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Kronach

Senioren kämpfen um das Spital

Kleine Wohnungen für bezahlbare Renten: Das fordert der Seniorenbeirat der Stadt Kronach. Ferner wird Kritik wegen fehlender Barrierefreiheit im Gremium laut.



Der neugewählte Seniorenbeirat der Stadt Kronach rund um den Vorsitzenden Franz-Josef Wich (Dritter von rechts) und seine Stellvertreterin Hanni Wachter (Dritte von links). Mit im Bild ist 2. Bürgermeisterin Angela Hofmann (rechts). Foto: Heike Schülein  

Kronach - Franz-Josef Wich ist neuer Vorsitzender des Kronacher Seniorenbeirats. Er tritt die Nachfolge von Hanni Wachter an, die ihm nunmehr als Stellvertreterin zur Seite steht. Vor der turnusmäßigen Neuwahl für zwei Jahre gab Hanni Wachter im Kronacher Rathaus einen Einblick in die vielfältige Arbeit der vergangenen Jahre. Bei monatlichen Tagungen habe man sich über Anliegen von Senioren Gedanken gemacht und diese an die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung oder im Stadtrat weitergegeben. Es sei leider noch nicht bei jedem angekommen, dass die Zahl der über 60-Jährigen alljährlich steigt. "Gerade diese Generation hat viel für den Wohlstand und das Blühen unseres Landes sowie unserer Stadt getan und verdient vollen Respekt", appellierte sie.

Der Seniorenbeirat

Der neu gewählte Seniorenbeirat: Hanni Wachter, Helga Fleischmann, Edith Marr, Waltraud Fehn, Irene Müller (neu), Gertrud Werner-Schedel, Karl Deckelmann, Roland Rost, Franz-Josef Wich (neu), Horst Werner, Erich Zethner (neu), Franz Renner. Das Gremium bestimmte Franz-Josef Wich zum Vorsitzenden und Hanni Wachter zu seiner Stellvertreterin.


Obwohl sich in der Stadt in Sachen Barrierefreiheit einiges getan habe, sei man noch lange nicht zufrieden. Mit relativ wenig finanziellem Aufwand könnten Gehsteige sowie Ämter- und Arztpraxen-Eingänge Rollstuhl- und Rollator-gerecht gemacht werden. Aufwändiger sei dies wohl für Treppenaufgänge im Bahnhof, an Unterführungen und öffentlichen Eingängen. Auch hier werde man am Ball bleiben. Die Anliegen von Roland Rost auf ein anständiges Erscheinungsbild des Gemeinschaftsgrabs am Friedhof und von Karl Deckelmann für einen Fahrradständer am Marienplatz wurden erhört. "Der Vorschlag für den Bau einer Unterstellhalle am Kaulanger wurde dagegen leider mit nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt. So lässt die Stadt ihre auf den Ausflugsbus wartenden Bürger weiter im Regen stehen", prangerte sie an. Das besondere Sorgenkind sei derzeit das Bürgerspital. Man werde für kleine Wohnungen mit sozial verträglicher Miete für Senioren kämpfen. Sie sollen weiter auf kurzen Wegen am Stadtgeschehen teilhaben können.

Durch Veranstaltungen und Aktionen könnte das Leben auch Demenzkranker lebenswerter gestaltet werden. Hierfür wären eine noch bessere finanzielle Unterstützung und ein offeneres Ohr der Stadtverwaltung hilfreich. Man brauche ehrenamtliche Hilfe und könne sich nicht nur auf berufliche und städtische Stellen verlassen. Daher bat sie alle noch fitten Senioren, einen kleinen Teil ihrer Freizeit für die zu opfern, denen es nicht so gut gehe. "Seien Sie Vorbilder", bat sie.

Um Platz für den Seniorennachwuchs zu machen, stelle sie sich - nach zwei Amtsperioden - für den Vorsitz nicht mehr zur Verfügung. Laut Kronachs 2. Bürgermeisterin Angela Hofmann seien 30 Prozent der Kronacher älter als 60 Jahre. Umso wichtiger sei es, deren Belange und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Hierzu zählten vernünftige und bezahlbare seniorengerechte Wohnungen im Stadtzentrum - nach dem Prinzip der kurzen Wege. Nach Vorlage der in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie - voraussichtlich Mitte bis Ende Juni - werde man sich mit der Neunutzung des Spitals beschäftigen. Es gebe unterschiedliche Ansätze. Ihrer Meinung nach sei dieses prädestiniert für ältere Menschen, eventuell in Wohngemeinschaften.

Für eine verbesserte Mobilität wurde das im August 2020 startende Mobilitätskonzept auf den Weg gebracht. Wichtig sind auch Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt. Bei Baumaßnahmen - aktuell die Festungsstraße - achte man verstärkt auf Barrierefreiheit.

Die Wahl für zwei Jahre erfolgte schriftlich unter Wahlvorsitz von Hubert Zapf, der auch seinen für den Seniorenbeirat verantwortlich zeichnenden Nachfolger Markus Grünbeck vorstellte. Wahlberechtigt waren alle anwesenden Bürger der Stadt, die das 60. Lebensjahr vollendet haben.

Roland Rost prangerte an, dass sich keiner der anwesenden Stadträte - Klaus Simon, Hans Simon, Edgar Dunst (alle SPD) und Heinz Hausmann (CSU) - für eine Wahl in den Beirat zur Verfügung stellten, sondern sich "generell heraushalten". Laut den Stadträten treffe dies keineswegs zu. Vielmehr seien beide Ämter aufgrund von Interessenskonflikten nicht miteinander vereinbar. "Das ist eine sachliche Überlegung. Wir drücken uns keineswegs", ärgerte sich Hans Simon. Emil Wunder regte eine Erweiterung der WC-Anlage am Kaulanger-Parkplatz um eine Behinderten-Toilette an. Weiter wünschte er sich separate Behindertenbeauftragte für alle Gemeinden. Hausmann appellierte, im Stadtgebiet - insbesondere auch auf dem Friedhof - mehr Sitzbänke aufzustellen. Erich Zethner bedauerte, dass bei der Sanierung der Unterführung zwischen Festplatz und Alter Ludwigsstädter Straße seitens der Bahn keine Barrierefreiheit hergestellt werde.

Manfred Nerlich forderte, Dampf hinsichtlich eines barrierefreien Zugangs zur Festung zu machen. Laut Hofmann werde dies erfolgen; sei die Barrierefreiheit auch Voraussetzung für die neue Pachtschaft seitens der Jufa gewesen. Erneut Wunder prangerte die im Festungsbereich nicht rollstuhlgerechten Wege an.

Autor

Heike Schülein
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Veröffentlicht am:
28. 03. 2019
14:36 Uhr

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Heike Schülein

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Veröffentlicht am:
28. 03. 2019
14:36 Uhr



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