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Kronach

Neue Anlaufstellen für Patienten

Das alte Oberrodacher Rathaus stand bei der jüngsten Ratssitzung in Marktrodach im Fokus. Es soll in den nächsten Jahren zum Ärztehaus umgebaut werden.



Aus dem alten Rathaus in Oberrodach soll ein Ärztehaus mit voraussichtlich zwei Arztpraxen werden. Foto: Regine Bellazrak  

Marktrodach - In der Rodachtalhalle fand am Montagabend eine Sitzung des Marktgemeinderates Marktrodach statt. Wieder hatte sich das Gremium mit einem Projekt, das im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern bei der Regierung von Oberfranken angemeldet worden war, zu befassen. Gefördert werden Maßnahmen zur Beseitigung von innerörtlichen Leerständen zur Aufwertung der Stadt- und Ortskerne in Nordostbayern.

Angemeldet wurden sechs Projekte, davon auf den Weg gebracht seien bereits fünf, informierte Bürgermeister Norbert Gräbner. Nun gehe es um das alte Rathaus in der Kulmbacher Straße in Oberrodach. Die Regierung von Oberfranken hatte eine Machbarkeitsstudie gefordert, die durch das Architekturbüro Müller Architekten aus Kronach angefertigt wurde. Die Planungen wurden dem Marktgemeinderat erstmals im Oktober 2018 vorgestellt. Vier Nutzungsvarianten wurden dabei präsentiert, die Kostenschätzung belief sich auf 1,2 Millionen Euro.

Das Ratsgremium entschied sich im März 2019 für die Nutzung als Ärztehaus und den entsprechenden Umbau. Angebote für ein Planungsbüro wurden eingeholt. Im Mai 2019 wurde beschlossen, den Auftrag an das Planungsbüro HTS Plan aus Kronach zu vergeben. Mittlerweile fanden zahlreiche Gespräche mit den beteiligten Stellen statt. Die Verkehrssituation wurde eingehend besprochen und mit einer Einbahnstraßen-Regelung eine Lösung gefunden. "Mittlerweile konnten Bauantrag sowie die Zuwendungsunterlagen fertig gestellt werden, nachdem die Eingabefrist auf 3. Juli, also auf Freitag dieser Woche, vorgezogen wurde", erklärte Gräbner.

Thomas Kleylein von HTS Plan stellte das Projekt vor: "Wir haben das gesamte Gebäude überplant, Vorschläge weiterentwickelt, Zufahrt und Außenanlagen mit in die Planung genommen. An den drei sichtbaren Fassaden des denkmalgeschützten Gebäudes wird sich nicht viel ändern." Das Sandsteinmauerwerk bleibt erhalten, der Eingang wird nach hinten verlegt und die Tür durch ein Fenster ersetzt. Die Fenster werden den ursprünglichen Einbauten mit Oberlicht nachempfunden. In einem guten Zustand sei der Dachstuhl, nur das Dach werde neu gedeckt, so der Architekt. Grundlegend ändern werde sich die hintere Fassade. Dort werden die Toilettenanlagen abgebrochen, und ein neues Treppenhaus mit Aufzug wird errichtet. Das Treppenhaus sei als Stahl-Glas-Konstruktion geplant und werde als separater Baukörper zu sehen sein, sagte Kleylein. Der Zugang erfolgt über drei Stufen und eine Rampe vom Parkplatz her.

Beide Praxen sind fast baugleich geplant. So sollen sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss je drei Behandlungszimmer, eine Anmeldung, ein Wartezimmer, ein Labor, ein Büro, ein Personalzimmer, ein WC- und Duschraum für das Personal sowie eine Patiententoilette entstehen. Die Nutzfläche beträgt jeweils rund 140 Quadratmeter. Das Dachgeschoss bleibt unausgebaut und dient als Lagerraum.

Auch im Keller wird wenig verändert, dort befindet sich die Heizung. Hinter dem Haus werden einige Stellplätze und zwei Behindertenparkplätze sowie ein Fahrradstellplatz angelegt. Bei der Zu- und Ausfahrt plane man eine Einbahnstraßenregelung, sagte der Architekt: Vor dem Gebäude lege man die Einfahrt an, hinter dem Bau, beim Trafohäuschen, die Ausfahrt. Dieser Regelung hätten das Staatliche Bauamt, die Polizei und das Landratsamt zugestimmt. Die Gesamtkosten bezifferte Thomas Kleylein auf 1,28 Millionen Euro. Nach einigen Rückfragen aus dem Gremium erklärte Bauamtsleiterin Katja Wich, dass 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten abzüglich der angenommenen Mieteinnahmen von der Regierung getragen würden, auch der Stahl-Glas-Anbau sei mit dabei. Wenn alles glatt geht, könnten die Arbeiten im Februar 2021 beginnen.

"Schön, dass wir dieses Projekt rechtzeitig auf den Weg bringen können. Dann haben wir alle unsere Vorhaben abgearbeitet und sind in einem guten Zeitplan. Wir haben alle sechs Projekte auf den Weg gebracht", freute sich der Bürgermeister. Er dankte Thomas Kleylein und seiner Verwaltung, die rund um die Uhr gearbeitet hätten, um auch dieses Vorhaben auf den Weg zu bringen.

Autor

Regine Bellazrak
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Veröffentlicht am:
30. 06. 2020
17:30 Uhr

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Regine Bellazrak

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Veröffentlicht am:
30. 06. 2020
17:30 Uhr



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