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Kronach

Schüler pflanzen die nächste Generation

Der Pflanzmarathon macht Halt im Landkreis. Kinder der Grundschule Rodachtal setzten Bäume in den Frankenwald ein. Die Ergebnisse werden in ein paar Jahren sichtbar.



Waldarbeiter Thomas Zeus hebt ein Loch aus, in das Simon eine Traubeneiche pflanzt. Zusammen mit seinen Mitschülern der Grundschule Rodachtal pflanzen die Kinder beim diesjährigen Pflanzmarathon 1200 Laubbäume in den Frankenwaldboden. Fotos: Yannick Seiler   » zu den Bildern

Großvichtach - Dünn und zittrig ist der Stamm der jungen Traubeneiche, die Simon in seiner Hand hält. Vorsichtig setzt er sie in das Loch, das Waldarbeiter Thomas Zeus für den Schüler mit seiner Spitzhacke ausgehoben hat. "Jetzt die Erde um den Setzling ein bisschen festtreten, und schon hast du einen Baum gepflanzt", erklärt Zeus dem Schüler, dessen anfangs skeptische Gesichtszüge einem Lächeln weichen, sobald die Pflanze sicher in der Erdgrube in einem Waldstück oberhalb des Marktrodacher Ortsteils Großvichtach steht.

Unterstützer gesucht

Am 10. April war der Auftakt des diesjährigen Pflanzmarathons in Geroldsgrün im Landkreis Hof. Am vergangenen Dienstag machte die Veranstaltung Halt in Presseck im Landkreis Kulmbach. Als Letztes haben die Schüler der Grundschule Rodachtal nun Bäume in den Frankenwald gepflanzt. Während im Landkreis Hof bereits Firmen die Veranstaltung unterstützten, hofft Ralf Kremer, stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Unser Frankenwald" im Landkreis Kronach noch auf Betriebe und Vereine, die sich am Pflanzmarathon beteiligen.

 

Einen Schultag lang haben Joel und seine Mitschüler der Grundschule Rodachtal am Dienstag für den sogenannten Pflanzmarathon ihre Schulräume gegen ein Klassenzimmer im Grünen getauscht. "Durch den Unterricht in der Natur wollen wir den nächsten Generationen den Wald näher bringen", erklärt Ralf Kremer, stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Unser Frankenwald", der die Bäume spendete, die Idee dahinter. Man wolle zukunftsfähige Baumarten pflanzen, die dem Klimawandel besser gewachsen seien. Dafür habe man ein passendes Waldstück mit Südhanglage in 500 Metern Höhe herausgesucht. Zusammen mit den anderen Vorsitzenden der Vereinigung hat er den Pflanzmarathon 2017 gestartet. Während damals nur Schüler in Geroldsgrün Bäume im Waldboden eingruben, beteiligen sich heuer bereits drei Schulen aus den Landkreisen Kronach, Hof und Kulmbach an der Aufforstung durch Schüler ( siehe Infokasten ).

 

Im Landkreis Kronach haben die Bayerischen Staatsforsten ein Stück ihres Waldes für den Pflanzmarathon zur Verfügung gestellt. "Wir pflanzen heute Esskastanien, Traubeneichen und Hainbuchen", erklärt Tassilo Haderlein, Revierleiter der Bayerischen Staatsforsten in Marktrodach. Diese sollen ein gerodetes Stück Wald wiederbeleben. Haderlein verweist auf den Borkenkäfer, der den Bäumen dort zugesetzt habe. Deshalb mussten diese gefällt werden. Um den Bäumen auf der Lichtung ein gutes Wachstum zu garantieren, heben seine Kollegen passende Pflanzgruben aus. "Schaut darauf, dass ihr die Bäume richtig anpflanzt, damit sie ordentlich festwachsen", gibt der Revierleiter den Kindern mit auf den Weg, bevor sich diese mit ihren Setzlingen auf den Weg zur Lichtung machen, wo ihre Rektorin Annegret Hümmrich bereits auf ihre 100 Schüler wartet.

"Der Wald ist bei uns von der ersten Klasse an ein Thema", erklärt die Rektorin. Ihre Einrichtung sei eine sogenannte Umweltschule. Als solche seien die Lehrer verpflichtet, jedes Jahr bestimmt Umweltthemen mit den Schülern zu behandeln. Schon die Erstklässer wüssten deshalb, welchen Schaden der Borkenkäfer im Forst anrichten könne. Damit die Schüler den Pflanzmarathon nicht vergessen, hängt nun auch der Pflanzwanderspaten, den die Lothar-von-Faber-Grundschule in Geroldsgrün an die Marktrodacher Bildungseinrichtung übergeben hat. Für den Pflanzmarathon im kommenden Jahr hat Hümmrich eine Schule im Rodachtal im Auge, an die sie den Spaten übergeben möchte. So sollen jedes Jahr die Schüler einer anderen Schule im Landkreis Kronach neue Bäume in den Boden des Frankenwalds pflanzen.

Der Vorsitzende des Vereines "Unser Frankenwald" Ludwig Freiherr von Lerchenfeld unterstützt zusammen mit dem Marktrodacher Bürgermeister Norbert Gräbner (parteilos) die Veranstaltung. "Wir wollen die für Schädlinge anfälligen Monokulturen ersetzen", erklärt Gräbner, der selbst kürzlich in seinem Wald Eichen gepflanzt hat. "Die Kinder übernehmen eine Patenschaft für einen Baum und sehen in zehn Jahren, wie groß er geworden ist", ergänzt von Lerchenfeld. Als Andenken dürfen die Kinder ein Blatt jeder Baumart auf ein Blatt Papier aufkleben und beschriften. Zudem erhalten sie eine Urkunde mit einem Gruppenbild für ihren Einsatz für die nächste Generation an Frankenwaldbäumen.

An der Lichtung angekommen, erklären die Nachwuchswaldarbeiter, was sie alles über den Wald gelernt haben. Etwa, dass er Tieren Schutz biete, dass die Pflanzen dort Sauerstoff produzieren und dass man das Holz der Bäume zum Feuermachen verwenden könne. Dann geht es an‘s Pflanzen. "Wir setzen fünf Eichen und dann eine Hainbuche ein", erklärt Waldarbeiter Zeus, den interessiert zuhörenden Schülern. Simon tritt den Boden um die dünne Traubeneiche fest. In einigen Jahren schon wird sich der dann dicke Stamm des Baums an der Stelle, an der Simon die Erde festtritt, mit dicken Wurzeln in den Frankenwaldboden gegraben haben.

Autor

Yannick Seiler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
18:56 Uhr

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14. 05. 2019
18:56 Uhr



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