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Kronach

Schläge, die noch heute wehtun

Der Angeklagte, der eine Frau auf dem LGS-Gelände angegriffen haben soll, hat womöglich noch weitere Straftaten begangen. Am Montag sagte dazu seine ehemalige Freundin aus.



Neigt der Angeklagte generell leichter zu Gewalt? Diese Frage stand am Montag am Landgericht im Mittelpunkt. Symbolfoto: dpa  

Coburg/Kronach - Der jungen Frau fällt es sichtlich schwer, vor der Strafkammer des Landgerichts Coburg ihre Beziehung zu dem 36-jährigen Angeklagten zu schildern. Immer wieder gerät sie ins Stocken, wird ihre Stimme so leise, dass die Vorsitzende Richterin Jana Huber sie auffordern muss, lauter in das vor ihr stehende Mikrofon zu sprechen.

Im Verfahren gegen einen Mann, der im vergangenen Sommer auf dem Landesgartenschaugelände in Kronach versucht haben soll, eine erst 18-Jährige zu vergewaltigen, geht es am Montag um die Neigung des Angeklagten zur Gewalttätigkeit. Denn vor dem Überfall auf die Frau Anfang Juli auf dem Areal der LGS soll der 36-jährige Maler schon einmal eine Frau angegangen sein. In diesem Fall sagte der Beschuldigte, dass es mit dieser Frau zwar Streit gegeben habe. Im Laufe der Auseinandersetzung habe er sie aber nicht zum Sex zwingen wollen.

Zu dem Übergriff, der sich am 30. Mai 2018 zugetragen haben soll, berichtete die schüchterne Zeugin, dass es mit dem Angeklagten in ihrer Wohnung zu einem Streit gekommen sei. Der 36-Jährige sei eifersüchtig gewesen, weil sie die Beziehung zu ihm beendet und ein Verhältnis mit einem anderen Mann begonnen habe. "Plötzlich hat er auf mich eingeschlagen", erinnerte sich die junge Frau. Sie sei gestürzt und habe sich auf dem Fußboden des Schlafzimmers wieder gefunden. Er habe ihr dann die Hose heruntergezogen. Der Beschuldigte habe schließlich von ihr abgelassen. Warum, darauf wusste die Zeugin keine Antwort.

Es sei ihr gelungen, den 36-Jährigen in ein Gespräch zu verwickeln. Bis in die frühen Morgenstunden habe sie auf ihn eingeredet, bis er gegen 3.30 Uhr die Wohnung in Kronach verlassen habe. Sie sei am anderen Tag zu einer Freundin gegangen, wo sie einige Tage verbracht habe. Zu groß sei die Angst gewesen, dass der Beschuldigte zurück in ihre Wohnung kommen könnte. Zur Polizei sei sie erst Anfang August gegangen. Da habe sie erfahren, dass der 36-Jährige wegen des Überfalls auf dem Gartenschaugelände sowie wegen Drogenhandels verhaftet worden war. Erst zu diesem Zeitpunkt habe sie sich getraut, wegen des Vorfalls in ihrer Wohnung Anzeige zu erstatten. Auf die Frage von Richterin Huber, wie es ihr denn heute gehe, sagte die als Nebenklägerin am Verfahren beteiligte Zeugin: "Ich habe immer noch Angst."

Dass die Frau bei der Erstattung der Anzeige einen ängstlichen Eindruck machte, bestätigte der Polizeibeamte, der ihre Angaben aufgenommen hatte. "Es war nachvollziehbar, dass sie erst nach der Verhaftung des Beschuldigten zu uns gekommen war", erklärte der Beamte.

Unklar blieb, ob der 36-Jährige auch einen Elektroschocker einsetzte, um seine Ex-Freundin gefügig zu machen. Sie meinte, dass der Angeklagte ihr im Schlafzimmer mit einem solchen Gerät Stromstöße versetzt habe. Bewusst erkannt habe sie den Elektroschocker aber nicht. In diesem Fall behauptet der 36-Jährige zwar, einen Schocker zu besitzen, diesen aber bei dem Vorfall nicht dabei gehabt zu haben.

Autor

Mathias Mathes
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Veröffentlicht am:
01. 04. 2019
17:58 Uhr

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Angeklagte Elektroimpulswaffen Frauen Freunde Polizei Wohnungen Zeugen
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Mathias Mathes

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Veröffentlicht am:
01. 04. 2019
17:58 Uhr



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