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Kronach

Neun Wochen Umleitungen am Rennsteig

Die Straße zwischen Steinbach am Wald und Kleintettau wird saniert - unter Vollsperrung. Das ist mit Einschränkungen für Anwohner und Firmen verbunden.



Die Karte zeigt die beiden Bauabschnitte mit den entsprechenden Umleitungen. Die Umfahrung für Bauphase eins ist in Lila, die für Abschnitt zwei in Blau gekennzeichnet.  

Steinbach am Wald/Tettau - Die Vertreter der Glashütten im nördlichen Landkreis Kronach sind merklich angespannt. Der Grund: Der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT), sein Steinbacher Amtskollege Thomas Löffler (CSU) und André Karl vom Staatlichen Bauamt stellen am Donnerstagnachmittag im Tettauer Rathaus die Pläne für die Sanierung der Frankenwaldhochstraße zwischen Steinbach am Wald und Tettau vor. Eines ist allen klar: Für Anwohner und den Lieferverkehr der Firmen bringt das erhebliche Einschränkungen mit sich.

"Gerade deshalb ist es uns wichtig, Wirtschaft und Bevölkerung umfassend zu informieren", meint Peter Ebertsch. Grundsätzlich sei er sehr dankbar, dass man bei der Staatsregierung Gehör gefunden habe und die dringend sanierungsbedürftige Straße nun erneuert werde. Es gehe darum, die Verkehrssicherheit auf der Strecke deutlich zu verbessern. Er weiß: "Wenn sich nichts tut, wird gejammert. Aber wenn mal etwas gemacht wird, ist das Geschrei auch oft groß." Umso schöner sei es, dass in diesem Fall beide betroffene Gemeinden sowie die Firmen in einem Boot säßen. "Wichtig ist die Kommunikation untereinander, damit jeder weiß, auf welche Beeinträchtigungen er sich einstellen muss", findet auch Thomas Löffler. Immerhin: Wenn die voraussichtlich maximal neunwöchige Bauphase erst einmal überstanden ist, könne man sich auf beste Bedingungen auf der Straße freuen.

Wie André Karl informiert, sei der Freistaat Bayern Träger der Maßnahme, da es sich um eine Staatsstraße handelt. An den Einmündungen der Kreisstraßen sei allerdings auch der Landkreis beteiligt. "Wir arbeiten in zwei Bauabschnitten", führt er aus. Der erste beginne auf Höhe der Firma Heinz-Glas in Kleintettau und gehe bis ein Stück weit über die Einmündung der aus Kehlbach kommenden KC 19 hinaus. Der zweite Abschnitt laufe dann von dort bis kurz hinter der Einmündung der KC 18 aus Richtung Windheim.

"Die Fahrbahnbreite auf der gesamten Strecke beträgt im Mittel etwa sieben Meter", informiert André Karl. Das habe zur Folge, dass man die Maßnahme zwangsläufig unter Vollsperrung durchführen müsse. Eine neue, erst seit diesem Jahr geltende Sicherheitsvorschrift besage, dass bei einer Breite von weniger als 8,50 Metern keine halbseitigen Sperrungen mehr zulässig sind. Das habe zur Folge, dass der Verkehr während der Baumaßnahme großräumig umgeleitet werden muss (siehe Karte).

"Wir werden fünf Zentimeter der Asphalt-Deckschicht abfräsen und sie anschließend verstärken, indem wir eine sechs Zentimeter dicke Bindeschicht aufbringen und darauf noch einmal vier Zentimeter Deckschicht", erklärt André Karl das Vorgehen. Somit werde die Straße insgesamt fünf Zentimeter höher als jetzt. Auf der gesamten Strecke habe er 45 Feld-Zufahrten gezählt. Auch die müssten folglich in der Höhe angepasst werden - und das koste Zeit. Der Baubeginn sei für den 1. Juli vorgesehen. Es könne aber sein, dass die Vollsperrung erst ein paar Tage später erfolgt. Am 6. September soll die Maßnahme dann abgeschlossen sein. Während der Bauarbeiten werde auch der Radweg neben der Straße voraussichtlich nicht befahrbar sein.

Laut André Karl fahren, Stand 2015, täglich rund 2287 Fahrzeuge auf der Rennsteigstraße, darunter 259 Lastwagen. Man könne davon ausgehen, dass diese Zahlen inzwischen weiter angestiegen sind. Zählungen fänden alle fünf Jahre statt. Das sei auch der Grund, warum die Fahrbahndecke verdickt werden muss: Die jetzige Stärke von circa 17 Zentimetern sei für derartige Belastungen zu gering. Daher gehe die Straße leicht kaputt. Die Strecke, die saniert wird, sei etwa sieben Kilometer lang. Die Kosten schätze man auf rund 2,1 Millionen Euro. Eine Baufirma gebe es noch nicht: "Submission ist am 18. Juni." Sollte sich kein Unternehmen auf die Ausschreibung bewerben, könne es im schlimmsten Fall sein, dass die Maßnahme nicht stattfinden kann. Aber davon gehe man aktuell nicht aus.

Angesichts der weiten Umleitungen, die teils auf engen, kurvigen Straßen verlaufen, bittet Thomas Löffler darum, der Baufirma nahezulegen, die Maßnahme möglichst zügig abzuwickeln. Denn für den Schwerlastverkehr sei das kein Spaß - und koste die Firmen aufgrund der längeren Fahrstrecken viel Geld und Zeit. Immerhin: Wie André Karl informiert, darf zumindest der Schicht-Bus die Baustelle passieren. Lediglich in der Woche, in der die Asphaltierungsarbeiten stattfinden, müsse auch er die Umleitung nehmen.

 
Autor
Julia Knauer

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Veröffentlicht am:
07. 06. 2019
16:50 Uhr

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07. 06. 2019
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