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Kronach

Mütter hängen nicht mehr in der Luft

Schwangere haben es immer schwerer, eine Hebamme zu finden. Um die Situation für beide Seiten zu entschärfen, bietet der Landkreis nun einen neuen Service an.



Beim abschließenden Planungstreffen freute sich Landrat Klaus Löffler über den baldigen Startschuss der Wochenbett-Sprechstunde zusammen mit den Hebammen (stehend, von links) Christine Kiendl, Seline Steinhäuser, Karin Zapf sowie (sitzend, von links) Elisabeth Eibl, Sibylla Fehn, der Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus, Andrea Hahn, und der Hebamme Cilly Volk. Foto: Landratsamt Kronach   » zu den Bildern

Kronach - Von nächster Woche an können Mütter aus dem Landkreis Kronach in den ersten Wochen nach der Geburt eine neu geschaffene Anlaufstelle aufsuchen. Wie das Landratsamt mitteilt, stehen ab Dienstag in der sogenannten "Wochenbett-Sprechstunde" hiesige Hebammen einmal wöchentlich in Kronach und Steinbach am Wald für Fragen rund um Säuglingsernährung, Rückbildung und das neue Leben mit Kind zur Beratung zur Verfügung. "Mit dieser Initiative der Hebammen und der Gesundheitsregionplus im Landkreis Kronach wird die lokale Versorgungssituation weiter verbessert", freut sich Landrat Klaus Löffler.

Am Dienstag geht es los

Die Wochenbett-Sprechstunden finden ab nächster Woche jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr in Steinbach am Wald im Beratungshaus am Rennsteig, Rennsteigstraße 19, sowie jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr in Kronach an der Helios Frankenwaldklinik in den Räumen der Stillambulanz im 1. Obergeschoss, Zimmer A-1-004, statt. An Feiertagen entfällt die Sprechstunde.

Beteiligte Hebammen sind Julia Beitzinger, Elisabeth Eibl, Sibylla Fehn, Andrea Gleich, Christine Kiendl, Kristina Schnappauf, Seline Steinhäuser, Cilly Volk und Karin Zapf.

 

In den ersten zwölf Wochen nach der Entbindung - im sogenannten Wochenbett - haben gesetzlich versicherte Frauen Anspruch auf Betreuung durch eine Hebamme. Diese begleitet und berät die junge Familie in den ersten gemeinsamen Wochen und besucht Mutter und Kind hierfür normalerweise zu Hause, anfangs täglich, später je nach Bedarf mehrmals wöchentlich. Aufgrund ihrer hohen Auslastung fällt es den Hebammen im Landkreis Kronach jedoch zunehmend schwerer, der hohen Nachfrage nach Wochenbett-Betreuung nachzukommen. Dies kann zur Folge haben, dass Mütter keine Hebamme zur Nachsorge finden und trotz Beratungsbedarfs auf sich allein gestellt sind. Unter anderem die Kronacher Geburtshelferin Cilly Volk hatte im vergangenen Jahr in einem öffentlichen "Hilferuf" auf die Problematik hingewiesen (die NP berichtete).

 

Seither wurde auf Landkreisebene daran gearbeitet, Lösungen zu entwickeln. Die Verantwortlichen der "Gesundheitsregionplus Landkreis Kronach" und die lokalen Hebammen schlossen sich zusammen und entwickelten in den vergangenen Monaten eine neue Anlaufstelle, die "Wochenbett-Sprechstunde". Diese können Frauen mit ihren Säuglingen aufsuchen, wenn sie dringende Fragen haben zu Themen wie Säuglingsernährung, Stillen, Wundheilung nach der Entbindung sowie zum neuen Alltag mit Kind, beispielsweise, was das Schlafverhalten oder die Bindung zum Neugeborenen angeht.

Die Sprechstunde soll dabei kein Ersatz für Hausbesuche sein, sondern vielmehr "ein zusätzliches Angebot, um den kurzfristigen Zugang zu einer Hebamme zu ermöglichen", wie es seitens des Landratsamts heißt. Das Angebot steht demnach allen Wöchnerinnen im Landkreis Kronach bei Bedarf offen, besonders natürlich den Frauen, die keine Hebamme für die persönliche, aufsuchende Betreuung gefunden haben oder deren Hebamme beispielsweise erkrankt oder im Urlaub ist. Für akute medizinische Bedarfslagen ist die Sprechstunde jedoch nicht die richtige Anlaufstelle. Dann ist entsprechende ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Bei der Standortfrage war sich die Planungsgruppe von Anfang an einig, dass der Landkreisnorden unbedingt eine eigene Anlaufstelle braucht, um weite Wege zu vermeiden. Daher findet die Sprechstunde nun wöchentlich sowohl in Steinbach am Wald als auch in Kronach statt (siehe Infokasten) und kann ganz unbürokratisch ohne Terminvereinbarung in Anspruch genommen werden. Die Kosten für die Beratung werden im Rahmen des gesetzlichen Anspruchs auf Wochenbett-Betreuung von den Krankenkassen übernommen, weswegen die Versichertenkarte beim Besuch der Sprechstunde mitzubringen ist.

Start der Wochenbett-Sprechstunde ist am Dienstag, 10. September, im Beratungshaus am Rennsteig in Steinbach am Wald sowie am Mittwoch, 11. September, an der Helios Frankenwaldklinik (jeweils von 10 bis 12 Uhr).

Dass nun der Startschuss erfolgt, freut alle Beteiligten. "Die intensive Planung und enge Zusammenarbeit haben sich gelohnt. Wir sind froh, dass wir gemeinsam ein Angebot mit wirklichem Mehrwert für junge Familien im Landkreis Kronach schaffen konnten", so Landrat Klaus Löffler. Er dankte den beteiligten Hebammen und Andrea Hahn von der "Gesundheitsregionplus" beim abschließenden Planungstreffen für ihr Engagement.

Die Durchführung der Wochenbett-Sprechstunde wird durch die Regierung von Oberfranken aus Mitteln des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege sowie durch den Landkreis gefördert.

Autor
Christian Kreuzer

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Veröffentlicht am:
06. 09. 2019
17:24 Uhr

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Christian Kreuzer

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06. 09. 2019
17:24 Uhr



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