auf die eigene Wasserversorgung mit großzügigem und ausreichendem Grundwasservorkommen im Steinachtal. Alle Gemeindeteile seien an die Kläranlage angeschlossen, bis auf zwei Weiler.

Etwas besonderes in Mitwitz sei die von der Gemeinde initiierte Nahwärmeversorgung, Die Hackschnitzelheizung versorge 120 private und alle öffentlichen Gebäude mit Nahwärme. Dadurch erreiche man eine Einsparung von 1500 Tonnen CO² jährlich. 120 Schülerinnen und Schüler besuchen die Grundschule in Mitwitz und 260 Schülerinnen und Schüler die Montessorischule. "Ein Glücksfall für uns", so Laschka. Zudem verfüge man noch über Ökologische Bildungsstätte.

Bereits am Vormittag war die Jury in Kehlbach unterwegs. Die Gemeinde hat sich das Motto "Starkes Miteinander der Generationen" gegeben. Kehlbach wird im Jahr 2020 eine Energienutzungsplan erstellen und im darauffolgenden Jahr ein Gemeindeentwicklungskonzept auf den Weg bringen. Man setzt auf Bürgerbeteiligung und hat für die Bürgerinnen und Bürger seit dem Jahr 2018, zur Stärkung der Grundversorgung und Mobilität, einen Bürgerbus sowie einen kostenfreien Kindergartenbus im Einsatz. Seit dem Jahr 2017 sei die Kommune Modellgemeinde beim Projekt "Kommunalmarketing".

Beide Gemeinden haben nun die Möglichkeit, am Bezirksentscheid 2020 teilzunehmen.

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Peter Fiedler
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Veröffentlicht am:
26. 07. 2019
16:38 Uhr

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Autor

Peter Fiedler

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Veröffentlicht am:
26. 07. 2019
16:38 Uhr



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