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Kronach

Polizei warnt vor Handy am Steuer

Im Auto das Smartphone zu nutzen, ist verboten. Jeder weiß das, kaum einer hält sich daran. Die Polizei klärt am 14. September auf dem Marienplatz Kronach über die Risiken auf.



Landrat Klaus Löffler, Helmut Förtsch, Georg Löffler, Uwe Herrmann (von links) sowie Matthias Stöckert und Angela Hofmann (sitzend) erhoffen sich von der Aktion am kommenden Donnerstag, dass danach mehr Autofahrer ihr Smartphone während der Fahrt unangetastet lassen. Foto: Peter Fiedler  

Kronach - Uwe Herrmann, Leiter der Polizeiinspektion Kronach, kennt seine Pappenheimer: Unaufmerksamkeit, vor allem durch Handynutzung am Steuer, sei die Unfallursache Nummer eins im Straßenverkehr. Immer, wenn es im Polizeibericht "ungeklärter Ursache" heiße, liege diese Vermutung nahe, betonte er. "Trotz Bestrafung mit Punkt und Bußgeld greifen sehr viele zum Smartphone am Steuer. 60 Prozent der Fahrer wissen zwar: 'Ich darf nicht telefonieren, das kann mich nicht nur Geld kosten, sondern auch einen Unfall verursachen', aber die Umsetzung ist verdammt schwer."

Diesem Thema widme sich auch die diesjährige Aktion "Bayern mobil - sicher ans Ziel", die heuer unter dem Motto "...immer voll bei der Sache" laufe. Am kommenden Donnerstag, 14. September, findet auf dem Kronacher Marienplatz hierzu eine Aktion der Polizei Kronach von 11 bis 15 Uhr statt. "Vielleicht gelingt es uns mit der Aktion den einen oder anderen trotzdem noch erreichen", so Herrmann.

Matthias Stöcker, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizei Kronach, führte aus, dass das Verkehrssicherheitsprogramm Ziele definiert habe. Man wolle die Zahl der Verkehrstoten bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011 senken. Auch die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle gelte es zu reduzieren. Ziel sei es, die Sicherheit auf den Landstraßen zu erhöhen, besonders gefährdete Gruppen zu schützen, besondere Unfallgefahren zu bekämpfen, auf die Bedürfnisse älterer Menschen sowie Menschen mit Behinderung verstärkt einzugehen und insgesamt mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu erreichen.

Nach Schätzung von Verkehrsexperten sei jeder zehnte Unfall auf Ablenkung zurückzuführen, so Stöcker. Es sei eine Tatsache, dass vor allem moderne Kommunikationsmittel viele Verkehrsteilnehmer im Alltag begleiten und deren Nutzung im Straßenverkehr das Unfallrisiko deutlich erhöht. "Multitasking im Straßenverkehr funktioniert nachweislich nicht", so Stöckert. Weitere Ablenkungsfaktoren seien Stress, emotionale Beeinträchtigungen sowie eine Vielzahl weitere Reize. Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordere aber stets die volle Aufmerksamkeit.

Erhebung des Allianz Zentrums für Technik haben erschreckende Ergebnisse gezeigt. Demnach nutzt die Hälfte aller Autofahrer das Handy während der Fahrt, 15 Prozent schreiben und 24 Prozent lesen Textnachrichten, etwa 40 Prozent der Fahrer bedienen während der Fahrt das Navi, die Hälfte isst und trinkt während der Fahrt und etwa 40 Prozent richten erst während der Fahrt ihren Spiegel oder Sitz oder legen den Sicherheitsgurt an. Rund die Hälfte suchen oder bücken sich während der Fahrt nach Gegenständen.

Die Zahl der Handyverstöße im Landkreis Kronach sei zwar rückläufig, so Stöcker, allerdings sei dies ein reines Kontrolldelikt. Deswegen sei die Dunkelziffer hoch. "Ich bin mir sicher, dass, wenn wir hier einen Schwerpunkt setzen würden, die Zahlen steigen würden", so Stöcker. Er erinnerte daran, dass bei einem Unfall, der durch die Handynutzung verursacht worden ist, die Versicherung die Übernahme der Schäden verweigern könne. Der Griff zum Handy erhöhe die Unfallgefahr um das Fünffache, das Lesen/Schreiben einer SMS um das Sechsfache und die Eingabe einer Nummer um das Zwölffache. "Man fährt für mehrere Meter im Blindflug", so Stöckert. Landrat Klaus Löffler und 2. Bürgermeisterin Angela Hofmann betonten, dass die Aktion am Donnerstag ganz im Sinne der Stadt Kronach sei. Helmut Förtsch kündigte an, man werde seitens der Kreisverkehrswacht die Aktion unterstützen und erinnerte nochmals an den Schulanfang.

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Peter Fiedler
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Veröffentlicht am:
08. 09. 2017
16:33 Uhr

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Peter Fiedler

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Veröffentlicht am:
08. 09. 2017
16:33 Uhr



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