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Kronach

Richtig gutes Theater

Die zweite Premiere der Rosenberg Festspiele ist über die Bühne gegangen. Publikum wie Akteure sind begeistert. Und das nicht zuletzt dank Gregor Nöllen.



Kiara Richter, Maria Kautsch, Lena Stauch, Sophie Hopfenbeck und Stephanie Hopfenbeck (von links) hatten als Statistinnen viel Spaß.   » zu den Bildern

Kronach - "Wir haben die zweite erfolgreiche Premiere nach "König Drosselbart" gesehen", strahlte Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein nach der mit wunderbarem Sommerwetter verwöhnten Galapremiere vom "Hauptmann von Köpenick". Sehr freute er sich über ein "volles Haus", darunter auch viele Ehrengäste wie Oberfrankens Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und viele Bürgermeisterkollegen. "Ich bin stolz, wie gut wir mit unseren Rosenberg-Festspielen aufgestellt sind", meinte er. In seinen Dank schloss er alle mit ein: das Team um den künstlerischen Leiter Stefan Haufe, die Helfer vor und hinter der Bühne sowie die Sponsoren. Großer Dank gebühre auch der Tourismus- und Festspiel-Chefin Kerstin Löw.

"Es tut gut, die begeisterten Kommentare von den Besuchern zu hören", freute sich Beiergrößlein, der sich der Begeisterung für die Stückauswahl und Besetzung anschloss. Die Schauspieler seien "alte Bekannte", die den Kronachern ans Herz gewachsen seien. Umgekehrt sei dies genauso: "Die Schauspieler kommen jedes Jahr gerne nach Kronach und der Abschied fällt ihnen immer schwer." Das Stück sei eine gute Werbung für die dritte Premiere in diesem Jahr: "Amphitryon" am 17. Juli.

Sehr angetan von der Aufführung zeigte sich auch seine Ehefrau Christine Beiergrößlein. Der "Hauptmann von Köpenick" sei für die durchwegs ausgezeichneten Darsteller ein langes, schweres Stück mit vielen Sprechhandlungen, das ausgesprochen gut gelungen sei. "Sehr abwechslungsreich und kurzweilig inszeniert", lobte sie gerade auch die Regieleistung von Stefan Haufe.

Dem war die Freude und Erleichterung nach der Premiere deutlich anzusehen. Er betonte, dass es sich um ein Gemeinschaftswerk handele. Die Teamarbeit und intensive Zusammenarbeit mit Stephanie Kuhlmann und den hervorragenden Schauspielern hätten es erst ermöglicht, in dieser kurzen Zeit ein Stück in dieser Größe entstehen zu lassen. "Ich bin unglaublich stolz auf die Schauspieler, die heute super abgeliefert haben", betonte er. Das Stück habe zahlreiche Facetten - mit vielen neu auftretenden Figuren, neuen Situationen und Handlungssträngen sowie einem eingebauten zehn-Jahres-Sprung. Viele der Darsteller übernähmen gleich eine Handvoll verschiedener Rollen, inklusive Kostümwechsel. Dazu kämen viele Umbauten. "Das war eine absolute Topleistung. So etwas funktioniert nur, wenn man mit Spielfreude dabei ist", stellte er heraus. Dies gelte ausdrücklich auch für die Statisten, die ihre Sache ausgezeichnet gemacht hätten. Zutiefst beeindruckt habe ihn die Leistung des Hauptdarstellers Gregor Nöllen, besonders der letzte Dialog am Ende des zweiten Aktes: "Das war großartig!"

Für Kerstin Löw ist die Aufführung "richtig gutes Theater": "Eine wahrhaftige Geschichte über einen Menschen: Was ist der Mensch? Was ist Sein und Schein?" Die Aufführung habe viele nachdenkliche, leise und langsame Szenen, aber auch einige Lacher, die es beim Theater eben brauche, gerade wenn es traurig werde. Gregor Nöllen habe die Rolle wie ein "geschlagener Hund" gespielt: tiefgehend, herzergreifend - eine famose Einzelleistung, ohne die Leistung aller anderen Darsteller schmälern zu wollen. "Die Besetzung, das ganze Ensemble war first class", würdigte sie. Die gelte gerade auch für die Statisten.

Vier dieser Statistinnen sind Kiara Richter, Maria Kautsch, Lena Stauch und Sophie Hopfenbeck. Geprobt wurde sechs Wochen, davon zwei intensiv. Maria, Lena und Sophie spielten schon in den vergangenen Jahren mit, Kiara ist neu dabei: "Ich wollte neben dem Schultheater auch noch etwas anderes machen. So bin ich auf die Rosenberg-Festspiele gestoßen", sagt sie. Am Anfang seien sie schon aufgeregt gewesen. Das Lampenfieber lege sich aber beim Spielen.

Auch Stephanie Hopfenbeck war schon mehrmals dabei. "Dieses Stück ist für die Statisten aber deutlich schwerer einzuüben als die der Vorjahre", verdeutlichte sie Schon allein wegen des zu lernenden Berliner Dialekts. Mit Haufe arbeitet sie sehr gerne zusammen. "Am Anfang kann man sich immer nicht so recht vorstellen, was dabei rauskommt. Aber es wird immer gut", lachte sie.

Heuer schweren Herzens aus Zeitgründen nicht mit dabei ist Bianca Rohde. Ich habe aber mit gefiebert", verriet sie. Die Stückauswahl sowie die schauspielerischen Leistungen fand sie "grandios". "Ein Abend zum Genießen", strahlte sie. Die Festung sei ein "magischer" Ort. Dem schloss sich ihre Freundin Cindy Schott an: "Ein wunderschöner Sommerabend, an dem man komplett abschalten kann." Ganz toll findet sie auch das Kinderstück, von dem ihr Sohn begeistert war. Insgesamt wünscht sie sich mehr Theater für Kinder in Kronach - gerade auch über den Winter im Kreiskulturraum.

Auch für Stadtrat Peter Witton sind das Kinderstück und die Rosenberg-Festspiele eine große Bereicherung für Kronach. "Ich fand vor allem den Schluss unwahrscheinlich gelungen - wie sich der Hauptmann über die von ihm hervorgerufene Wirkung selbst kaputtlacht. Das war ein toller Abschluss", würdigte er. Das zeitlose Stück habe einen engen Bezug zur Situation vieler Menschen heute, die auch nicht zurück könnten beziehungsweise dächten, nicht zurückkehren zu können. Gregor Nöllen habe seine Verzweiflung deutlich gemacht und alle überzeugt, dass seine Tat keine Straftat war.

"Mir hat besonders der Berliner Dialekt gefallen", verriet Marktrodachs Bürgermeister Norbert Gräbner, bei dem das Stück Erinnerungen an seine Kindheit auslöste. "Meine Eltern hatten früher Urlaubsgäste aus Berlin. Der Bauer in dem Stück (Susanne Rösch) war wirklich genauso und hatte die gleiche Goschen wie diese Berliner", schmunzelte er. Auch seine Geschäftsleiterin Katja Wich sprach von einer rundum gelungenen Aufführung, die man jedem nur empfehlen könne.

Autor

Heike Schülein
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Veröffentlicht am:
27. 06. 2019
19:16 Uhr

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Autor

Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
27. 06. 2019
19:16 Uhr



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