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Kronach

Parkscheune steht in den Startlöchern

Sie bietet Platz für 14 Pkw und acht Wohnmobile und wird mit 1,2 Millionen Euro bezuschusst. Lauensteins Dorfmitte wird so fit für die Zukunft.



Geschäftsleiter Frank Ziener, Planer Julian Schmidt, Bürgermeister Timo Ehrhardt, Planerin Iris Bracke, Abteilungsdirektorin Marion Resch-Heckel, Planer Jürgen Kolb und Statiker Prof. Friedrich Wilhelm Zoller am Bauplatz der Parkscheune Lauenstein (von links). Fotos: Schülein   » zu den Bildern

Lauenstein - Was eher unscheinbar klingt, ist, so Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD), ein wichtiger Baustein für die Sanierung von Lauenstein. Damit bei der neu entstehenden Parkscheune auf zwei Ebenen mit Platz für 14 Pkw und acht Wohnmobile auch der gestalterische Aspekt nicht zu kurz kommt, legten sich die Planer des Architekturbüros Müller mächtig ins Zeug. Beim 5. Tag der Städtebauförderung am Samstag stellten diese vor Ort ihre Planungen vor.

Die Hintergründe

Ludwigsstadt hat 2013 die vorbereitenden Untersuchungen zur Stadtsanierung abgeschlossen und das Sanierungsgebiet "Lauenstein" förmlich festgesetzt. Im städtebaulichen Rahmenplan werden sowohl die Stärkung des "Unteren Dorfes" rund um den Anger als auch die Stärkung des Ortseingangs mit dem Burgbräu-Areal als prioritäre Handlungsbereiche benannt. Das Burgbräu-Areal wurde von der Stadt erworben und die darauf befindliche Gewerbebrache rückgebaut. Als Basis für das Nutzungskonzept dieser Gewerbebrache wurde eine vertiefende Rahmenplanung durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass im unteren Dorf von Lauenstein eine beachtliche Anzahl an Stellplätzen nachgefragt wird. Als Standort für eine mögliche Parkscheune fiel der Fokus auf die Leerstände "Orlamünder Straße 22" und "Hermann-Wilhelm-Straße 2". Für den Standort spricht die Zentralität und Nähe zur Buswendeschleife und den öffentlichen Einrichtungen am Anger.


"2013 machten wir uns in Lauenstein auf den Weg, städtebauliche Missstände im Ort aufzuzeigen und Entwicklungsmöglichkeiten zu erarbeiten", erklärte Ehrhardt beim kleinen Festakt im Feuerwehrhaus neben dem Bauplatz der Parkscheune. Neben den potenziellen Mietern und interessierten Lauensteiner Bürgern hatten sich Stadtratsmitglieder und Geschäftsleiter Frank Ziener ebenso eingefunden wie die Planer des Architekturbüros Müller sowie Prof. Friedrich Wilhelm Zoller, der für die Statik verantwortlich zeichnete. Besonders freute sich Ehrhardt über den Besuch der Abteilungsdirektorin der Regierung von Oberfranken, Marion Resch-Heckel, der er für die gute Zusammenarbeit und die großzügige Förderung zahlreicher Projekte dankte - so auch in diesem Fall für eine Unterstützung im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern mit dem Höchstfördersatz in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Stolz zeigte er sich über das in den vergangenen fünf Jahren stark verbesserte Ortsbild von Lauenstein. Dies geschah insbesondere durch Plattmachen leer stehender, nicht erhaltenswerter Gebäude. Die Parkscheune sei dabei kein "minderwertiges Projekt", sondern wichtiger Bestandteil des großen Ganzen.

"Die Ludwigsstädter Stadtentwicklung wird seit 2013 mit Fördermitteln unterstützt. Bislang sind rund 4,8 Millionen Euro Zuschüsse in die Stadtsanierung geflossen", verdeutlichte Resch-Heckel in ihrem Impulsvortrag. Dabei seien verschiedene Fördertöpfe wie auch Sonderprogramme zum Einsatz gekommen. Der Bedarf für die Parkscheune habe sich aus dem Abbruch des Burg-Bräu-Areals ergeben. Aufgrund der Topographie und der dichten Bebauung sei die Schaffung von Stellplätzen nicht oder nur mit großem Aufwand möglich. Gleichzeitig seien wohnungsnahe Parkmöglichkeiten eine nicht zu unterschätzende Anforderung an gute Wohnlagen, gerade im ländlichen Raum. "Mit dem Projekt wird die Ortsmitte als Wohnstandort aufgewertet und zukunftsfähig gestaltet", würdigte sie das Bauwerk, das aufgrund der zweigeschossigen Anordnung auch einen Beitrag zum Flächensparen leiste.

Mit Hilfe der Städtebauförderung konnte bereits die Buswendeschleife in die Ortsmitte verlagert sowie das ehemalige Burgbräu-Areal abgebrochen werden, das nunmehr renaturiert und als Freifläche aufgewertet werde. Hinzu kommen private Baumaßnahmen, die über das kommunale Förderprogramm unterstützt und begleitet werden.

Auch in Ludwigsstadt selbst konnten erfolgreiche Projekte umgesetzt werden - so die Sanierung der Ortsdurchfahrt und die Maßnahme Kronacher Straße mit Sanierung eines Leerstands und Wohnraum-Schaffung für anerkannte Flüchtlinge. Barrierefreier Wohnraum soll auch auf dem ehemaligen KEZ-Areal entstehen, während mit privaten Investoren das ehemalige Jahns-Bräu-Areal entwickelt werden soll.

Die bedarfsgerechte und mit Stadtplaner Franz Ullrich abgestimmte Objektplanung stellten Julian Schmidt und Iris Bracke vor. "Wichtig war uns ein einfacher, geradliniger und klarer Baukörper", betonte Bracke. Die obere Zufahrt von der Orlamünder Straße aus und die untere über den Hof erhalten zwei verschiedene Traufhöhen, damit sich das Gebäude gut ins Ortsbild einfügt. Durch das asymmetrische Dach wächst der Baukörper aus östlicher Richtung stärker an, um die zurückgenommene Kubatur der abgebrochenen Gebäude zu ersetzen. Zur Ausführung kommt ein niedrig abgeneigtes Schiefer-Satteldach mit einer rechteckigen Deckung. "Der Baukörper soll sich reinducken und nicht den Blick auf die Burg beeinträchtigen", erläuterte die Planerin.

Bei der Gestaltung kommen regionstypische Materialien zum Einsatz - Holz sowie Beton mit einer Struktur ähnlich einer Natursteinmauer. Die Planungen werden fortgeführt und der Antrag auf Baugenehmigung vorbereitet, so Schmidt. Der finale Plan soll in einer der nächsten Bauausschuss- oder Stadtrat-Sitzungen vorgestellt werden. Man hofft auf Baubeginn im Spätsommer/Frühherbst und Fertigstellung im Sommer 2020.

Autor

Heike Schülein
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Veröffentlicht am:
12. 05. 2019
22:02 Uhr

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Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
12. 05. 2019
22:02 Uhr



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