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Kronach

SPD pocht auf günstige Tickets

Das Nahverkehrskonzept des Kreises muss billige Tarife haben. Das wollen die Sozialdemokraten heuer im Blick behalten. Und nicht nur das.



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Kronach - "Es gibt aus meiner Sicht in diesem Jahr für die Kreistagsarbeit zwei Prioritäten: das Nahverkehrskonzept und die Generalsanierung der Berufsschule", machte der Chef der SPD-Kreistagsfraktion, Richard Rauh, am Mittwoch beim Pressegespräch zum Jahresauftakt deutlich. Zum Nahverkehrskonzept, das im Sommer 2020 umgesetzt werden soll, meinte Rauh, dass in diesem Herbst die Preisgestaltung dafür stattfinden soll. SPD-Kreisvorsitzender Ralf Pohl ergänzte: "Das Angebot muss kostengünstig sein, damit es auch angenommen wird."

Warnung vor Überhitzung

Was die Erstellung von Konzepten anbelangt, ist für Richard Rauh das Ende der Fahnenstange erreicht. Man habe im vergangenen Jahr ein Strukturentwicklungskonzept, ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept, eine Wohnraumbedarfsanalyse und ein Personalentwicklungskonzept in Auftrag gegeben. "Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht verzetteln", meinte er mit Blick auf die vielen anderen Projekte des Landkreises, beispielsweise die vhs-Sanierung, die Umgestaltung des Freizeitsees Windheim oder die Atemschutzübungsanlage. Landrat Klaus Löffler gebe eine hohe Schlagzahl vor. Der Landkreis drehe ein großes Rad. Doch Richard Rauh warnte dabei vor einer Überhitzung.


Richard Rauh bereitet in diesem Zusammenhang die Diskussion um einen möglichen Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) Bauchschmerzen. Denn beim eigenen Nahverkehrskonzept könne der Landkreis die Preise selbst gestalten. Sitzt man aber beim VGN mit im Boot, habe man zwar Stimmrecht, sei aber nur einer von vielen. Dann müsse man die Preise des VGN übernehmen. Das könnte dazu führen, dass das eigene Nahverkehrskonzept wieder teurer würde. Rauh: "Für mich hat unser Nahverkehrskonzept Priorität. Erst dann kommt der VGN."

Ein weiteres Hauptaugenmerk der SPD liegt laut Rauh auf der etwa 30 Millionen Euro teuren Generalsanierung der Berufsschule. Eigentlich sollte sich dieses Projekt direkt an die Sanierung des Kreiskulturraums anschließen. Realistisch sei, dass man damit 2021 startet. Bei den Planungen dazu müsse man eventuell auch einen Platz für die Berufsfachschule für Musik dort schaffen. Diese hat ebenfalls dringenden Sanierungsbedarf. Eine direkte Nachbarschaft von Berufsschule und Berufsfachschule wäre unter Umständen von Vorteil.

Zu den Überlegungen, Kronach zur Hochschulregion auszubauen, erklärte er: "Vor den Preis haben die Götter den Fleiß gesetzt." Man habe den ersten Schritt hin zum Lucas-Cranach-Campus gemacht, viele weitere müssten folgen. "Wir müssen im Kreistag über die Trägerschaft und die Finanzierung des Projekts sprechen", pochte Rauh auf die Einbindung aller Kreistagsmitglieder.

Ein entsprechender SPD-Antrag, wonach dies öffentlich in einer Kreistagssitzung geschehen soll, liege vor. Man habe sich zwischenzeitlich mit Landrat Klaus Löffler (CSU) aber darauf verständigt, zunächst nichtöffentlich darüber zu diskutieren. Rauh betonte: "Die SPD wird alles unterstützen, was dem Landkreis nutzt." Allerdings müsse man wissen, dass ein Hochschul-Angebot nicht von heute auf morgen realisiert werden könne. Als Beispiel nannte Rauh die Finanzfachhochschule. 2014 sei vom bayerischen Kabinett dafür grünes Licht gegeben worden. 2023 würden dort die ersten Studenten unterrichtet. Für Ralf Pohl kann der Lucas-Cranach-Campus langfristig positive Effekte haben, vor allem, wenn man sich die Vorhersagen zur demografischen Entwicklung anschaut.

Neueste Prognosen gehen im Landkreis Kronach von einem Bevölkerungsrückgang von 14 Prozent von 2017 bis 2037 aus. "Ministerpräsident Söder plant Behördenverlagerungen im Umkreis von bis zu 40 Kilometern rund um München. Der Raum dort überhitzt.

Als Region mit demografischen Problemen sollten wir uns als Standort für eine Landesbehörde bewerben", forderte Pohl. Eine Behördenverlagerung, ein funktionierender, günstiger ÖPNV, ein Hochschul-Angebot und eine gute Autobahn-Anbindung, all das wären Dinge, die der Region helfen würden. Hier sprach Pohl auch die Ortsdurchfahrt Küps an: "Wir wollen eine Gesamtplanung für den Bereich von Oberlangenstadt bis Johannisthal. Bisher ist Küps hier ein schwarzes Loch." Das Bundesverkehrsministerium ziehe sich darauf zurück, dass hier die Kosten den Nutzen bei Weitem übersteigen würden. Pohl: "Dabei wird die strukturpolitische Funktion der Anbindung zu wenig berücksichtigt."

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Bianca Hennings
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Veröffentlicht am:
30. 01. 2019
17:02 Uhr

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Bianca Hennings

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30. 01. 2019
17:02 Uhr



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