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Kronach

Schrille Misstöne bei der Cäcilia

In dem Steinwiesener Gesangverein gärt es. Ein Grund dafür ist das Ende der Chorgemeinschaft mit Nurn. Jetzt können drei Vorstandsposten nicht besetzt werden.



Schrille Misstöne bei der Cäcilia  

Steinwiesen - Bei der Jahreshauptversammlung des Gesangvereins "Cäcilia" Steinwiesen hat es einige Unstimmigkeiten gegeben. Sie führten dazu, dass sich kein Vorsitzender, kein Schriftführer und kein Kassenwart fanden. Bereits vor Weihnachten war der Chorleiterin Karina Klaumünzner gekündigt und die Chorgemeinschaft Steinwiesen-Nurn aufgelöst worden. Dies führte dazu, dass es zwischen Steinwiesen und Nurn mehr und mehr kriselte. Offenbar war es nicht möglich, gemeinsame Gespräche zu führen, um die Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen. Die Fronten scheinen ziemlich verhärtet zu sein.

Mit Wirkung zum 31. Dezember wurde von Seiten des Gesangvereins Cäcilia Steinwiesen die Kündigung der Chorleitertätigkeit von Karina Klaumünzner ausgesprochen. Vorsitzende Michaela Mattes betonte, dass ihr die Trennung leid tue. Aber ein Miteinander sei nicht mehr möglich gewesen. Sie dankte Karina Klaumünzner und ihrem Lebensgefährten Stefan Reuther für ihre Arbeit. Als Beispiel für Differenzen führte Mattes an, dass man von 36 Singstunden gerade mal 26 abhalten habe können, da die Chorleiterin bei den anderen Terminen keine Zeit gehabt hätte. Das Adventskonzert habe Stefan Reuther dirigieren müssen. In der nächsten Zeit wird Walter Schmittdorsch kommissarisch die Chorleitertätigkeit übernehmen, er ist auch Leiter der Schola. Die Kündigung Karina Klaumünzners gilt nur für ihre Tätigkeit beim Gesangverein Steinwiesen. Ob und wie lange sie in Nurn die Chorleitung inne hat, liegt einzig und allein an den Sängerfreunden Nurn.

Eine Konsequenz der Kündigung ist die Aufkündigung der Chorgemeinschaft, da es keine gemeinsame Chorleitung mehr gibt. Die Gemeinschaft wurde deshalb von Seiten der Steinwiesener Vereinsleitung beendet.

Diese Entscheidung sorgte für viel Unmut und Diskussionen in der Jahreshauptversammlung. "Wir wurden nicht gefragt", hieß es sowie "Ihr macht, was Ihr wollt." Und: "Nun ist der Verein kaputt, wir können nicht mehr singen, weil die Nurner Stimmen fehlen." Besonders Ehrendirigent Walter Klose war bestürzt über diese Entscheidung, hatte er doch vor 14 Jahren die Chorgemeinschaft ins Leben gerufen. Die Entlassung der Chorleiterin sei nachvollziehbar, es habe kein gutes Miteinander mehr gegeben. Allerdings wäre es sinnvoll gewesen, erst einen neuen Chorleiter zu suchen, meinte Klose. Außerdem prangerte er an, dass man das persönliche Gespräch mit den Sängerfreunden hätte suchen sollen und bat um Kompromissbereitschaft. "Ich frage mich wirklich, ob ich in diesem Verein bleiben will", sagte Klose. Die Chorgemeinschaft sei gegründet worden, um das Überleben beider Vereine zu sichern. Er lege keinen Wert darauf, Ehrendirigent und Ehrenmitglied eines sterbenden Vereins zu sein.

Walter Schmittdorsch zeigte seinen Unmut darüber, dass man nun die Vorstandschaft so angreife. Sie hätten die Entscheidungen nicht allein getroffen. Man habe von Seiten der Nurner Sängerfreunde Karina Klaumünzner beeinflusst und alle gegeneinander ausgespielt. Michaela Mattes betonte, dass man zwar die Chorgemeinschaft aufgelöst habe, aber man könne doch trotzdem weiterhin eine Singgemeinschaft sein. Die wichtigsten Termine wird in der nächsten Zeit die Schola wahrnehmen.

Bürgermeister Gerhard Wunder bot an, als Vermittler zu fungieren, er verstehe den Standpunkt von Walter Klose. Man müsse aber reagieren, wenn nichts mehr funktioniere. Man solle Entscheidungen respektieren, aber auch Gespräche führen und aufeinander zugehen. "Man kann auch ohne Chorgemeinschaft freundschaftlich miteinander singen", sagte Wunder.

Bei den Neuwahlen konnte kein Vorsitzender gefunden werden. Die bisherige Vorsitzende Michaela Mattes kandidierte aufgrund der jüngsten Vorkommnisse nicht mehr. Ebenfalls gab es Absagen von Anita Rüger als Schriftführerin und Birgit Beierlorzer als Kassenwartin. Nun wird es eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben müssen, um diese Posten zu besetzen, denn ein Verein ist nur mit Vorstand handlungsfähig. Bis dahin werden die drei Frauen ihre Posten kommissarisch ausführen. Folgende Posten wurden bei der Wahl besetzt: 2. Vorsitzende Monika Rohr, 3. Vorsitzende Rosa Michel, Beisitzer Walter Schmittdorsch und Claudia Völk, Kassenprüferinnen Christa Kotschenreuther und Ilse Schnabrich, Notenwartin Claudia Völk, Fähnrich Wolfgang Richter, Vereinsbotin Lisa Greifenstein.

Schriftführerin Anita Rüger gab einen detaillierten Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr. Erfreulich sei gewesen, dass der neugegründete Grundschulchor, den Andreas Thiel dirigiert, so gut angenommen worden sei. Die Sing- und Chorstunde "Kinder zum Singen bringen" werde auf jeden Fall auch in Zukunft Bestand haben.

Der Vorsitzende des Sängerkreises Coburg-Kronach-Lichtenfels, Jens-Uwe Peter, betonte, dass sich der Sängerkreis nicht einmischt, wenn er nicht gefragt werde. Er sei aber bereit, zu vermitteln. Die Chorgemeinschaft verglich er mit einer Ehe. Wenn man sich auseinandergelebt habe, sei ein Trennungsjahr sinnvoll, um sich wieder zusammenzuraufen oder einen guten Zeitpunkt für die endgültige Trennung zu finden. Er lobte die gute Arbeit im Jugendbereich mit der Neugründung des Grundschulchores.

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Susanne Deuerling
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Veröffentlicht am:
10. 01. 2018
17:12 Uhr

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Susanne Deuerling

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Veröffentlicht am:
10. 01. 2018
17:12 Uhr



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