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Kronach

Schön, aber noch nicht schön genug

Der Paradiesplatz in Weißenbrunn soll ein Pimp-up erfahren. Los gehen könnte es mit dem Alten Rathaus. Dessen Sanierung wurde bereits als förderfähig eingestuft.



Der Gemeinderat Weißenbrunn stimmt für die Revitalisierung und Neugestaltung des Paradieses. Erste Priorität hat dabei die Sanierung des Alten Rathauses (rechts). Foto: Karl-Heinz Hofmann  

Weißenbrunn - Wie soll künftig der Paradiesplatz in Weißenbrunn ausschauen? In der Gemeinderatssitzung am Dienstag im Rathaus herrschte Einigkeit darüber. Die Vorschläge, die Feim Aliu in seiner Masterarbeit erarbeitet und dem Gremium in einer Präsentation am 4. Juni im Mehrzweckhaus vorgestellt hatte, gefielen. Das Konzept beinhaltet eine Revitalisierung des Paradieses mit Sanierung des ehemaligen Pfarrhauses (Altes Rathaus), der Erneuerung des Brauer- und Büttnermuseums und der Neugestaltung des Platzes.

Aus dem Gemeinderat

Bürgermeister Egon Herrmann verabschiedete den seit über vier Jahren in der Gemeinde als Geschäftsleiter tätigen Marc Peter Biedermann . Biedermann wechselt ins Landratsamt als Kreiskämmerer. Gratulation sprach der Rathauschef an die Firma Gampertbräu aus. Sie wurde mit dem Bundesehrenpreis als eine Brauerei unter den ersten zwölf Brauereien in Deutschland ausgezeichnet. An den Geschäftsführer Christian Höfner gewandt sagte Herrmann: "Wir sind stolz auf unsere Gampertbräu." Sie sei seit Jahrhunderten eine erfolgreiche Brauerei.


In der jüngsten Sitzung wurde nun folgende Vorgehensweise festgelegt: Erste Priorität hat die Sanierung des Alten Rathauses. Hierfür ist bis zum 24. April 2020 ein Förderantrag beim Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberfranken zu stellen. In weiteren Bauabschnitten soll das Brauer- und Büttnermuseum umgebaut und der Paradiesplatz neu gestaltet werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, für diese Maßnahmen Fördermöglichkeiten auszuloten. In den folgenden Sitzungen ist das Gemeinderatsgremium über den Stand des Verfahrens zu informieren. Alle Planungen sind in Abstimmung mit Feim Aliu vorzunehmen. Sofern Architektur- und/oder Ingenieurbüros beteiligt werden, bedürfen diese zur Nutzung der Daten aus der Masterarbeit die Genehmigung von Feim Aliu.

Bürgermeister Egon Herrmann (SPD) erinnerte daran, dass die Gemeinde im Hinblick auf die Fertigstellung der Masterarbeit von Feim Aliu das Projekt "Umbau und Sanierung Altes Rathaus mit Brauer- und Büttnermuseum" schon am 21. September 2018 für die Förderoffensive Nordostbayern beim ALE angemeldet hatte. Mit Schreiben vom 24. April 2019 hat das ALE auch mitgeteilt, dass der Bestandteil "Altes Rathaus" grundsätzlich für förderfähig eingestuft werde. Sofern binnen eines Jahres, also bis 24. April 2020, kein Zuwendungsantrag gestellt werde, verliere diese Zustimmung ihre Gültigkeit und das Projekt werde als hinfällig betrachtet, mahnte der Bürgermeister.

Da es sich beim "Brauer- und Büttnermuseum" um keinen Leerstand handelt, sind hierfür die Fördervoraussetzungen der Förderoffensive Nordostbayern nicht gegeben. Daher müssen andere Fördermöglichkeiten ausgelotet werden.

Seitens der Verwaltung wurde darauf hingewiesen, dass sich die Gemeinde weiterhin in der Haushaltskonsolidierung befindet. Aufgrund der daraus resultierenden Vorgaben und der weiterhin angespannten Haushaltslage könne eine Realisierung des Projektes "Neugestaltung Paradies Weißenbrunn" nur in einem "Mehr-Jahresprogramm" in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Die Zustimmung zum Grundsatzbeschluss erfolgte einstimmig.

Allerdings merkte Alexander Bauer (CSU) auch kritisch an, andere Ortsteile nicht zu vernachlässigen. Es werde sehr viel in Weißenbrunn getan, aber auch in Ortsteilen seien manche Baustellen offen. Bauer sprach dennoch von einer hervorragenden Masterarbeit von Feim Aliu und betonte: "Wir sollten loslegen." Dem schlossen sich auch Heinz Roth (FW) und Günther Oßwald (SPD) an.

Dem Gremium lag die positive Jahresrechnung 2018 mit einer Zuführung zum Vermögenshaushalt mit circa 902 000 Euro und Zuführung zur Rücklage von circa 193 000 Euro vor. Hierzu erklärte der Rathauschef, dass dies nur aufgrund erhaltener staatlicher Stabilisierungshilfen möglich gewesen sei.

Christian Höfner (FW) nahm dies zum Anlass für eine eigene Abrechnung mit dem Bürgermeister und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Günther Oßwald. Letzterer hätte ihn in der vergangenen Gemeinderatssitzung aufgrund seiner Kritik am Haushalt immer wieder nach konkreten Einsparpotenzialen im Haushalt 2019 gefragt. Nach wie vor erachte er das Zahlenwerk für aufgebläht. Es sei eine Fortführung des Haushalts 2018 mit überzogenen und unrealistischen Haushaltsansätzen, so Höfner. Seiner Meinung nach seien bereits 2018 Ansätze geplant gewesen, die gar nicht umsetzbar gewesen wären. Die setze sich nun fort. Als Beispiele führte Höfner das Feuerwehrauto, die Kindergartenrenovierung, die Sanierung der Grünen Straße und des Lernershauses sowie das Baugebiet Mühläcker III an. Günther Oßwald konterte, man habe der Stabilisierungshilfe entsprechend gut gewirtschaftet und wies die Vorwürfe zurück. Auch Alexander Bauer verstand Höfner nicht, da im Haushalt 2019 die Einsparungsvorschläge des Finanzausschusses berücksichtigt worden seien.

Bürgermeister Herrmann betonte, manches könne eben aus verschiedenen Gründen einfach nicht so umgesetzt werden wie geplant. Er verwies auf die Notwendigkeit von Stabilisierungshilfen, ohne die man keinen Haushaltsausgleich erreicht hätte.

Das Gremium beauftragte dann gegen die Stimme des 3. Bürgermeisters Klaus Hannweber (FW) den Bürgermeister, die beiden geplanten Straßenbaumaßnahmen "Grüner Straße" und Ortsstraße Eichenbühl für das Programmjahr 2020 bei der Regierung von Oberfranken zur Förderung anzumelden. Ferner wurde aufgrund der zu erwartenden Förderung für den Straßenausbau die Erneuerung der Wasserleitung im Ortsteil Eichenbühl mit dem Ausbau des Ortsstraßenteilstücks beschlossen.

Klaus Hannweber sah den Ausbau der Grüner Straße nicht als dringlich an. Er habe den Eindruck, und dies wohl auch die Bürger, in Weißenbrunn werde gegenüber andren Ortsteilen zu viel gemacht, kritisierte er.

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Karl-Heinz Hofmann
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Veröffentlicht am:
26. 06. 2019
16:30 Uhr

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Autor

Karl-Heinz Hofmann

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Veröffentlicht am:
26. 06. 2019
16:30 Uhr



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