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Kronach

Sanierung verschlingt sechs Millionen Euro

Im Kronacher Bürgerspital soll man künftig vor allem wohnen können: Senioren, vielleicht auch Studenten. Der Stadtrat muss sich nun für eine Variante entscheiden.



Das Bürgerspital im Herzen Kronachs soll wieder mit Leben erfüllt werden. Der Stadtrat setzt sich aktuell mit vier möglichen Varianten auseinander, in deren Mittelpunkt kleine Wohnungen stehen.   Foto: Philip Herr

Kronach - Die Machbarkeitsstudie fürs Kronacher Bürgerspital liegt nun vor: Am Montag stellte Jürgen Kolb vom Kronacher Architekturbüro Müller dem Stadtrat vier mögliche Varianten vor. Die ersten beiden Modelle würden Wohnraum für Senioren schaffen, bei Möglichkeit 3 ginge es um die Kombination aus Wohnungen für Senioren und die Schaffung von Büroräumen. Variante 4 sehe Appartements für Studierende vor und zugleich Büroräume. Bei allen vier Vorschlägen ist ein offenes Seniorenzentrum im Bereich des Spitals vorgesehen.

Wasser-Skandal?

Hans-Georg Simon (FW) erklärte, ein Mitarbeiter des Bauhofs habe mit einem Tank-Fahrzeug des Bauhofs seinen privaten Garten bewässert. Bei der Stadtverwaltung habe man ihm auf Nachfrage versichert, das sei abgesprochen gewesen und demzufolge in Ordnung. "Was muss man als Bürger tun, damit man bei der derzeitigen Dürre seinen Garten auch mithilfe des Tankfahrzeugs gießen kann?", wollte Simon wissen. Außerdem sei er angesprochen worden, warum ein Kronacher Landwirt an einem Hydranten Wasser für seine Felder entnehmen darf. Simon: "Zwar mit Wasser-Uhr, aber muss er auch die Kanal-Gebühr bezahlen?" Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) versprach, beide Angelegenheiten zu klären.

 

Jürgen Kolb erläuterte, dass bei Variante 1 insgesamt 19 barrierefreie Mietwohnungen entstehen würden, 15 für Ein-Personen-Haushalte mit etwa 38 Quadratmetern und vier für Zwei-Personen-Haushalte mit knapp 56 Quadratmetern. Zudem sei, wie bei allen anderen Varianten auch, ein offenes Seniorenzentrum vorgesehen, zur Beratung von Senioren, Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen und Pflegebedürftigen, sowie als Treffpunkt für alle Bürger. Diese Variante würde rund 5,59 Millionen Euro kosten.

 

Möglichkeit 2 hat laut Kolb das Augenmerk ebenfalls auf Wohnungen für Senioren - sieben für Singles und drei für zwei Personen. Die Besonderheit hier sei, dass im Obergeschoss eine Wohngemeinschaft für elf Demenzkranke entstehen soll. In diesem Fall brauche man einen geschützten Außenbereich, der möglicherweise aus der Grünfläche zwischen der Kronach und dem Spital entstehen könnte. Bei diesem Modell würden Kosten in Höhe von 5,58 Millionen Euro entstehen.

Die dritte Variante sehe 13 barrierefreie Wohnungen für Senioren vor, davon zehn für Ein-Personen-Haushalte und drei für Zwei-Personen-Haushalte. In diesem Fall solle es gut 400 Quadratmeter Bürofläche für Teile der Landkreisverwaltung geben, beispielsweise die Kreisjugendpflege, den Kreisjugendring oder die Gleichstellungsstelle. Kosten: etwa 5,47 Millionen Euro.

Genauso viel würde Variante 4 kosten. Hier setzt man laut Kolb auf studentisches Wohnen. Dabei könnten im Spital 14 Wohnungen entstehen: zehn für Singles, drei für zwei Personen und eine für vier Personen. Hinzu kämen auch hier gut 400 Quadratmeter Bürofläche.

Marina Schmitt (SPD) fragte nach dem Realisierungszeitraum. Laut Kolb muss man für die Umbauphase mit gut zwei Jahren rechnen. Zuerst solle aber die Finanzierung geklärt werden. Angela Hofmann (CSU) meinte, der Stadtrat sei am Montag erstmals mit den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie konfrontiert worden. Eine Entscheidung für oder gegen eine Variante müsse wohlüberlegt sein. Die Frage sei nun, wie man den Umbau finanzieren könne. Fakt sei: Es fehlten in Kronach kleine, bezahlbare Wohnungen. Das Bürgerspital sei dafür hervorragend geeignet.

SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Völkl meinte, seine Fraktion sei offen für alle vier Varianten. Nun gelte es, nach Fördermöglichkeiten zu suchen, damit das Gebäude wieder mit Leben erfüllt wird. Wie Ralf Völkl ging auch Tino Vetter (FW) auf eine mögliche fünfte Variante ein: Jung und Alt könnten im Spital auch gemeinsam wohnen. Hans-Georg Simon (FW) erklärte, nun müsse erst einmal geklärt werden, bei welcher Variante man die höchste Förderung bekomme. Schließlich gehe es um eine Summe von knapp sechs Millionen Euro. Das seien 6000 Euro pro Quadratmeter, was mehr als das Doppelte von dem sei, was der Quadratmeter bei einem Neubau kosten würde. Winfried Lebok (CSU) drückte ein wenig auf die Bremse: "Bis wir überhaupt einen Zuschuss-Antrag stellen können, sind eineinhalb Jahre rum. Frühestens Ende 2020 werden wir wissen, was für Zuschüsse wir bekommen." Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein nickte zustimmend: "Wir machen uns jetzt auf den Weg."

Um den Bereich Wohnungen ging es auch beim nächsten Tagesordnungspunkt. Kleinere Renovierungsmaßnahmen an Häusern in den innerstädtischen Sanierungsgebieten sollen gefördert werden. Für eine entsprechende Förderrichtlinie gab der Stadtrat grünes Licht. Die maximale Fördersumme pro Gebäude beträgt 25 000 Euro. Auf Anregung von CSU-Fraktionsvorsitzendem Jonas Geissler soll das innerstädtische Sanierungsgebiet mittelfristig erweitert werden.

Der Stadtrat verzichtete schließlich auf die Erstellung eines Mietpreisspiegels - gegen die Stimmen von Thilo Moosmann und Klaus Simon (beide SPD). Laut Ralf Völkl gebe es bei diesem Thema viel Licht und Schatten. Ein Mietpreisspiegel könne zwar gut für Widersprüche bei Mieterhöhungen verwendet werden. Allerdings koste die Erstellung eines solchen die Stadt etwa 10 000 Euro im Jahr. Kämmerer Wolfgang Günther erklärte, dieses Instrument werde für steigende Mieten sorgen, weil sich Hausbesitzer bei der Festlegung der Miete nach den Rahmenmieten der jeweiligen Altersklasse ihrer Häuser richten werden. Dem widersprach Marina Schmitt: "Mieten werden vom Markt geregelt. Wenn es wenig Wohnungen gibt, steigen die Mieten. Aber sicher nicht durch einen Mietpreisspiegel." Markus Wich (CSU) meinte, helfen könne nur, Mietwohnungen zu schaffen, so wie die Stadt das beim ehemaligen THW-Gebäude am Kreuzberg vorhabe und nun auch im Bürgerspital. Jonas Geissler betonte: "Die Frage der Zukunft wird sein: Wo können wir neuen Wohnraum schaffen?"

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Bianca Hennings
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Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
21:36 Uhr

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Autor

Bianca Hennings

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Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
21:36 Uhr



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