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Kronach

Petition gegen Wald-Stilllegung

Die Gegner wollen die Politik zum Handeln zwingen. Auch aus Oberfranken kann man sich beteiligen.



Ein befallener Baum im Fichtenwald: Die Initiatoren der Petition gegen eine Wald-Stilllegung machen nun mobil.  

Nordhalben/Rodacherbrunn - Die Stadt Wurzbach hat gegen die Stilllegung einer größeren Waldfläche hinter der Landesgrenze zu Oberfranken einen Petitions-Antrag an den Thüringer Landtag in Erfurt gestellt. Das teilt Nordhalbens Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) mit. Die Petition kann bis zum 16. Oktober auf der Petitions-Plattform des Thüringer Landtags gezeichnet werden. "Wir bitten alle Interessenten, die sich gegen die geplante Wald-Stilllegung im Raum Rodacherbrunn - Grumbach - Titschendorf wenden, diese Petition zu zeichnen", teilen die Verantwortlichen mit.

Hintergrund: Im Zuge der Fortführung des Programms "Nationales Naturerbe" sollen in einer vierten Tranche 30 000 Hektar Flächen, davon 20 000 Hektar von der Bodenverwertungs- und -verwaltungs-GmbH (BVVG), im gesamten Bundesgebiet diesem Programm zugeführt werden. Das Programm sieht in der Regel eine "Stilllegung" dieser Flächen vor, zu denen vorrangig auch Flächen entlang des Grünen Bandes als bevorzugte Flächen für eine Stilllegung gehören. Die Thüringer Landesregierung hat dem Bundesamt für Naturschutz hierfür Flächen im Umfang von rund 1400 Hektar im Raum Wurzbach in den Gemarkungen Wurzbach, Grumbach, Titschendorf und Rodacherbrunn vorgeschlagen (die NP berichtete). Diese Waldfläche soll damit langfristig stillgelegt werden. "Wir wenden uns ausdrücklich gegen eine Wald-Stilllegung der betroffenen Flächen", heißt es im Petitionstext - und weiter: "Wir halten dies weder für politisch notwendig, da Umwelt- und Landwirtschaftsministerium in Thüringen sich im Dezember 2018 bereits darauf verständigt hatten, mindestens fünf Prozent des Waldes in Thüringen dauerhaft der forstwirtschaftlichen Nutzung zu entziehen. Die hier in Frage stehenden Flächen waren nicht Bestandteil dieser Vereinbarung. Vor allem sind wir der Überzeugung, dass die vorgesehenen Flächen fachlich völlig ungeeignet sind. Ziel der Flächen des Nationalen Naturerbes (NNE) ist eine Beendigung von Bewirtschaftung beziehungsweise von Eingriffen. Bei dem hier vorgeschlagenen Wald handelt es sich um eines der naturfernsten Waldgebiete in der mittleren Gebirgslage mit 96 Prozent Fichtenanteil. Daraus ergibt sich, dass dieser Wald nicht der ‚Natur‘ ohne klimatischen, wirtschaftlichen und landeskulturellen Schaden überlassen werden kann. In der Konsequenz wird massiver Schädlingsbefall im stillgelegten Wald zur massiven Schädigung umliegenden Waldes führen. Eine Überführung in einen stilllegungsgeeigneten Wald ist nur dann zeitlich überschaubar möglich, wenn ausreichend naturnahe Flächen als Keimzellen vorhanden sind. Die zwei bis drei Prozent naturnahen stilllegungsfähigen Flächen in diesem Gebiet reichen nicht für eine Stilllegungsstrategie aus." ck

—————

www.waldstilllegung-rodacherbrunn.de

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
18:00 Uhr

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10. 09. 2019
18:00 Uhr



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