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Kronach

Revolution im Kopf

Der 6. CIK Gründertag steht ganz im Zeichen von Industrie 4.0. Doch auch wenn das Thema die Branche beherrscht, bei Wiegand Glas will man kleine Schritte machen.



Im Bild von links: Rüdiger Laß, Sven Petzke, Lukas Neubauer, Nikolaus Wiegand, Marco Steglich und Thomas Kneitz beim 6. CIK-Gründertag im Showroom von Wiegand Glas. Foto: Peter Fiedler  

Steinbach am Wald - Der mittlerweile 6. CIK Gründertag fand am Freitag bei Wiegand Glas in Steinbach am Wald statt. Die Verantwortlichen um Thomas Kneitz hatten den Tag unter das Thema "Industrie 4.0" gestellt.

Nachdem Nikolaus Wiegand, Geschäftsführer Wiegand-Glas GmbH die Begrüßung übernommen hatte, stellte Lukas Neubauer die Möglichkeiten zur Umsetzung von Industrie 4.0 am Beispiel von Wiegand-Glas vor. Herausforderungen für Wiegand bei der Umsetzung des Konzepts seien beispielsweise die ganzjährige Produktion, die 24 Stunden am Tag erfolge oder Fragen, wie man die Prozessstabilität erhöhen oder die Einflussvariablen, die auf Prozesse einwirken, stärker kontrollieren kann, um die Produktivität zu steigern. Dies dürfe aber nicht auf Kosten der Qualität gehen. "Industrie 4.0 lebt von der übergreifenden Vernetzung", so Neubauer. Dies beinhalte die Vernetzung in den Standorten ebenso wie die Vernetzung mit den Lieferanten. Lukas Neubauer räumte ein, dass es darum gehe, kleine Schritte zu machen: "Für uns muss das Motto eigentlich ‚Industrie 3.1‘ sein, denn ich muss es auf die Straße bringen können." Sein Resümee für Wiegand Glas lautete: "Die vierte industrielle Revolution ist zunächst nur eine Revolution im Kopf und in unserem Selbstverständnis. Es geht darum, ein Bild zu entwickeln, was Industrie 4.0 sein könnte. Die sukzessive und evolutionäre Umsetzung braucht einen Plan. Industrie 4.0 kann nur im Top-Management beginnen und muss in der Strategie verankert sein."

Marco Steglich vom Fraunhofer IIS, Erlangen referierte zu "5G zur Anwendung bei Industrie 4.0 und beim Autonomen Fahren". "Es wird schneller mit 5 G", prophezeite er. Es gehe darum im Mittel den Kunden 100 Mbit/s zur Verfügung zu stellen, und die Kapazitäten zu erhöhen, also mehr Nutzer pro Zelle zu erreichen sowie den Energieverbrauch zu senken. "Das Netz muss super stabil und super zuverlässig sein", so Steglich. Einsetzbar sei 5G überall, etwa im Bereich Industrie 4.0, automatisiertes und vernetztes Fahren, der Mediennutzung, Logistik, E-Health und im Energienetz. 5G kann beim autonomen Fahren die benötigte Bandbreite bereitstellen und durch die Vernetzung der Fahrzeuge dafür sorgen, dass der Verkehr sicherer wird, besser fließt und effizient gefahren wird. Für Industrie 4.0 hat Deutschland als einziges Land 5G Frequenzen für Industrieanlagen zur Verfügung gestellt, man kann als Unternehmen Frequenzen beantragen.

5G sei eine wichtige Schlüsseltechnologie für die Digitalisierung. Deshalb gebe es auch viele Programme und Initiative vonseiten der Politik. 5G werde aber nicht helfen, die sogenannten "weißen Flecken" zu schließen. Die Frequenzen, die jetzt ersteigert wurden, haben einen anderen Fokus und sind nicht darauf ausgelegt, große Flächen abzudecken, so Steglich.

Frank Röder, Gründer des Ingenieurbüros Röder, erläuterte seinen Weg in die Selbstständigkeit. Letztlich sei der Schritt von der sicheren Festanstellung in die eigene Firma eine Bauch- und keine Kopfentscheidung gewesen. Bereut habe er den Schritt nicht und habe sich mittlerweile verschiedene Standbeine erarbeitet. Frank Röder entwickelt und konstruiert Innovationen im Bereich Werkzeug- und Formenbau für die Kunststoffindustrie und damit verwandte Bereiche.

Sven Petzke, Rechtsanwalt, Kanzlei Wittmann Rechtsanwälte PartGmbB ging auf "Arbeits- und gesellschaftsrechtliche Fragestellungen im Gründungsprozess" ein. "Industrie 4.0" bringe neue rechtliche Aspekte in die Arbeit ein. Es sei spannend mit Start Ups zu arbeiten. Bei der Gründung einer Firma sei Weitblick gefordert. Wenn man beispielsweise die Rechtsform einer GBR wähle, sei es wichtig darauf zu achten, dass man diese später umwandeln kann. Auch bei den AGB gelte es Fallstricke zu erkennen, denn bestimmte Formerfordernisse können nicht nur vom Gesetz kommen, sondern man könne sie sich durch die AGB auch selbst auferlegen. AGB seien eine Art Visitenkarte des Unternehmens. Zudem gelte es steigende Auflagen beim Datenschutz zu beachten.

Rüdiger Laß von der LfA-Bayern, Hof stellte "Förderprogramme der LfA-Bayern für Gründer" vor. Es gebe verschiedene Modelle für Gründer und man stehe gerne für Beratung zur Verfügung. Ein wichtiger Aspekt sei die Haftungsfreistellung. Der Freistaat Bayern möchte Gründung und Innovation möglich machen, indem er die Kapitalgeber dadurch entlastet und es der Bank somit deutlich leichter macht, Unterschrift unter den Kapitalvertrag zu setzen.

Thomas Kneitz, Geschäftsführer der CIK GmbH, bedankte sich zum Abschluss bei Gastgeber Nikolaus Wiegand. Thomas Kneitz erinnerte an die Erfolgsgeschichte des CIK. Man habe innerhalb kurzer Zeit, zahlreiche Unternehmensgründungen begleitet und stehe immer mit Rat und Tat zur Seite.

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Peter Fiedler
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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
15:58 Uhr

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Peter Fiedler

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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
15:58 Uhr



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