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Kronach

Runderneuerung für den Winterdienst

Der Landkreis Kronach und das Staatliche Bauamt haben das ganze Konzept überarbeitet. Ein neues Fahrzeug, das im Bauhof Nord stationiert ist, sorgt für kürzere Umlaufzeiten. Darüber hinaus wurden die Strecken optimiert.



Fortan ist ein Räumfahrzeug des Landkreises im Ludwigsstadter Bauhof Nord stationiert. Das freut nicht nur Landrat Klaus Löffler (rechts), sondern auch die Mitarbeiter des Landratsamts, des Staatlichen Bauamts, des Kreisbauhofs sowie die Rennsteig-Bürgermeister. Foto: Julia Knauer  

Ludwigsstadt - Mit den immer wiederkehrenden Beschwerden über den Winterdienst im Landkreis Kronach soll nun Schluss sein - zumindest was Bundes-, Staats- und Kreisstraßen angeht. Der Landkreis und das Staatliche Bauamt Bamberg hatten in den vergangenen Wochen gemeinsam ein ganzes Maßnahmenbündel zur Optimierung erarbeitet, das die Verantwortlichen gestern im Ludwigsstadter Rathaus sowie im Bauhof Nord vorgestellt haben.

Ohne Kooperationen geht es nicht

Uwe Zeuschel, stellvertretender Leiter des Staatlichen Bauamts Bamberg, informierte, dass es im Landkreis Kronach zwei Hauptachsen gebe, die ihm besonders am Herzen lägen: die Bundesstraßen 85 und 173. In diesem Zusammenhang lobte er die Kooperationen mit dem Landkreis und verschiedenen lokalen Fremdunternehmern in Sachen Winterdienst: "Alleine würden wir das nicht schaffen." Umso mehr freute er sich, dass man auch für die überarbeiteten Räumstrecken für alle Partner gute Modalitäten habe aushandeln können. Denn es sei nicht ganz einfach, zuverlässige Unternehmer zu finden. "Dennoch muss sich alles natürlich erst einmal einspielen. Deshalb bitte ich um Nachsicht, falls eine Straße doch einmal 15 Minuten lang gezuckert sein sollte", sagte er. Er informierte außerdem, dass im nächsten Jahr der Stützpunkt in Förtschendorf ausgebaut werde. Auch hier sei ein Fahrzeug-Stellplatz geplant, den man gegebenenfalls nutzen könne.

 

"Da es ja immer wieder intensive Diskussionen über den Winterdienst gab, war es uns ein Anliegen, hier Verbesserungen zu erzielen", sagte Landrat Klaus Löffler (CSU). Dafür habe man vor allen Dingen dort anpacken müssen, wo es die größten Herausforderungen gebe. Und das sei nun einmal im Landkreisnorden. Aus diesem Grund sei fortan während des gesamten Winters ein Räumfahrzeug des Kronacher Kreisbauhofs im Ludwigsstadter Bauhof Nord stationiert. Für die dortigen Mitarbeiter habe man außerdem Sozialräume und eine Küche geschaffen sowie ein neues Tor eingebaut. Die ersten Schneefälle am vergangenen Wochenende hätten gezeigt, dass man damit die richtige Entscheidung getroffen habe. Dennoch betonte Löffler, dass sich die Verbesserungen auf den gesamten Landkreis bezögen und nicht nur auf den Norden: "Wir haben wirklich jede einzelne Räumstrecke angeschaut und überarbeitet."

Der Ludwigsstadter Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) zeigte sich dankbar, dass die Probleme mit dem Winterdienst nun endlich aktiv angegangen worden seien. "Das ist ja ein sehr emotionales Thema. Jeder will schließlich in möglichst kurzer Zeit von A nach B kommen", meinte er. Heutzutage hätten viele Leute den Anspruch, dass die Straßen, auch bei starkem Schneefall, stets schwarz sein müssten. Das werde sicher auch jetzt nicht immer möglich sein, aber: "Wichtig ist, dass die Menschen sicher dorthin kommen, wo sie hinwollen." Er war überzeugt, dass man das neue Konzept in Zukunft weiter optimieren könne. Außerdem freute er sich über die Aufwertung des Bauhofs Nord durch die Stationierung des Fahrzeugs. Das zeige der Bevölkerung, dass man die Sache ernstnimmt.

Gunther Dressel, Leiter der Tiefbau-Abteilung im Kronacher Landratsamt, stellte schließlich die Neuerungen im Detail vor. Durch das zusätzliche Räumfahrzeug stünden nun insgesamt 14 Fahrzeuge von Landkreis und Bauamt für den Winterdienst zur Verfügung. Außerdem habe man einen neuen Unternehmer aus Hirschfeld für die Fahrten dazugewinnen können. "Dadurch mussten wir das gesamte Streckennetz neu aufteilen", informierte er. Das sei gar nicht so einfach gewesen, denn es gebe dabei viele Dinge zu beachten - beispielsweise Ladestationen und Wendemöglichkeiten. Außerdem habe man den Anspruch gehabt, möglichst lange, zusammenhängende Strecken zu generieren.

Durch die Neuaufteilung seien es zwar insgesamt etwas mehr Räumkilometer geworden, die Umlaufzeiten hätten sich jedoch deutlich verkürzt - vor allem in den Höhenlagen wie Tettau, Neufang, Schlegelshaid oder am Mautberg. "Vorgeschrieben sind Umlaufzeiten von maximal drei Stunden. Wir sind zum Teil sogar unter zwei Stunden. Das sind wirklich sehr gute Zeiten", zeigte sich Gunther Dressel zufrieden. Unter der Woche arbeite der Winterdienst im Schichtbetrieb und rücke zum ersten Mal morgens um drei Uhr aus - im nördlichen Landkreis sogar schon um 2.30 Uhr. Zudem seien zwei Späher im Landkreis unterwegs, die die Straßenverhältnisse beobachten. Am Wochenende könne es bei plötzlichem Schneefall allerdings eine halbe Stunde bis Stunde dauern, bis der Winterdienst ausrückt. Schließlich müssten die Dienstleister erst einmal alarmiert werden. Hier bat er um Nachsicht. Alles in allem sei man nun aber relativ gut aufgestellt. Dennoch sei man natürlich nie davor gefeit, dass auch einmal ein Fahrzeug defekt sein könne oder ähnliches.

Der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) freute sich am meisten über das neue Räumfahrzeug im Bauhof Nord: "Im Prinzip ist das wie bei der Feuerwehr. Mir nützt ein Löschfahrzeug in Kronach nichts, wenn es in Tettau brennt."

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Julia Knauer

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2017
16:45 Uhr

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Julia Knauer

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14. 11. 2017
16:45 Uhr



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