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Kronach

Parkplatz-Pläne spalten die Gemüter

Die Stadt sagt Nein, das Landratsamt sieht das jedoch anders: Weil die Räte die anvisierte Stelle für gefährlich halten, gibt es Unmut im Gremium.



Erneut gab es Ärger im Bauausschuss der Stadt Kronach, weil auf diesem Anwesen im Stadtgraben Stellplätze entstehen sollen. Die Mehrheit der Räte sieht aufgrund der Nähe eines Spielplatzes und der Enge dieses Geh- und Radweges große Gefahren. Foto: Karl-Heinz Hofmann  

Kronach - Einmal mehr fühlten sich die Mitglieder des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses von der Genehmigungsbehörde des Landratsamtes "ausgehebelt", wie es Winfried Lebok (CSU) ausdrückte. Stein des Anstoßes der für ziemlich viel Wirbel im Gremium sorgte war eine Information von Stadtplaner Daniel Gerber. In einer vorausgegangenen Sitzung sprach sich die Mehrheit gegen den Antrag eines Anwohners für die Schaffung von Parkplätzen auf seinem Anwesen im Stadtgraben aus. Dieser Beschluss des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses der Stadt Kronach wurde vom Landratsamt nach dessen Überprüfung revidiert, wie Daniel Gerber aus einer Meldung des Landratsamtes den Räten vorlas wurde der Beschluss abgewiesen. Vorausgegangen war ein Widerspruch des Bauantragstellers. Daraufhin habe die Baukontrolle des Landratsamtes das entsprechende Anwesen aufgesucht und das Bauvorhaben näher überprüft. Stadtplaner Gerber informierte auszugsweise aus dem Schreiben des Landratsamtes. "Am 17. Juli wurde eine Baukontrolle im Stadtgraben 7 durchgeführt. Die festgestellten Bautätigkeiten (Schaffung von Stellplätzen und die damit verbundene Beseitigung der Einfriedung) werden aus baurechtlicher Sicht als verfahrensfrei eingeschätzt. Aus Sicht der unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Kronach ist eine Beseitigung der ortsbildprägenden Metallzaunkonstruktion sowie des Grünbestandes aus denkmalschutzrechtlicher Sicht unbedenklich und bedarf keiner vorherigen Genehmigung nach dem Denkmalschutzgesetz. Ein bauaufsichtliches Einschreiten ist nicht erforderlich."

Ja zu Pool und Neubau

Innerhalb der Sitzung kam es auch zu einem Antrag auf Vorbescheid für den Neubau eines Wohngebäudes bis maximal zweigeschossig sowie einer Doppelgarage. Hierzu regte Winfried Lebok (CSU) an, zu prüfen, ob man den Bebauungsplan in diesem Bereich von Wötzelsdorf erweitern könnte. Dem Antrag auf Vorbescheid wurde Zustimmung mit der Maßgabe erteilt, dass sich die Stadt Kronach an keinerlei Erschließungsmaßnahmen (Zufahrt, Wasser, Kanal) beteiligen wird. Gegen eine Errichtung eines Garten-Pools in Kestel gab es keine Einwände.


Diese Stellungnahme erwirkte Kopfschütteln und Unverständnis bei den Räten. Bernd Liebhardt (CSU) äußerte den Eindruck, er sei im falschen Film. "Wenn das so ist, brauchen wir keinen Bauausschuss mehr in der Stadt", ärgerte er sich und forderte die Stadtverwaltung auf, das Ordnungsamt und den Denkmalschutz einzuschalten.

Für Wolfgang Hümmer (CSU) sind solche Entscheidungen nicht nachvollziehbar. Damit habe das Landratsamt auch die Verantwortung, wenn an dieser gefährlichen Stelle etwas passiert, mokierte sich der Stadtrat. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein versuchte die Räte zu beschwichtigen, denn im Normalfall klappt die Zusammenarbeit mit der Bauaufsichtsbehörde gut, meinte er und bat, solche Einzelfälle nicht über zu bewerten.

Ein weiterer Bauantrag sorgte ebenfalls für Missstimmung im Gremium. In Ruppen wurde eine Baumaßnahme größtenteils fertig gestellt, ohne rechtzeitig einen Bauantrag vorgelegt zu haben. Tino Vetter (FW) machte seinem Ärger Luft und meinte, jetzt müsse man endlich mal die Reißleine ziehen, er werde aus Überzeugung nicht zustimmen. Tatsächlich wurde dann auch dem Antrag auf Wohnhausanbau, Gaubenaufbau, Wintergartenanbau in Ruppen mit 4:5 Stimmen das gemeindliche Einvernehmen versagt.

Längere Diskussionen gab es auch über einen Antrag auf Errichtung zweier Carports in Fischbach. Stadtplaner Gerber machte dazu einige Ausführungen. Das Vorhaben sei nahe eines eher unübersichtlichen Verkehrsbereich geplant. Die Zu- und Ausfahrt sei daher übersichtlich zu gestalten. Gegen die nicht näher beschriebene, circa 60 Meter lange Einfriedung mit einer circa zwei Meter hohen Zaunkonstruktion (Metall?) sowie zwei Schiebetoren, bestehen laut Stadtplaner Bedenken, da diese negativen Einfluss auf das dörflich geprägte Ortsbild von Fischbach haben dürfte. Die dargestellte Zaun-/Toranlage ist kein gestalterisch befriedigender Ersatz für den offensichtlich zu beseitigenden Grünbestand. Der Einfriedung wird am geplanten exponierten Standort nur mit der Auflage zugestimmt, dass eine Grünplanung nachgereicht wird, aus der eine Ein- beziehungsweise Hintergrünung an dafür geeigneten Stellen hervorgeht. Das Landratsamt wird gebeten, die verkehrsrechtliche Situation zu prüfen. Unter Berücksichtigung dieser Auflagen wurde das gemeindliche Einvernehmen einstimmig erteilt.

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Karl-Heinz Hofmann
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Veröffentlicht am:
02. 08. 2019
16:18 Uhr

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Karl-Heinz Hofmann

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Veröffentlicht am:
02. 08. 2019
16:18 Uhr



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